Acer startet Produktoffensive

Acer-CEO: "Wir sind Überlebende"

Uhr | Aktualisiert
von Yves Geng

Acer hat zur globalen Pressekonferenz nach New York geladen. Neben einer breiten Palette an neuen Produkten verlor der Hersteller auch einige Worte zur Geschäftsstrategie für die kommenden drei Quartale.

Weit über 200 Journalisten und Tech-Blogger aus aller Welt sind der Einladung von Acer gefolgt und haben sich zur globalen Pressekonferenz in New York im World Trade Center 4 eingefunden. Hoch über den Strassen von New York, im Herzen des Big Apples präsentierte der Hersteller seine neusten Produkte und Absichten für die kommenden drei Quartale.

Drei-Schichten-Strategie

Acer-CEO Jason Chen trat mit Sonnenbrille auf die Bühne. Er vergeudete keine Zeit, um über Vergangenes zu sprechen und präsentierte ohne Umschweife die Geschäftsstrategie für 2015. Acer will sich demnach auf drei Schichten konzentrieren, sagte Chen. Das Kerngeschäft, das alle erdenklichen Formen von Geräten zwischen PCs und Monitoren abdeckt, das Smartphone-Geschäft, das Acer letztes Jahr in der Schweiz lancierte, und ein neuer Business-orientierter Sektor, der sich mit Cloud Storage und Big Data beschäftigt.

Mit den Informationen zur letzten Schicht hielt sich Chen jedoch zurück. Dafür präsentierte Acer umso mehr Produktneuheiten. Insgesamt 40 neue Produkte zeigte der Hersteller in New York. Da konnte selbst der Chef nicht auf alle eingehen.

Aus eins mach zwei

Überlebende - das war der Titel, den Chen seiner Firma und den wenigen grossen PC-Herstellern wie HP oder Lenovo verlieh. Viele würden das PC-Geschäft immer noch als das Kerngeschäft von Acer ansehen. Das Unternehmen werde alles daran setzen, dass es der "Last Man Standing" sein wird, sagte Chen. Acer habe die nötigen Innovationen und Erfahrungen.

Einer dieser Innovationen seien die 2-in-1-Geräte, wie sie Acer offiziell nennt. Sie sind eine Mischform zwischen Notebook und Tablet. Mit dem Aspire Switch 10 und dem Aspire Switch 10 E präsentierte Acer gleich zwei Vertreter dieser Gattung. Tastatur und Bildschirm können mit einem Handgriff voneinander getrennt und wieder zusammengesetzt werden.

Das Aspire Switch E treibt ein Intel-Atom-Quad-Prozessor an. Zwei Gigabyte DDR3L-Arbeitsspeicher unterstützen den Prozessor beim Rechnen. Der Hauptspeicher fasst standardmässig 64 Gigabyte, lässt sich aber bis auf einen Terabyte erweitern.

Ab Mai in Europa verfügbar

Ein Micro USB, ein USB 2.0 sowie ein Mikro-HDMI-Port befinden sich direkt am Gerät. Geschützt wird das 2-in-1 von Gorilla Glass 3. Das Aspire Switch 10 E wiegt zusammengesetzt rund 1,3 Kilogramm.

Das Aspire Switch 10 unterscheidet sich technisch nicht gross vom 10 E. Lediglich das Display ist dank Full-HD-Auflösung etwas besser. Mit etwa 1,2 Kilogramm ist es auch ein wenig leichter als das 10 E.

Der Hersteller verspricht eine Batterielaufzeit von bis zu 12 Stunden für beide Modelle. Wilfried Thom, Region Manager Central Europe, sagte: "Der Markt für diese Produktklasse wird weiter wachsen." Das Aspire Switch 10 E soll ab Mai 2015 in Europa zu einem Preis von 299 Euro erhältlich sein. Einen Monat später soll das Switch 10 zum Preis von 449 Euro folgen.

Schüler und Lehrer im Visier

Acer will in Zukunft einen stärkeren Fokus auf den Bildungssektor legen, sagte das Unternehmen in New York. Bereits jetzt würden schon Angebote für Studierende als auch Lehrpersonen bestehen. In der Schweiz konnte Acer bereits Projekte umsetzen.

