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Cloud-Service-Anbieter schätzen Custom made

Server-Hersteller bauen am Markt vorbei

Für ihre Datacenter setzen Facebook und Co. lieber auf Marke
Für ihre Datacenter setzen Facebook und Co. lieber auf Marke "Eigenbau"

Zu gross, zu energiehungrig oder schlicht zu teuer: Betreiber grosser Rechenzentren wie Facebook oder Google setzen auf Eigenkonstrukte, da sie nichts Passendes in den Regalen der Server-Hersteller finden.

Als Facebook Server für zwei neue Rechenzentren benötigte, konnten deren Techniker keine geeigneten Geräte bei den grossen Anbietern wie Dell oder HP finden. Also bauten sie sich ihre eigenen Rechner. "Die Leute wollen in der Lage sein, sich Dinge nach ihren eigenen Wünschen zusammenzustellen", sagte Frank Frannkowsky, Direktor Hardware Design bei Facebook anlässlich des Dell-Samsung Chief Information Officer Forum in Kalifornien. "Sie wollen eine Art Burger King: Ich mag keine Gurken – warum muss ich meinen Burger mit Gurken nehmen?"

"Costum made Server" bieten einen günstigen und effizienten Weg dem Boom persönliche Daten ins Web zu stellen zu begegnen. Deshalb verlangen Microsoft, Facebook und andere Cloud-Service-Provider für Ihre Datacenter massgeschneiderte Server und führen dadurch die Hersteller in ein Dilemma: Entweder steigen diese in den Built-To-Order-Markt ein und akzeptieren niedrigere Profite oder sie verlieren Kunden und dadurch an Bedeutung, wie Bloomberg unter Berufung von Analysten schreibt.

20 Prozent Marktanteil

HP, Dell und andere Unternehmen die Rechner ab Stange anbieten, verlieren gemäss Analysten Verkäufe in einem Schlüsselmarkt. Denn Facebook wie auch dessen Rivale Google leiteten derzeit ein Umdenken ein in Richtung Do-it-yourself-Server.

Jeder fünfte Server sei bereits ein Gerät Marke "Eigenbau", gemeinsam stünden sie für 20 Prozent Anteil am weltweiten Servermarkt. Ein Markt, der laut Gartner letztes Jahr ein Volumen von knapp 32 Milliarden US-Dollar generierte und im zweiten Quartal dieses Jahres um ein Fünftel gewachsen ist.

Gefahr für traditionelle Geschäftsmodelle

Da die Verkäufe von PCs zurückgehen und Endkunden sich den Tablets zuwenden, hängt das Geschäft der Rechnerhersteller zunehmend von Serververkäufen ab. Dell und HP würden verdrängt, wenn sie von Grosskunden wie Facebook, die ihre Rechenzentren mit tausenden Servern bestücken, gemieden würden.

"Das ist definitiv eine Gefahr für das traditionelle Geschäftsmodell", ist sich Jim Mc Gregor, Chief Technology Stratege des Analystenhauses In-Stat in Arizona, sicher.

Servermarkt auf Überholspur

Der Servermarkt hänge derzeit den Markt für Dektop-PCs ab, da Unternehmenskunden ihre Firmennetzwerke überholten und dafür tausende Server einkauften um ihre Rechenzentren zu betreiben.

Üblicherweise heizt dies die Nachfrage nach Maschinen made by Dell, HP oder IBM an. HPs Umsatz mit Servern basiert nach Angaben Gartners typischerweise auf Servern für Datacenter. Allerdings lag das Umsatzwachstum im zweiten Quartal dieses Jahres unter dem Marktdurchschnitt. Eine Entwicklung, die sich HP nicht leisten könne.

Auch Dell täte den Analysten zufolge gut daran, seine Kunden glücklich zu stimmen. Dells Verkäufe mit auf PC-Chips basierenden Servern, ein Servertyp der gerne in Rechenzentren eingesetzt werde, wuchsen mit 4,4 Prozent eher verhalten.

Von Intel lernen

Intels Verständnis dafür, dass Rechenzentren andere Bedürfnisse haben, führte zu einem Turnaround bei den Marktanteilen. Der Anteil des Unternehmens am Markt für Cloud-Server-Chips stieg von unter 35 Prozent im Jahr 2007 auf über neunzig Prozent heute. Alleine im zweiten Quartal dieses Jahres stieg der Umsatz mit Chips für Cloud-Server nach Angaben Intels um die Hälfte an.

"Das ist ein komplett anderes 'Tier' als ein Unternehmensserver", meint Rejeanne Skillern, Marketingleiter von Intels Cloud Computing Sparte.

Google, Facebook und Microsoft haben darum Server mit dem Minimum an Komponenten designt, die es für ihre spezifische Aufgabe braucht. Facebooks Server beispielsweise haben bedürfnisgerechte Netzteile und Boards die in Metallagen eingeschlossen sind, um die Luftzirkulation zu erhöhen, was die Anzahl Lüfter reduziere. Diese und andere Kniffe steigerten nach Angaben von Facebooks Technikern die Geräte-Effizienz um 38 Prozent, was die Kosten für ein Rechenzentrum in Oregon um ein Viertel senkte.

Googles Server sind ebenfalls nach eigenen Wünschen geformt. Ihre Hardware ist ebenfalls auf das nötigste reduziert und werde durch ein Linux-System betrieben, dessen Umfang um "überflüssigen Code" reduziert wurde.

