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Christoph Schnidrig spricht über das Marktpotenzial von HCI

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Immer mehr Hersteller drängen auf den Markt für Hyperconverged Infrastructure. Die vorkonfigurierten Systeme lassen sich leichter implementieren und konfigurieren als herkömmliche Hardware und liegen daher voll im Trend. Christoph Schnidrig, Manager Systems Engineering bei Netapp Schweiz, spricht darüber, wie sich diese Entwicklungen auf den Hardwaremarkt auswirken und worauf Channelpartner achten müssen.

Christoph Schnidrig, Manager Systems Engineering bei Netapp Schweiz. (Netapp)
Christoph Schnidrig, Manager Systems Engineering bei Netapp Schweiz. (Netapp)

Was sollte bei Hyperconverged Infrastructure (HCI) alles in einer Box stecken?

Christoph Schnidrig: Bei Hyperconverged Infrastructure (HCI) der ersten Generation wird für Rechenleistung und Storage dieselbe Hardware verwendet. Es sind also im Wesentlichen Server mit lokalen Platten, den Rest macht die Software. Bei HCI der zweiten Generation werden Rechenleistung und Speicher auf den einzelnen Nodes getrennt. Somit wird die Skalierung feiner justierbar und die Performance stabiler. Am besten wird Flash-Speicher mit globalem Inline-Dedupe, Kompression und Verschlüsselung verwendet. Zusehends gefragt ist auch eine Anbindungsmöglichkeit von Public-Cloud-Ressourcen.

Welchen Einfluss hat Hyperconverged Infrastructure auf den Hardwaremarkt?

Derzeit machen HCI-Systeme noch unter 5 Prozent der ganzen IT-Infrastruktur aus, allerdings mit deutlicher Wachstumstendenz. HCI wird oft verwendet, wenn IT-Infrastruktur schnell und unkompliziert zur Verfügung gestellt werden soll. Insbesondere für KMUs bedeutet die Verwaltung eines zusätzlichen HCI-Systems im bestehenden IT-Park in erster Linie Mehraufwand. HCI wird sich deshalb sicher auf den Hardwaremarkt auswirken, dies wird aber nicht von heute auf morgen geschehen.

Inwieweit führt der HCI-Boom zu einer Konsolidierung bei reinen Server-, Netzwerkkomponenten- und Storageherstellern?

Das geringe Marktvolumen von HCI führt noch zu keiner Konsolidierung der Anbieter, zumal ja in vielen HCI-Systemen OEM-Komponenten verschiedener Hersteller stecken. Als Storage- und Server-Hersteller ohne HCI-System im Portfolio wird es jedoch sicher eng in Zukunft.

Wie ist der Channel von diesen Entwicklungen betroffen?

Unsere Channelstrategie ist davon nicht betroffen. Wir fokussieren
uns nach wie vor darauf, nach Möglichkeit alle Kunden über den Channel zu bedienen. Die Portfolios unserer Partner erhalten mit HCI eine
zusätzliche Option, wie IT-Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden kann.

Was müssen Reseller und Integratoren mitbringen, um mit HCI Geld zu verdienen?

Weil das Portfolio, aus dem der Kunde auswählen kann, wächst, ist vom Channel höhere Beratungskompetenz gefordert. Ist nun ein HCI-System, ein CI-System, oder gar ein selbstdefinierter Stack der richtige Weg? Wie wird die gesamte IT bedient? Wie werden externe Cloud-Services angebunden und genutzt? Eine ganzheitliche Beratung ist da gefragt, damit die Kunden nicht Opfer eines weiteren Hypes werden.

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