2. Netzrace Championship

Die Macht der Strategie

Uhr | Aktualisiert

Ein herber Rückschlag für Team Fors. An der zweiten Netzrace Championship hat der letztjährige Pokalsieger das Podest verfehlt. Das Team hatte kein Glück. Oder die falsche Strategie. Denn Vollgas allein brachte dieses Mal niemanden aufs Podest.

211 Gäste, 19 Teams und über 120 Runden. Die zweite Netzrace Championship in Europas grösster Indoor-Kartbahn in Roggwil, Bern, war ein "Hammer", wie Gian Simmen sagte.

Simmen, der Schweizer Snowboarder, Halfpipe-Olympiasieger und zweifacher Weltmeister, war Teil des VIP-Teams. Gemeinsam mit Motorradrennfahrer Dominique Aegerter, Rennfahrerin Cyndie Allemann und Autojournalistin Nina Vetterli mischte er das Rennfeld auf.

Fahren zum Wohl der Kinderkrebsforschung

Die vier fuhren für einen guten Zweck. Für jede Runde der vier konnte jeder Rennteilnehmer einen bestimmten Betrag spenden. Einzelne Personen wie Unternehmen zeigten Herz, besonderer Dank gilt Bison IT Services. Das Geld fliesst in die Stiftung Kinderkrebsforschung Schweiz. Die Netzmedien AG rundete die gesammelte Summe grosszügig auf.

Der Profi-Rennfahrer Fredy Barth führte wie im vergangenen Jahr durch den Abend. Er gab Tipps, interviewte einzelne Fahrer während des Rennens und kürte die Sieger.

Geschwindigkeit allein brachte kein Team zum Sieg

Wer dies sein würde, war dieses Jahr lange Zeit nicht klar. Denn bei der Netzrace Championship geht es um Taktik. Geschwindigkeit allein brachte kein Team auf das Siegerpodest. Das musste auch der letztjährige Pokalsieger Team Fors bitter feststellen.

Im vergangenen Jahr war Team Fors allen davongefahren. Schon kurz nach Beginn des Rennens setzte sich Team Fors an die Spitze, fuhr sehr schnelle Runden und legte die Messlatte für die höchste Rundenzahl.

Am Ende des zweistündigen Rennens lag das Team auf Rang drei mit 141 Runden. Kurz vor der Siegerehrung gab sich Teamchef Elvis Vascetta zuversichtlich. Ein Platz auf dem Podest könnte drin liegen, meinte er auf Nachfrage von Barth.

Team Netzmedien hatte eine ausgefeilte Strategie

Doch Vascetta irrte sich. Er und sein Trupp hatten sich verrechnet − genau wie viele andere Teams. Schon während des Rennens zeigte sich, wer das Reglement verstanden hatte. Team Netzmedien etwa.

Das Team bewegte sich während zwei Stunden nie über den viertletzten Rang hinaus. Es wurde belächelt. Der eine oder andere klopfte den Gastgebern des Events während des Rennens tröstend auf die Schulter.

Das Team nahm es gelassen. Denn es hatte eine ausgefeilte Strategie. Sehr viele Fahrerwechsel und die Bonuspunkte für den drittletzten Rang nach der ersten Hälfte des Rennens sicherten dem Team den vierten Platz in der Gesamtwertung. Beinahe hätte es für das Podest gereicht. Damit hatte niemand gerechnet.

Titelsieger Team Fors musste abtreten

Team Fors landete derweil auf Platz 12. Ein herber Rückschlag. Denn das Team musste den Wanderpokal an seinen ärgsten Konkurrenten des letztjährigen Rennens abtreten: Team Rotronic-Secomp.

2015 lagen die beiden Teams nur 0,75 Punkte auseinander. Das entspricht einem Fahrerwechsel. Dieses Jahr trennten die beiden Teams über 25 Punkte. Wie ist das möglich? "Wir haben unsere Strategie verfeinert", sagte Team-Chef Philipp Portmann. Wenn er nicht Kart fährt, ist er Product Manager CE bei Rotronic-Secomp.

Dominique Aegerter führte das VIP-Team auf den zweiten Rang

"Wir wollten unbedingt das Qualifying gewinnen. Danach machten wir in den ersten 60 Minuten des Rennens viele Fahrerwechsel und fuhren nicht zu schnell", sagte er. Dann gab das Team Vollgas. Nächstes Jahr wollen Portmann und sein Trupp den Titel verteidigen.

Das VIP-Team auf Rang zwei vertraute auf Dominique Aegerter. Laut Gian Simmen machte Aegerter die Strategie. Wie sah die aus? "Ich war in der Schule nicht gut im Rechnen. Wir wollten einfach auf Sieg fahren", sagte Aegerter. Vollgas funktionierte wohl doch? Vielleicht lag es an den Fahrkünsten der VIPs.

Team Servicenow will nächstes Jahr den Titel holen

Auf Rang drei landete Team Servicenow. Laut Teamchef René Häberlin setze seine Mannschaft auf viele Fahrerwechsel im ersten Teil des Rennens. "Hätten wir zwei Mal mehr gewechselt, hätten wir am Schluss vielleicht ganz oben gestanden", sagte Häberlin. Im nächsten Jahr vielleicht. "Wir werden fleissig trainieren."

Die 211 Gäste und Fahrer waren auf jeden Fall vom Anlass begeistert. Er sei sehr gut organisiert gewesen, sagte Portmann. "Es war besser als letztes Mal, viel übersichtlicher. Ausserdem war das Catering genial." Italienische Spezialitäten von Larco dei Sapori.

Rangliste der Netzrace Championship 2016

  1. Rotronic-Secomp 121 Punkte*

  2. VIP 121 Punkte*

  3. Servicenow 120,75 Punkte

  4. Netzmedien 115,25 Punkte*

  5. Devolo 115,25 Punkte*

  6. Fortinet 113,25 Punkte

  7. Bison IT-Services 107,25 Punkte

  8. G Data 105 Punkte

  9. Seeburger Informatik 99,25 Punkte

  10. AV Distribution 96,5 Punkte

  11. Paessler 95,75 Punkte

  12. Fors 95,25 Punkte

  13. Stilus 94,25 Punkte

  14. Samsung 94 Punkte

  15. HP Enterprise 88,25 Punkte

  16. Ricoh Schweiz 88 Punkte

  17. Graphax 85,75 Punkte*

  18. Avaya 85,75 Punkte*

  19. UPC 65 Punkte

* Bei Punktegleichstand war die Anzahl Fahrerwechsel entscheidend.

Webcode
DPF8_11783

Kommentare

« Mehr