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CES: Der Kunde, ein Technikfan

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An der CES hat sich eine ultrahochauflösende Allianz gebildet. Das dürfte die Kunden freuen, die laut CES-Veranstalter CEA weiterhin ein grosses Interesse an neuer Technik haben.

BK Yoon, CEO von Samsung während seiner CES-Keynote. (Quelle: Samsung)
BK Yoon, CEO von Samsung während seiner CES-Keynote. (Quelle: Samsung)

Die CES in Las Vegas ist in vollem Gange, noch bis Freitag werden die CE-Highlights 2015 vorgestellt. Diese dürften sich gut verkaufen, denn laut CES-Veranstalter Consumer Electronics Association (CEA) wird dieses Jahr das erfolgreichste überhaupt für die Branche, zumindest in den USA.

Wie CEA-Präsident und -CEO Gary Shapiro während seiner CES-Eröffnungsrede sagte, erwartet die amerikanische CE-Industrie ein Umsatzplus von 3 Prozent auf rekordhohe 223,2 Milliarden US-Dollar.

Kommende Kassenschlager

Insbesondere neue Produktkategorien wie 3-D-Drucker, Ultra-HD-TVs, vernetzte Thermostate, unbemannte Fahrzeuge, IP-Kameras und Wearables (Gesundheits- und Fitnessgeräte, Smartwatches und Smarte Brillen) sollen dieses Jahr erfolgreich sein. CEA rechnet damit, dass die US-Industrie bei diesen Produktkategorien den Umsatz um über 100 Prozent steigern kann.

Gary Shapiro schliesst aus der hohen prognostizierten Nachfrage nach neuen Produkten, dass die Liebesbeziehung zwischen Kunde und Technologie weiterhin innig ist. Das scheint wenig verwunderlich in Anbetracht der interessanten Neuheiten, die an der CES vorgestellt werden.

Spielen mit Fischaugen

Der französische Hersteller Catopsys etwa hebt das Erlebnis mit Videospielen auf eine weitere Stufe. Wie Heise berichtet, zeigt er mit dem Modell "Immersis" einen Ultrakurzdistanz-Beamer mit Fischaugen-Objektiv, der das Bild auf gleich drei Wände im Raum projiziert. Das Projekt soll noch diese Woche über Kickstarter mit einer Crowdfinanzierung realisiert werden.

Noch intensiver wird das Spielerlebnis, wenn sich der Spieler eine Virtual-Reality-Brille über den Kopf stülpt, etwa die von Oculus Rift. Doch auch Samsung und Sony wollen noch dieses Jahr eine eigene Brille entwickeln und sich einen Teil vom (virtuellen) Kuchen sichern.

Ultra-HD-Feuerwerk

Im TV-Bereich wird 4K immer mehr zum Standard. Ultra-HD-Fernseher verbreiten sich viel schneller als seinerzeit Full-HD-Modelle, sagt ein Samsung-Sprecher gegenüber dem Spiegel. Dementsprechend fleissig produzieren die Hersteller neue Ultra-HD-Geräte. Sony bringt dieses Jahr 12 neue Ultra-HD-TVs, bei LG sind es laut Spiegel 34 Stück und Samsung will offenbar gleich 66 Ultra-HD-Modelle anbieten. Nicht alle dürften aber für den Schweizer Markt bestimmt sein.

Samsung setzt bei seinen Geräten auf die Quantum-Pixel-Technologie und nennt diese SUHD, bei der Nanokristalle je nach Grösse in einer anderen Farbe leuchten. Das soll zu besonders satten Farben führen. LG setzt weiter auf OLED und nennt gegenüber dem Spiegel als Grund die "enormen" Kontraste. Bei Sony wiederum steht der Bildverbesserungs-Chip im Fokus, der je nach Zuspielquelle unterschiedliche Massnahmen für das bestmögliche Bild ergreife.

Netflix verteilt Gütesiegel

Damit auch bald die passenden Inhalte verfügbar sind, formierte sich die ultrahochauflösende Allianz. TV-Produzenten wie Samsung, LG, Panasonic und Sony spannen mit Inhalte-Anbietern wie Netflix, Dolby, Disney, Warner Bros. und Fox zusammen, damit sich der Standard 4K etabliert. Wie Engadget.de berichtet, will die Allianz ein "gesundes Ökosystem für UHD etablieren".

Der Streaming-Dienst Netflix bietet bereits Ultra-HD-Inhalte an. Wie Cnet.com berichtet, will er nun ein "Recommended TV Program" lancieren, bei dem Fernsehgeräte mit einem Logo ausgezeichnet werden, die das bestmögliche Netflix-Erlebnis bieten sollen. Dabei wird etwa Wert auf eine hohe Performance gelegt. Erste Geräte mit dem Netflix-Gütesiegel kommen von Sony, LG, Sharp und Vizio.

Ein weiterer TV-Trend ist die Bildverbesserungstechnologie HDR (High Dynamic Range), die mit erweitertem Kontrastumfang Fernsehbilder noch lebensechter am TV darstellen können soll. LG, Panasonic und auch Netflix wollen auf HDR setzen.

Samsungs Smart-Home-Pläne

Samsung-CEO BK Yoon sprach während seiner Keynote oft über das Internet der Dinge und adelt es damit zu einem Topthema. Er forderte Offenheit und industrieübergreifende Kollaborationen, um eine Welt "unendlicher Möglichkeiten zu eröffnen". Sein Unternehmen will die Entwicklungs-Community mit mehr als 100 Millionen US-Dollar fördern und bis 2017 alle TVs und bis 2020 alle produzierten Geräte fürs Internet der Dinge anpassen.


Chiphersteller Qualcomm zeigt an der CES ein neues WLAN-Modul für LED-Lampen. Wie Golem berichtet, verknüpft der Hersteller mit seinem winzigen Modul namens Smart Lighting Platform die heimische Beleuchtung. Der System-on-a-chip lässt sich mit dem Alljoyn-P2P-Netzwerk mit anderen vernetzten Geräten verbinden. Als Einsatzmöglichkeit nennt Golem das Wohnzimmer. Verbunden mit der Spielkonsole könnte das Modul etwa die Lichtsituation dem Geschehen auf dem Bildschirm anpassen.

Doppelt gemoppelt

Im Bereich Weisse Waren hat LG den Trend zur Doppelwaschmaschine ausgerufen. Der Entscheid zwischen Bunt- oder Weisswäsche soll wegfallen, stattdessen wird gleichzeitig gewaschen. Wie Engadget.com schreibt, bietet der Hersteller mit Twinwash eine kleine Zweit-Trommel, auf die sich alle aktuellen LG-Frontlader stapeln lassen. Ein Preis ist noch nicht bekannt.

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