Studie von KPMG Schweiz

Cyberkriminalität wird von Unternehmen unterschätzt

Uhr | Aktualisiert

Schweizer Unternehmen unterschätzen die Gefahren durch Cyberkriminalität. Dabei ist die Schweiz ein attraktives Ziel für Angriffe. Oft werden Unternehmen aber erst nach konkreten Vorfällen aktiv.

Wie gut sind Schweizer Unternehmen auf Cyberangriffe vorbereitet? Dieser Frage hat das Beratungsunternehmen KPMG Schweiz in ihrem Sicherheitsreport mit dem Titel "Clarity on Cyber Security" gestellt. Darin wurden 60 Entscheidungsträger von Schweizer KMUs und Grossunternehmen nach ihrem Umgang mit der Cyberkriminalität befragt. Als Grundlage dienten Einzelinterviews und Online-Befragungen.

Schweiz ein attraktives Ziel

Eine Kernerkenntnis der Forscher ist, dass viele Schweizer Unternehmen immer noch denken, dass Cyberkriminalität sie nicht treffen werde. Die Schweiz sei aber ein attraktives Ziel für Cyberkriminelle und viele Unternehmen seien auf diese Gefahr schlecht vorbereitet. Mit ihrer Studie wollten die Forscher einen Weckruf an die Entscheidungsträger absetzen.

Positiv sei, dass drei Viertel der befragten Unternehmen in den letzten Jahren ihre jährlichen Budgets zum Schutz vor Angriffen erhöht haben. Dennoch glaubt nur knapp die Hälfte der Befragten, dass der Schutz vor Angriffen ausreichend sei.

Oft erst verspätete Reaktion

Mehrheitlich werden Schweizer Unternehmen erst aktiv, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. So gaben 75 Prozent der Befragten an, dass erst konkrete Vorfälle zu einer Intensivierung der Sicherheitsmassnahmen geführt hätten.

Fast 40 Prozent der Unternehmen versuchen nicht, die durch Cyberangriffe angerichteten Schäden zu evaluieren, ergab die Umfrage weiter. Bei grossen Firmen gab sogar die Hälfte der Befragten an, die Schäden nicht zu ermitteln. Bei KMUs lag der Wert hingegen nur bei einem Drittel.

Nur die Hälfte der Befragten glaubt, dass sich ihr Unternehmen vollständig von Cyberangriffen schützen kann. Daher ist es laut KPMG umso wichtiger, Angriffe frühzeitig zu erkennen und entsprechende Gegenmassnahmen einzuleiten. Aber nur 53 Prozent glauben, über die nötigen Fähigkeiten zum Reagieren zu verfügen.

Faktor Mensch unterbewertet

Zum Schutz vor Cyberangriffen setzt die überwiegende Mehrheit der Firmen auf technische Lösungen (61 Prozent). Diese sei aber nicht der beste Weg, zeigen sich die Forscher von KPMG in der Mitteilung überzeugt.

Laut diesen werde der Faktor Mensch von vielen Unternehmen unterschätzt. "Zwar führen 75 Prozent der Unternehmen Trainings für ein stärkeres Bewusstsein der Thematik bei Mitarbeitenden durch. Dennoch erfolgen viele erfolgreiche Angriffe unter Ausnutzung des Faktors Mensch", lässt sich Gerben Schreurs, Partner Forensik bei KPMG Schweiz, in der Mitteilung zitieren.

Den vollständigen Bericht stellte KPMG auf seiner Webseite bereit.

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