Hoher Marktanteil bei USB-Sticks

Kingston und der "Europameister" Schweiz

Uhr | Aktualisiert

Auch wenn letztes Jahr vieles anders kam als gedacht, blickt Speicherhersteller Kingston zuversichtlich in das noch junge Jahr. Trends in den Bereichen Gaming, USB 3.0 und bei den Enterprise-Kunden sollen weiteres Wachstum ermöglichen.

Speicherhersteller Kingston erweitert zunehmend seine Angebotspalette. Dadurch wird der Hersteller von Consumer-Produkten immer mehr zu einem Anbieter von Werkzeugen und Services für Enterprise-Kunden.

Ein Beispiel ist das Service-Programm Kingston-Care: Seit einigen Jahren bietet Kingston für Corporate-Endkunden sein Kingston-Care-Programm an. Darunter fallen verschiedene Services, wie Stephan Amsler von Kingston erklärte. Fällt beispielsweise ein Speicher aus, liefert Kingston umgehend einen neuen. Der Hersteller unterhält auch einen Pool für Ersatzteile, auf den Kunden und Partner zugreifen können. Ein Service, den etwa Unternehmenskunden nutzen, deren IT im 24-Stunden-Betrieb läuft.

Beratung wird stärker nachgefragt

Bisher war Kingston meist günstiger bei den Produkten. Heute merke auch Kingston, dass man die Kunden schon beim Kauf beraten müsse, erklärte Amsler zum Hintergrund des Programms. Kingston bietet daher einen kostenlosen Beratungsservice an. Der Dienst erfolgt entweder über Kingston selbst oder über Partner. Hierzu zählen Dienstleister wie Bechtle, MTF und T-Systems.

Ein Geschäft mit Potenzial, besonders im Rechenzentrengeschäft. Kingston macht ein sogenanntes Server-Assessment. Berater aus Grossbritannien oder den USA schauen sich die Server beim Kunden an. Anschliessend erklären die Experten, wo Speicher konsolidiert oder ersetzt werden kann. Auf diese Weise kann Speicher durch leistungsfähigere oder durch energiesparendere Module ersetzt werden.

Eine Neuheit bei Kingston ist Windows to go, ein Feature von Microsoft 8, das der Betriebssystem-Hersteller Unternehmenskunden anbietet. Grundsätzlich handelt es sich hierbei um eine Windows-Umgebung auf einem Solid-State-Speicher in Form eines USB-Sticks. Der Speicher kann an einem Rechner mit Windows 7 oder Windows 8 eingesteckt werden. Die auf dem eigentlichen Computer enthaltene Festplatte wird ausgeblendet, so dass Daten ausschliesslich über den Stick bearbeitet und gespeichert werden. Die Lösung soll insbesondere Anwender ansprechen, die viel unterwegs sind. Kingston ist einer von bisher eher wenigen Anbietern. Weitere Hersteller sind etwa Supertalent oder Western Digital.

2012 verlief unerwartet, aber gut

"Unsere Prognosen bewähren sich für cirka drei Monate", erklärte Christian Marhöfer, Regional Director DACH bei Kingston.

Eine Lehre, die auf Erfahrungen des letzten Jahres basiert: "Unsere Vorhersagen für 2012 erfüllten sich in den ersten drei Monaten einigermassen. März und Juni liefen bereits ein bisschen verändert. Die zweite Jahreshälfte verlief dann komplett anders."

Umsatz mit Speichermodulen eingebrochen

Kingston spürte die Umwälzungen am Markt für Desktop-PCs und Notebooks. Einerseits weil Konsumenten vermehrt nach Tablets greifen und andererseits weil europäische Kunden wegen der Wirtschaftsflaute weniger kaufen. Allerdings war Kingston davon überrascht, wie schnell sich der Mark veränderte. Der Markt sei unter die Räder gekommen, betonte Marhöfer. Zusätzlich zerfielen die Preise für Speicher weiter. In Folge sanken die Umsätze mit Speichermodulen im Bereich Desktop und Notebook um 40, beziehungsweise 50 Prozent. Insgesamt ging der Umsatz in Europa um rund ein Viertel zurück. Gleiches gilt für die Schweiz. Gut liefen hingegen andere Bereiche wie Gaming, SSDs oder USB-Sticks.

Im Gaming-Segment blieben die ausgelieferten Stückzahlen gleich. Dafür verdoppelte sich die Menge an Gigabyte pro Lieferung. "Das ist enorm", betonte Marhöfer. 32 Gigabyte sei heute nicht mehr ungewöhnlich für Endkunden.

Im Enterprise-Segment seien White-Box-Systeme im Trend. Hier verzeichnet Kingston Zuwächse. Zusätzlich wächst der Speicherabsatz für Intels Server-Plattform Ruby. Kunden kaufen 64-Gigabyte-Module ab Stange. Kingston lieferte im Servermarkt 20 Prozent mehr Speicher aus.

30 Prozent Wachstum im SSD-Markt

Kingston wuchs im SSD-Markt im vergangenen Jahr um 30 Prozent. "SSD ist angekommen am Markt", betonte Marhöfer. Dennoch taxierte er Kingstons Marktanteil als eher gering, was am späten Markteintritt des Herstellers läge. Kingston beobachtet eine wachsende Nachfrage von Unternehmenskunden. Zum Beispiel, um die Lebensdauer der Notebooks ihrer Aussendienstler zu verlängern. Zwar erodierten auch hier die Preise, der Preiszerfall um 40 Prozent hatte aber auch sein Gutes: Der Absatz schoss in die Höhe. "Wir haben heute Preise bei SSDs für 128 Gigabyte-SSDs bei denen Kunden einfach zugreifen können", sagte Marhöfer.

Auch der Server-Bereich kommt in Fahrt. Kunden setzen Solid-State-Disks hier ein, um ihre Daten zu analysieren. Etwa um mit Caching ihre Systeme zu beschleunigen. Hier sei von Kingston in den nächsten Monaten noch Einiges zu erwarten.

Europameister Schweiz

Die Schweiz hat es zum Europameister im Bereich High-End-USB-Sticks geschafft.

In der Schweiz hält Kingston einen Marktanteil von acht Prozent. Zum Beispiel mit Sticks wie dem Hyper-X mit 256 Gigabyte. "Jedes Quartal verkaufen wir mehr."

Keine klare Marktentwicklung zu erkennen

Marhöfer sieht noch keine klare Richtung für die diesjährige Marktentwicklung. Die Kristallkugel sei trüber denn je. Verschiedene Entwicklungen beeinflussen den Markt: Die Konsolidierung am Speichermarkt, wie etwa die Übernahme Elpidas durch Micron. Die Speicher werden kleiner.

Der Markt für eMMC, also für Speicher mit Controller in Mobilgeräten wie Smartphones, werde dieses Jahr zulegen. Diese Chips sind nicht grösser als ein Daumennagel und bieten bis zu 64 Gigabyte Speicherplatz. Hier stelle sich die Frage, wie sich der Markt weiterentwickeln werde und wie sich die Preise dafür gestalten werden. Auch USB 3.0 mit möglichst maximaler Leistungsfähigkeit werde sich weiter durchsetzen. Ausserdem sieht Kingston weiteres Wachstum für sich am Gaming-Markt. Neue Spiele werden mehr Speicher und eine höhere Performance brauchen.

Kingston bieten sich also einige Chancen dieses Jahr zu wachsen.

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