Blackberry erwägt Privatisierung
Im Kampf ums Überleben lotet Blackberry die Möglichkeiten eines Rückzugs von der Börse aus. Eine Privatisierung könnte die nötige Atempause zum Lösen der Probleme des Unternehmens bieten. Ein konkreter Deal ist bislang aber nicht in Sicht.
Blackberry geht es immer schlechter. Der Aktienkurs des Unternehmens ist in diesem Jahr mehr als 19 Prozent gefallen. Der Marktwert ist seit dem Höhepunkt 2008 von 84 Milliarden Dollar auf 4,8 Milliarden gesunken. Um die Probleme in den Griff zu bekommen, soll die Führungsriege des Herstellers einen möglichen Rückzug von der Börse und den Gang in die Privatisierung diskutieren. Wie verschiedene unternehmensnahe Quellen der Nachritenagentur Reuters exklusiv berichteten, freunden sich CEO Thorsten Heins und der Verwaltungsrat mit der Idee an, Blackberry zu einem privaten Unternehmen umzuformen.
Kein Käufer in Sicht
Die Aussichten einen Käufer und das nötige Kapital zu finden, sind allerdings angesichts der schlechten Geschäftszahlen eher schlecht. Den Haufen Probleme, den der kriselnde Hersteller im Gepäck hat, wird sich vermutlich niemand aufhalsen wollen. Blackberry blieb Reuters gegenüber einen Kommentar schuldig. Die Quellen wollten anonym bleiben, da es sich um private Diskussionen handle.
Letzten Monat noch verkündete Heins, dass sich das Unternehmen auf der richtigen Spur befinde und lediglich etwas mehr Zeit benötige, um die Probleme zu lösen. Er kündigte zudem an, dass der Konzern in den nächsten acht Monaten mehr Geräte präsentieren würde, die unter Blackberry 10 OS laufen. Ausserdem prüfe man bei Blackberry verschiedene weitere Optionen, wie etwa die Lizenzierung des neuen Betriebssystems oder andere Partnerschaften.
Anscheinend liebäugelt man auch mit der Investment-Gesellschaft Silver Lake Partners, die an den Verhandlungen um Dell beteiligt ist. Auch Silver Lake nahm Reuters gegenüber keine Stellung. Die Zukunft des einstigen Vorreiters am Markt für Mobilgeräte bleibt weiterhin ungewiss.
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