Server-Design auf Kommisionsbasis

Microsoft geht auf Nummer sicher: Der Software-Anbieter designt ebenfalls eigene Server. Dafür arbeitet das Unternehmen mit Zulieferern zusammen, die einen welteweiten Support gewährleisten, um jeden Server rasch reparieren zu können, wie Dileep Bhandarkar, Chief Architect von Global Foundation Services zur Auskunft gibt.

Für seine Cloud-Services und die Suchmaschine Bing setzt Microsoft ähnlich geartete Server ein wie Google. Dafür beschäftigt Microsoft ein Team, dass sich ausschliesslich um Server-Design kümmert. Anstatt mit diesen Plänen OEM-Hersteller zu beauftragen, übergibt der Softwarekonzern seine Pläne auf Kommissionsbasis an Unternehmen wie Dell und HP.

Strasse des Wachstums

Die Computerhersteller sind unter Zugzwang: "Viele von ihnen realisieren jetzt, dass sie diese Bedürfnisse adressieren müssen", sagt Gartners Analsyst Hewitt. Und er ergänzt: "Das Gros dieser Entwicklung wird dabei von Google angetrieben."

Diese Erkenntnis scheint sich langsam durchzusetzen. HP sieht diesen Markt mittlerweile als eine "Strasse des Wachstums". "Wir haben Design-Teams und wir haben ausführende Teams, die jeden Morgen aufwachen und nur das Design im Kopf haben", sagt Jim Ganthier, Vice President Marketing von HPs Server-Sparte. "Wer meint, er müsse den Markt mit vorkonfektionierten Geräten beliefern, wird vom Markt verdrängt werden."

Grosse Chance mit kleiner Marge

Konkurrent Dell liefert inzwischen nach Wunsch konfigurierte Server an Microsoft und Facebook. Aber auch an die chinesischen Internetunternehmen Tencent und Baidu, wie Tim Mattox, Vice President des weltweiten Produktmanagements bei Dell, gegenüber Bloomberg mitteilte.

"Das ist eine grosse Chance, allerdings mit einer kleinen Marge", fasst Matthew Eastwood, Analyst bei IDC, die Situation zusammen. Allerdings habe die Computerindustrie gar keine andere Wahl, als sich anzupassen. Denn der Wechsel hin zum Gebrauch billiger Server für das Cloud Computing könne sich auch auf Bereiche jenseits von Suchmaschinen und Social Media ausdehnen. Wie etwa das Mobilfunkgeschäft.

Als Facebook Server für zwei neue Rechenzentren benötigte, konnten deren Techniker keine geeigneten Geräte bei den grossen Anbietern wie Dell oder HP finden. Also bauten sie sich ihre eigenen Rechner. "Die Leute wollen in der Lage sein, sich Dinge nach ihren eigenen Wünschen zusammenzustellen", sagte Frank Frannkowsky, Direktor Hardware Design bei Facebook anlässlich des Dell-Samsung Chief Information Officer Forum in Kalifornien. "Sie wollen eine Art Burger King: Ich mag keine Gurken – warum muss ich meinen Burger mit Gurken nehmen?"

"Costum made Server" bieten einen günstigen und effizienten Weg dem Boom persönliche Daten ins Web zu stellen zu begegnen. Deshalb verlangen Microsoft, Facebook und andere Cloud-Service-Provider für Ihre Datacenter massgeschneiderte Server und führen dadurch die Hersteller in ein Dilemma: Entweder steigen diese in den Built-To-Order-Markt ein und akzeptieren niedrigere Profite oder sie verlieren Kunden und dadurch an Bedeutung, wie Bloomberg unter Berufung von Analysten schreibt.

20 Prozent Marktanteil

HP, Dell und andere Unternehmen die Rechner ab Stange anbieten, verlieren gemäss Analysten Verkäufe in einem Schlüsselmarkt. Denn Facebook wie auch dessen Rivale Google leiteten derzeit ein Umdenken ein in Richtung Do-it-yourself-Server.

Jeder fünfte Server sei bereits ein Gerät Marke "Eigenbau", gemeinsam stünden sie für 20 Prozent Anteil am weltweiten Servermarkt. Ein Markt, der laut Gartner letztes Jahr ein Volumen von knapp 32 Milliarden US-Dollar generierte und im zweiten Quartal dieses Jahres um ein Fünftel gewachsen ist.

Gefahr für traditionelle Geschäftsmodelle

Da die Verkäufe von PCs zurückgehen und Endkunden sich den Tablets zuwenden, hängt das Geschäft der Rechnerhersteller zunehmend von Serververkäufen ab. Dell und HP würden verdrängt, wenn sie von Grosskunden wie Facebook, die ihre Rechenzentren mit tausenden Servern bestücken, gemieden würden.

"Das ist definitiv eine Gefahr für das traditionelle Geschäftsmodell", ist sich Jim Mc Gregor, Chief Technology Stratege des Analystenhauses In-Stat in Arizona, sicher.

Servermarkt auf Überholspur

Der Servermarkt hänge derzeit den Markt für Dektop-PCs ab, da Unternehmenskunden ihre Firmennetzwerke überholten und dafür tausende Server einkauften um ihre Rechenzentren zu betreiben.


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