Festplatten sollen teurer werden
China kontrolliert den Markt für bestimmte seltene Erden. Deren Ausfuhr soll nun aus Gründen des Umweltschutzes gedrosselt werden - mit Folgen für die Festplattenindustrie.
Weil China die Ausfuhr sogenannter seltener Erden drosseln will, könnten Festplatten noch in diesem Quartal um bis zu zehn Prozent teurer werden. Die Teuerung betreffe besonders Speicher kleiner als ein Terabyte, wie Digitimes schreibt. Harddisks mit einem Terabyte Speicherkapazität sollen hingegen fünf Prozent mehr kosten als bisher.
Zu den seltenen Erden zählen chemische Elemente wie beispielsweise Lanthan oder Neodym. Diese Metalle werden in den Motoren von Festplatten verbaut. Offiziell will China mit der geringeren Ausfuhr die Umwelt schonen. So entstehen etwa beim Abbau von Neodym umwelt- und gesundheitsgefährdende Nebenprodukte.
Wirtschaft statt Umwelt
Wahrscheinlicher sind aber Wirtschaftsinteressen: China hat die westlichen Industrieländer mit deren High-Tech-Industrie in der Hand. Denn rund 97 Prozent der seltenen Erden werden gemäss dem deutschen Institut für Wirtschaftsforschung derzeit in China gefördert und aufbereitet. Ihre Monopolstellung nutze die Volksrepublik aus, warnten die Forscher bereits im Mai dieses Jahres.
Über Preis- und Lieferdiskriminierungen würden gezielt die eigene Industrie gefördert und ausländische High-Tech-Konzerne ins Land gelockt, etwa mit Versorgungszusagen, schreiben die Forscher. Sie schätzen, dass rund 60 Prozent der geförderten seltenen Erden in China selbst eingesetzt würden.
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