Auswertung von Zscaler

Phishingversuche nehmen zu – besonders im Grosshandel

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von René Jaun und jor

2021 ist die Zahl der Phishingversuche weltweit um fast 30 Prozent gestiegen. Die meisten Betrugsversuche via Phishing finden in den USA, Singapur und Deutschland statt. Angriffe auf Einzel- und Grosshändler nahmen um das Vierfache zu.

(Souce: freepik / freepik.com)
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Phishingattacken haben im Jahr 2021 erneut zugelegt. Zu diesem Schluss kommt Zscaler in seinem aktuellen "Threatlabz Phishing Report". Darin wertet das auf Cloud-Security spezialisierte Unternehmen die auf seiner Cloud-Infrastruktur registrierten Vorkommnisse aus. Im Vergleich zu 2020 haben demnach Phishing-Attacken um 29 Prozent zugelegt, wie es in der Zusammenfassung der Ergebnisse heisst.

Schweiz ist nicht unter den Top 10

Nach Ländern aufgeschlüsselt, registrierte Zscaler die meisten Phishingangriffe in den USA. Das sei nicht überraschend, heisst es in der Analyse, zumal die Vereinigten Staaten schon seit Jahren das häufigste Ziel solcher Angriffe sei. Dahinter folgen Singapur, Deutschland, die Niederlande und das Vereinigte Königreich. Die Schweiz taucht in den von Zscaler genannten Top 10 nicht auf.

Im Vergleich zu 2020 verzeichnet Zscaler in den USA eine Zunahme von Phishing-Angriffen um 7 Prozent. Um ein vielfaches grösser ist die Zunahme in Singapur (829 Prozent). Ebenfalls stark angestiegen sind die Angriffe in Russland (799 Prozent), Frankreich (342 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (331 Prozent). Dagegen gingen die Attacken in den Niederlanden um 38 Prozent zurück. Ein möglicher Grund für diesen Rückgang ist laut Zscaler ein kürzlich eingeführtes verschärftes Strafgesetz gegen Onlinebetrügereien.

(Source: 2022 Threatlabz Phishing Report / Zscaler)

Im Einzel- und Grosshandel wird am meisten gephisht

In der Aufschlüsselung nach Branchen vermeldet das Cybersecurity-Unternehmen die meisten Angriffe auf Einzel- und Grosshändler. 2020 lag die Branche noch auf dem 5. Platz. 2021 sei es jedoch zu einer Phishing-Zunahme um 436 Prozent gekommen, und damit habe die Handelsbranche (Retail and wholesale) das Fertigungsgewerbe (Manufacturing) vom 1. Platz verdrängt. Um mehr als 100 Prozent zugenommen haben Phishingattacken im Finanzsektor und bei öffentlichen Verwaltungen (Government). Dafür kam es im Gesundheitswesen (-59 Prozent) und bei Dienstleistungen (-33 Prozent) zu weniger Phishingangriffen.

(Source: 2022 Threatlabz Phishing Report / Zscaler)

Am häufigsten missbrauchten Cyberkriminelle den Namen und das Logo von Microsoft für ihre illegalen Aktivitäten. Ebenfalls oft missbraucht wurden Telegram, Amazon, Onedrive (welches ebenfalls zu Microsoft gehört) und Paypal. Während grosser Sportanlässe wie den olympischen Sommerspielen beobachtete Zscaler auffällig viele Phishingversuche mit illegalen Streamingangeboten.

Den vollständigen Report stellt Zscaler online (gegen Angabe von Kontakt- und Unternehmensdaten) zur Verfügung.

Laut anderen Auswertungen ist unter Phishern aktuell besonders das Linkedin-Logo im Trend. Dies stellte im Februar etwa der englische IT-Sicherheitsdienstleister Egress fest. Auch gemäss eines Berichts von Check Point erfolgte zwischen Januar und März 2022 mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Phishingversuche unter dem Linkedin-Logo. Welche anderen Marken gern missbraucht werden, lese Sie hier. Und wie Cyberkriminelle ihre Opfer beim Phishing überlisten wollen, und woran Sie die Angriffe erkennen, lesen Sie hier.

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