Für HDDs

EPFL-Forscher entdecken neuartiges Speichermaterial

Uhr | Aktualisiert

Forscher der EPFL haben einen Weg gefunden, um Datenspeicher effizienter machen. Bis zur Marktreife ist es aber noch ein weiter Weg.

Die geordnete Ausrichtung der Atome im Perowskit ermöglicht neue Speichertechnologien. (Quelle: EPFL)
Die geordnete Ausrichtung der Atome im Perowskit ermöglicht neue Speichertechnologien. (Quelle: EPFL)

Schweizer Forscher an der EPFL haben ein neues Anwendungsfeld für das Material Perowskit entdeckt. Es soll sich für Hard-Drive-Laufwerke (HDD) der Zukunft eignen, wie sie in einem Aufsatz im Fachmagazin Nature Communications schreiben.

Perowskit sollte ursprünglich Fotovoltaikanlagen verbessern. Bei der näheren Betrachtung zeigte sich jedoch, dass das Material wohl mehr kann. Ausser fotovoltaischen Eigenschaften besitzt es auch magnetische, wie der Standard schreibt.

Schon im August 2014 hatte ein Forscherteam dreier Universitäten das Material Perowskit für ihre Experimente verwendet. Sie fanden heraus, dass Perowskit nicht nur Licht in Energie umwandeln kann, sondern umgekehrt auch Energie in Licht.

Daten schreiben, ohne Wärme hinzufügen zu müssen

Die EPFL-Forscher glauben, dass Perowskit dereinst die Datendichte in magnetischen Speichern von HDDs erhöhen könnte. Der Stromverbrauch der Zukunfts-HDDs soll gleichzeitig niedriger sein als bei heutigen Laufwerken.

Denn die Perowskit-Speicher hätten einen entscheidenden Vorteil. Anders als bisherige Laufwerke würden sie die magnetischen Informationen ohne die Hinzugabe von Wärme in ihrer Struktur halten können, schreibt der Standard weiter.

Mit LED magnetische Ladung verändern

Speicher auf Basis von Perowskit liessen sich also theoretisch bei normalen Temperaturen betreiben. Mit der Hilfe einer LED und der dadurch erzeugten Photonen liesse sich die magnetische Ladung verändern.

Bis zur Marktreife ist es laut dem Bericht aber noch ein weiter Weg. Denn von der normalen Betriebstemperatur sind die Forscher noch weit entfernt. Sie führten ihre Versuche bei rund Minus 250 Grad Celsius durch.

Die Forscher wollen jetzt daran arbeiten, das Material bei Raumtemperatur nutzbar zu machen.

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DPF8_16671

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