Nutanix lanciert neue Schnittstellen

"Die eigene Cloud ist die beste"

Uhr | Aktualisiert

Nutanix hat sich mit hyperkonvergenten Infrastrukturen einen Namen gemacht. Die Lösungen hatten allerdings Schwächen im Netzwerkbereich. Diese seien nun ausgemerzt, verkündete Nutanix in Wien.

Nutanix-CEO Dheeraj Pandey in Wien
Nutanix-CEO Dheeraj Pandey in Wien

Unternehmen, die eigene Rechenzentren betreiben, haben es nicht leicht. Die IT-Abteilung muss sich mit Dingen wie CPU, RAM und Speicher auseinandersetzen. Sie muss darauf achten, dass alle Hardware kompatibel ist. Und sie muss sicherstellen, dass auch Software, Hypervisoren und Netzwerke harmonisieren.

Wäre es da nicht toll, alles in einer Box kaufen zu können? Ja, sagen Unternehmen wie HPE, EMC und Simplivity, die hyperkonvergente Systeme anbieten. Sie vereinen Server, Speicher, Netzwerk, Back-up- und Disaster-Recovery-Lösungen.

Laut Gartners Magic Quadrant for Integrated Systems ist Nutanix einer der Leader in diesem Markt. Das US-Unternehmen hält gerade eine Konferenz in Wien ab. Sie dauert bis heute Abend und bietet über 40 Breakout-Sessions. Die 2009 gegründete Firma, die fast 2000 Mitarbeiter beschäftigt, stellte im Hotel Hilton neue Software vor.

AWS ist nicht immer sinnvoll

Es sei die erste Nutanix-Konferenz in Europa, sagte CEO und Gründer Dheeraj Pandey. Sie war ausverkauft. Pandey sprach zuerst über die Public Cloud. Sie habe die Märkte auf den Kopf gestellt. IT-Administratoren könnten nun in Rekordzeit neue Apps ausrollen, ohne sich mit Infrastrukturfragen beschäftigen zu müssen. Und Kunden würden nur noch Leistungen bezahlen, die sie auch wirklich benötigen.

Nutanix biete all das und mehr für die Private Cloud an, sagte Chief Product und Development Officer Sunil Potti. Da in Firmen nur 25 Prozent aller Workloads elastisch und nicht vorhersagbar seien, sei es nicht sinnvoll, für alles AWS zu nutzen. Und bei Administratoren beliebte Orchestrierungs- und Automatisierungstools wie Ansible, Chef und Puppet würden auch mit Nutanix funktionieren, sagte Potti.

Nutanix verglich sich nicht mit Konkurrenten wie Netapp oder VMware, sondern mit Amazon. Der Begriff "hyperconverged infrastructure" fiel nur selten. Nutanix pries sich als Enterprise-Cloud an und betonte den Plattform-Gedanken. Laut Vice President Engineering Rajiv Mirani hat Nutanix ähnliche Vorteile wie Apple. Beide kontrollierten Hardware und Software, was den Bau von Lösungen vereinfache.

Visualisierung der Netzwerktopologie

Nutanix stellte in Wien Netzwerkfunktionen rund um Visualisierung, Sicherheit und Orchestrierung vor. Das Unternehmen erweiterte zudem seine Schnittstellen. Es reagiere so auf die immer grösseren Workloads, die IT-Teams unter Druck setzten. Um Service Level Agreements einzuhalten, müssten Firmen auch ihr Netzwerk überwachen. Das war bis jetzt eine Schwäche der Nutanix-Produkte.

Die Admin-Oberfläche Nutanix Prism bietet nun eine applikationszentrierte Visualisierung des Netzwerks. Sie zeigt eine Übersicht über die physische und virtualisierte Netzwerktopologie. Die Nutzung einer ganzen Reihe von Tools unterschiedlicher Anbieter sei so nicht mehr nötig.

Prism zeigt zum Beispiel, wie einzelne virtuelle Maschinen mit der physischen und virtualisierten Netzwerkinfrastruktur verbunden sind. Die Lösung stelle Status- und Leistungsstatistiken der Netzwerkumgebung bereit. Die Visualisierung ermögliche es, Probleme schnell zu identifizieren und einzuschätzen, sagt Nutanix.

Eine Policy für jede App

Neu sind auch die Nutanix Acropolis Microsegmentation Services. Sie erlauben eine individuelle Policy für jede App. Das mache die Kommunikation zwischen virtuellen Maschinen, container-basierten Anwendungen und Microservices sicherer. Unternehmen sollen so auf weitere Investitionen für softwaredefinierte Netwerke verzichten können, sagte Nutanix in Wien.

Nutanix biete nun APIs für automatisierte Policy-Updates, Top-of-Rack-Switches, Application Delivery Controllers und Firewalls an. Sie sollen mit Lösungen von Arista Networks, Brocade, Citrix, F5 Networks, Illumio und vArmour funktionieren.

Die Netzwerkvisualisierung sowie das erste Set an APIs für die Netzwerkorchestrierung sollen im Januar 2017 verfügbar sein. Die übrigen erwähnten Funktionalitäten befinden sich laut Nutanix in der Entwicklung.

Swisslos nutzt Nutanix

Die Redaktion konnte in Wien auch mit Kunden von Nutanix sprechen. Joris Vuffray, Head of Network und System Management bei Swisslos, erklärte, warum sich die Schweizerische Lotteriegesellschaft für Nutanix entschied. "Die eigene Cloud ist die beste", sagte Vuffray. Swisslos nutze seit 2014 den Hypervisor von Nutanix, der Rollout sei im Dezember fertig gewesen.

Mit dem Einsatz von Nutanix seien rund 70 Prozent der Admin-Aufgaben weggefallen, da nun vieles automatisiert laufe. "Unsere Admins können sich nun auf das Wichtige konzentrieren", meinte Vuffray. Swisslos wünsche sich noch eine Unterstützung für Docker, aber die sei bereits angekündigt.

Das Unternehmen hat 13 Nutanix-Boxen im Einsatz, die in 3 Cluster laufen. Das IT-Team von Swisslos bestehe aus 30 Personen, darunter 2 Netzwerk-Admins und 6 System Engineers. Die Public Cloud nutze Swisslos nicht. Das habe auch mit gesetzlichen Vorgaben zu tun, sagte Vuffray.

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DPF8_14011

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