Informatikbranche sucht Frau
Die Fernfachhochschule Schweiz, mit Sitz in Brig, will mit reinen Frauenklassen einen Weg gefunden haben, vermehrt Frauen von einem Informatikstudium überzeugen zu können.
Die Schweiz hat einen Mangel an weiblichen Fachkräften in der Informatikbranche. Dem geringen Frauenanteil will die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) jetzt mit dem Angebot an reinen Frauenklassen in den Bachelor-Studiengängen Informatik und Wirtschaftinformatik entgegewirken, wie die Hochschule heute meldete.
Wie bei anderen Hochschulen auch, liege auch bei der FFHS der Frauenanteil in technischen Studiergängen wie Informatik und Wirtschaftsinformatik tief – bei gerade mal 5 beziehungsweise 15 Prozent. Zum Vergleich, der Bachelor-Studiengang Betriebsökonomie weist einen Frauenanteil von 43 Prozent aus.
Auf früheren Versuchen aufgebaut
Frauenspezifische Kurse sind nicht die ersten Tests der FFHS Frauen vom Informatikstudium zu überzeugen. Während einem früheren Gender-Projekt versuchte man schon mit diversen Massnahmen die Frauenanteile zu erhöhen. So hat man beispielsweise die Module auf Genderkonformität hin überprüft, frauenspezifische Seminare durchgeführt und zusätzlich versucht Frauen als Dozierende zu gewinnen.
Mit der Einführung von reinen Frauenklassen werde nun ein weiterer Schritt getan, um vermehrt Frauen zu einem Informatikstudium zu bewegen.
Schwellensenkung
Kurt Grünwald, Direktor der FFHS will mit Frauenklassen zusätzliche Anreize schaffen und die Schwelle für ein Informatikstudium weiter senken. Flexible Methoden, die ein Studium neben Beruf und Familie erlauben, sowie genderkonforme Lerninhalte alleine, hätten offenbar noch nicht ausgereicht, erklärt der Direktor weiter.
Sofern die Nachfrage genügend gross ist, soll es mit den neuen Klassen im August 2012 losgehen. Die Lernziele und Bedingungen würden sich nicht von den übrigen Klassen unterscheiden, und nach einer Einstiegsphase von zwei bis drei Semestern würden die Klassen zusammengelegt.
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