SDN für KMUs

Ocedo tourt durch Europa

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Software-Defined-Networking-Anbieter Ocedo hat auf einer Roadshow die Vorteile seiner Netzwerklösung präsentiert. Mit seinem Angebot für KMUs wirke sich die Grösse des Netzwerks nicht auf den administrativen Aufwand aus.

Nach Events in Deutschland, Frankreich und Griechenland hat der Anbieter von Software-Defined-Networking Ocedo diese Woche mit seiner Roadshow in Zürich Halt gemacht. Für die Veranstaltung gingen deutlich mehr Anmeldungen ein als für die Events in den anderen europäischen Städten, wie Sandra Grözinger, Director Marketing beim Unternehmen, erklärte. Gut 40 Reseller waren für die Präsentation zugegen.

Mit der Roadshow wollen Ocedo und Infinigate die angereisten Reseller von dem SDN-Angebot des Unternehmens überzeugen. Das Produkt lässt sich nach eigenen Angaben komplett virtuell planen und muss anschliessend nur noch bestellt und ausgerollt werden. Die Einstellungen sind dann bereits hinterlegt.

SDN sei heute ein Begriff, wie es "Cloud" noch vor wenigen Jahren war, sagte Ocedo-Mitgründer und CEO Jan Hilchert. "Es steht überall drauf, aber niemand weiss, was es genau bedeutet."

Eine Verwaltung in den Wolken

Um die technischen Details ihres Produkts zu erläutern, holte der CEO den zweiten Mitgründer auf die Bühne: Gert Hansen, der beim Unternehmen als CTO tätig ist. Beide hatten schon zuvor bei Astero zusammen gearbeitet, bevor sie ihr Startup auf die Beine stellten.

SDN verschiebe die Control Plane eines Netzwerks in die Cloud, sagte Hansen. Im Vergleich dazu verfügen konventionelle Netzwerke über unterschiedliche Control Planes auf der Ebene des Acces Points, Switches und des Gateways. Bei ihrem Produkt setzte das Unternehmen während der Entwicklung von Anfang an auf ein zentrales Management.

Für KMUs mit zwischen 30 und 200 Niederlassungen

Die sogenannte Cloud Console bildet die Control Plane und verwaltet das gesamte Netzwerk. Die Web-Benutzeroberfläche basiert auf HTML 5. Gemäss dem CTO verdankt das Angebot dem zentralen Management-Ansatz seine hohe Skalierbarkeit.

Das Angebot von Ocedo richtet sich an KMUs mit zwischen 30 und 200 Niederlassungen. Die Grösse des Netzwerks soll dabei keine Auswirkungen auf den Aufwand haben.

Jeder Partner erhält eine dedizierte Instanz der Konsole. Derzeit hostet der Anbieter die Benutzeroberfläche. Kunden und Partner haben jedoch auch die Möglichkeit, die Konsole in ihrer eigenen Cloud zu beheimaten.

Den gesamten Datenverkehr im Blick

Jedes Gerät, das mal im Netzwerk war, taucht in der Konsole auf. Der Administrator hat gemäss dem CTO den totalen Überblick. Nicht-registrierte Geräte und ungewöhnlicher Datenverkehr seien sofort ersichtlicht.

Während der Vorführung konnte Hansen ein suspektes Datenvolumen auf eine spezifische Mail eines bestimmten Anwenders zurückführen. In einem späteren Release will der Hersteller Funktionen zur Anonymisierung oder Zugriffsbeschränkungen bei diesen Datenerhebungen einführen.

Der User wird in erster Linie über die MAC-Addresse seines Geräts identifiziert. An dieser Stelle sieht der Anbieter noch Handlungsbedarf. Eine zertifikatsbasierte Authentifizierung etwa sei denkbar.

Drei mal drei Produkte für ein Netzwerk

Auch ein Software-Defined-Netzwerk mit einer in die Cloud verschobenen Verwaltung benötigt Hardware. Das Unternehmen bietet hierfür drei Gateways, drei Switch-Modelle und drei Access-Point-Modelle an. Vom Mainboard über das Gehäuse bin hin zur Verpackung habe Ocedo seine Produkte selbst entworfen, sagte Hansen.

Die Switch-Modelle verfügen über 12, 24 beziehungsweise 48 Ports. Der CTO beharrt darauf, dass das 24-Port-Gerät zwar über einen Lüfter verfügt, auf diesen aber nicht angewiesen ist. Auch das 48-Port Modell soll zu einem späteren Zeitpunkt in einer Lüfterlosen Ausführung erscheinen. Der 24-Port-Switch erscheint voraussichtlich im zweiten Quartal und das 48-Port-Modell gegen Ende des dritten Quartals 2015 erscheinen.

Feedback erwünscht

"Das ist die erste Version. Die Geräte sind noch nicht fertig", führte Hansen aus. Das Unternehmen sucht daher auch den Dialog mit Partnern und Kunden. Mit dem Feedback will der Hersteller seine Geräte verbessern. Am 27. März veranstaltet Infinigate zu diesem Zweck einen Workshop in Rotkreuz.

In der DACH-Region schloss das Unternehmen per Anfang Januar einen Rahmenvertrag für die Distribution mit Infinigate und Exclusive Networks. Aktuell läuft der Vertrieb in der Schweiz nur über Infinigate, wie Ralf Haubrich, Vice President Sales erläutert. Das Unternehmen verfolgt allerdings das Ziel, in jedem Land mit zwei Distis zu operieren.

Die Roadshow wird noch bis Ende April um die ganze Welt reisen. Zwei weitere Events in Madrid und Barcelona haben momentan noch kein Datum.

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