Fachbeitrag

Die Zukunft der Business-Software

Uhr | Aktualisiert
von Urs Prantl

Auch Anbieter von Business-Software stehen durch die Digitalisierung, durch disruptive Businessmodelle und durch marktfremde Player unter Druck. Vor diesem Hintergrund diskutieren am 26. September bei «focus on future» in Baden der CEO von Abacus, Claudio Hintermann, der CTO Europa von SAP, Rolf Schumann, und zwei Podiumsgäste aus der Schweizer Softwarebranche über ihre Visionen zur Zukunft der Business-Software.

Wird auch Business-Software künftig nur noch aus der Cloud bezogen? Wissen Businessanwender überhaupt, was sie morgen in ihrer Software brauchen oder suchen sie nicht vielmehr nach einem Trusted Advisor, der sie auch strategisch auf der Suche nach der passenden Lösung begleitet? Oder können Kunden künftig ihre Business-Software sogar selbst herstellen und als neue Anbieterkonkurrenz ihren eigenen Kunden weiterverkaufen? Wollen Kunden künftig überhaupt noch Business-Software käuflich erwerben oder wollen sie nicht einfach nur deren Prozessergebnisse, etwa eine rechtskonform geführte Buchhaltung, mittels eines Managed Service fixfertig beziehen?

Braucht es Business-Software in Zukunft noch?

Ich bin davon überzeugt. Solange es Unternehmen gibt, die Produkte und Dienstleistungen anbieten, wird es auch Business-Software in irgendeiner Form brauchen. Die genannten Fragen zielen vielmehr darauf ab, über welche Geschäftsmodelle die Software den Kunden zugänglich gemacht wird, welche technischen Möglichkeiten zu ihrer Realisierung zu Verfügung stehen werden, und ob aufgrund komplett veränderter Technologien und Entwicklungsmethoden nicht vielleicht die Kunden selbst dazu in der Lage sein werden, einen grossen Teil ihrer Software selbst zu entwickeln und zu betreiben. Klassische Softwareanbieter wären damit überflüssig.

Wer treibt den Wandel im Softwaremarkt?

Primärer Treiber für den Wandel bei Business-Software sind nach wie vor die sich ständig verändernden Kundenbedürfnisse. So werden etwa manuelle Dateneingaben mit der fortschreitenden Vernetzung von Produkten mit ihren Herstellern, mit Prozessen, mit Kunden und Lieferanten – Stichwort IoT und Industrie 4.0 – drastisch abnehmen und weitgehenden Automatismen Platz machen. Heutige Business-Software ist dafür (noch) nicht geeignet, orientiert sie sich doch nach wie vor an einem Anwender, der Daten einpflegt und Funktionen manuell auslöst. Die leidenschaftliche Diskussion über User Interface und Usability beweist dies.

Der "Master-Treiber" für den Wandel ist aber ohne Zweifel die rasante Digitalisierung, wie in vielen anderen Branchen auch. Einerseits ist die Digitalisierung nicht selten unmittelbar für die Veränderung der Kundenbedürfnisse verantwortlich, andererseits erzeugt sie von sich aus, aufgrund neuer Technologien, einen hohen Veränderungsdruck. So ist sie es, die etwa hochentwickeltes Cloud Computing ermöglicht und damit die Voraussetzungen schafft, dass Kunden nicht mehr eigene Softwarelizenzen kaufen und teuer selbst betreiben müssen. Sie können heute einfach und ohne grosse Investitionen in eine eigene IT-Infrastruktur auf ein Miet- oder gar ein reines Nutzungsmodell wechseln.

Hochkarätige Businessveranstaltung in Baden

Die beiden Hauptreferenten der "focus on future"-Abendveranstaltung "Die Zukunft der Business-Software", Claudio Hintermann (CEO von Abacus) und Rolf Schumann (CTO Europa bei SAP), nehmen die genannten Trends und Fragestellungen zum Anlass, um aus ihrer persönlichen und aus der Sicht ihrer Unternehmen eine Vision der Business-Software für die kommenden Jahre zu skizzieren.

Im Anschluss an die Impulsreferate diskutieren die Referenten mit den beiden Softwareunternehmern Thomas Brändle (CEO von Run My Accounts) und Luc Haldimann (CEO von Unblu und Vorstandsmitglied Swiss-ICT) über die Aussichten im Geschäft mit Business-Software und die sich daraus ergebenden Chancen und Risiken für Hersteller, Anbieter und Anwender.

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