Im Rahmen des Projekts Lehrplan 21 im Kanton Luzern lieferte Acer 620 Tablets aus. An diesen Erfolg will Acer in der Schweiz weiter anknüpfen, wie Wilfried Thom im Gespräch sagte. Dazu habe Acer mit dem Iconia Tab 10 ein Education Tablet entworfen, das mit Apps für den schulischen Alltag ausgerüstet sei. Auf dem Tablet können Schüler mit einem gewöhnlichen Bleistift schreiben.

Doch auch das Aspire V15, von Chen als "Mainstream-Notebook" bezeichnet, soll in den akademischen Alltag integriert werden. Die Aspire V15-Serie überarbeite der Hersteller von Grund auf. Ein optisch aufgewertetes Gehäuse im Aluminium-Look soll das Auge ansprechen. Für die nötige Leistung sorgen verschiedenen Core-Prozessoren der fünften Generation sowie eine GeForce GT 940M. Die Aspire V15-Serie beginnt bei einem Preis von 690 Euro.

Neue Gaming-Notebooks pünktlich zu Weihnachten

Mit der Nitro-V-Serie wollte Acer bislang nach eigenen Angaben in erster Linie Gelegenheitsspieler ansprechen. Nun seien die sogenannten Hardcore Gamer fällig. Mit einer Menge neuer Produkte schenkte Acer seiner Gaming-Marke Predator dieses Jahr viel Aufmerksamkeit.

Neben einem Desktop-PC zeigte Acer auch zwei neue Predator-Notebooks. Die neuen Predator-Geräte kommen als 15- oder 17-Zoll-Variante auf den Markt. Wie genau die technische Ausstattung aussehen wird, ist noch nicht bekannt. Ein ungefähres Erscheinungsdatum nannte der Hersteller aber: Im vierten Quartal 2015 soll es soweit sein. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft. 

Überraschen konnte Acer mit der Ankündigung eines Gaming-Tablets. Das 8 Zoll grosse Gerät soll im dritten Quartal dieses Jahres erscheinen. Vibrationsfunktionen und vier eingebaute Lautsprechern werden für ein immersives Spielgefühl sorgen, verspricht Acer. Das Gerät läuft unter Android. Ob speziell entwickelte Spiele für das Tablet erscheinen werden, ist nicht bekannt. Einen Preis nannte Acer nicht.

Smartphone mit ausdauerndem Akku

Acer will ausserdem seine Präsenz im Smartphone-Markt verstärken. Mit dem Liquid X2 will der Hersteller insbesondere Geschäftskunden ansprechen. Auffälligstes Merkmal des 5,5-Zoll-Smartphones ist sein Akku. 4000 mAh fasst dieser und soll bei normaler Nutzung zwei Tage halten, verspricht Acer.

Das Liquid X2 unterstützt bis zu drei SIM-Karten. Rück- und Vorderseite des Geräts sind laut Acer jeweils mit einer 13 Megapixel-Kamera bestückt. Sogenannte Smartcovers sollen auch im "Stand-by-Modus" einige Funktionen wie beispielsweise Taschenlampe und Wetterdienste ermöglichen. Ein genaues Erscheinungsdatum nannte Acer nicht.

Acer macht den Stresstest

Nach den Tablets und Smartphones zeigte Acer auch seine Neuheiten aus dem Reich der Wearables. Drei neue Modelle stellte der Hersteller vor. Das überarbeitete Liquid Leap Active verfügt jetzt über einen Pulssensor.

Dem Liquid Leap Fit spendierte Acer einen galvanischen Sensor, der Daten wie Kalorienverbrennung und Pulsschlag sammeln soll. Diese Daten wertet die dazugehörigen App aus und stellt sie in einem Spinnendiagramm dar. Das Diagramm soll anhand der Daten Information darüber liefern, wie gestresst eine Person ist. Acer bietet die App für Android, iOS und Windows an.

Weder Preise noch Erscheinungstermine

Das dritte Modell, das Liquid Leap Curve, bietet gegenüber dem Fit keine weiteren Sensoren, doch ist, wie der Name schon verrät, gebogen. Acer hat nach eigenen Angaben Grosses mit den Wearables vor. Es seien Gespräche mit namhaften Firmen im Gange, die passende Armbänder für die Geräte herstellen sollen. Für die Wearables nannte Acer weder Preise noch Erscheinungstermine.

In der Schweiz will Acer laut Thom als nächstes am Partnerprogramm arbeiten. Mit Schulungen und Dienstleistungen soll die Händler-Basis wachsen.


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