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Daniel Hänni über die IT-Bedürfnisse der Stadtpolizei Zürich

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Er wacht über die IT der Stadtpolizei Zürich: Daniel Hänni, Chef Informatik-Dienst. Im Interview spricht er darüber, was er von seinen IT-Dienstleistern erwartet und welche besonderen Herausforderungen Verfügbarkeit und Vertraulichkeit bei Polizei-IT-Systemen mit sich bringen.

Daniel Hänni, Chef Informatik-Dienst bei der Stadtpolizei Zürich. (Source: Stadtpolizei Zürich)
Daniel Hänni, Chef Informatik-Dienst bei der Stadtpolizei Zürich. (Source: Stadtpolizei Zürich)

Was beinhaltet Ihre tägliche Arbeit und wo kommen Sie mit IT-Dienstleistern in Kontakt?

Daniel Hänni: Meine Hauptaufgabe als IT-Leiter des drittgrössten Polizeikorps der Schweiz mit über 2000 Mitarbeitenden besteht darin, die Brücke zwischen den Anforderungen der Polizeiarbeit und den Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologie zu schlagen. Mit IT-Dienstleistern bin ich und sind meine Mitarbeitenden beinahe täglich in Kontakt, um gemeinsam die richtigen Leistungen zu definieren und abzurufen.

Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften, die Ihre IT-Dienstleister mitbringen müssen?

Innovativ, partnerschaftlich und zuverlässig. Die klassische Lehre geht davon aus, dass der Kunde die Anforderungen definiert und der geeignete Anbieter die Leistungen liefert. In den letzten zehn Jahren hat sich jedoch ein Trend verstärkt, der dieses Vorgehen ergänzt: Innovationen im Markt beeinflussen zunehmend die Unternehmens-IT: ein paar Stichworte sind Mobilität, soziale Medien oder ganz neu Augmented Reality. Daher sind Partner wichtig, welche die globalen ICT-Trends verstehen und diese in ihre Leistungen integrieren. Partnerschaftlich bedeutet, dass ich mich darauf verlassen kann, dass nicht nur die eigenen Interessen verfolgt werden.

Welche Bereiche Ihrer Unternehmens-IT haben Sie ausgelagert?

Mehrheitlich die Basisdienstleistungen wie Netz-, Client- und Serverbetrieb sowie die Entwicklung von komplexen Anwendungen. Wir konzentrieren uns auf Projektleitungen, die Betreuung der Fachapplikationen und den Betrieb von spezialisierten Systemen.

Welche Bereiche würden Sie nie auslagern?

Massgebend dafür sind gesetzliche Vorgaben sowie die Anforderungen an die Verfügbarkeit und Vertraulichkeit. Als Polizei müssen wir auch für ausserordentliche Situationen gewappnet sein, etwa für einen grossflächigen Stromausfall. Um die dafür notwendige Resilienz zu gewährleisten, also die Widerstandsfähigkeit gegenüber Störungen, ist es sinnvoll, mehrere Betreiber zu berücksichtigen und bewusst unterschiedliche Fehlerdomänen zu pflegen. Das führt dazu, dass wir unter anderem die Anwendungen der Einsatzzentrale selbst betreiben und andere von verschiedenen Partnern betreiben lassen. Aus gesetzlichen und Vertraulichkeitsgründen handelt es sich dabei zurzeit mehrheitlich um interne oder (halb-)staatliche Betreiber.

Was werden in der nächsten Zeit die grössten technischen Herausforderungen im Bereich IT für Sie sein?

Die Frage wird sein, wie wir auch als Polizeiorganisation von der dynamischen Innovationskraft und den Skaleneffekten der grossen globalen IT-Player profitieren können, ohne unsere Anforderungen an die Resilienz und Vertraulichkeit der IT aufzugeben.

Wie können IT-Dienstleister Sie dabei unterstützen?

Wir brauchen Dienstleister, die den erwähnten Spagat verstehen und zusammen mit uns nach den entsprechenden Lösungen suchen.

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DPF8_61701

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