Alternative zu Surface Hub und Jamboard

Cisco lanciert das Spark Board

Uhr | Aktualisiert

Cisco will mit einem interaktiven Whiteboard die Cloud in den Meetingraum bringen. Das digitale Spark Board soll die Zusammenarbeit in Unternehmen vereinfachen. Cisco zeigte an seinem Firmensitz in Wallisellen Medienvertretern, was das Gerät kann.

Cisco Spark Board (Quelle: Cisco)
Cisco Spark Board (Quelle: Cisco)

IT-Anbieter Cisco hat Medienvertreter nach Wallisellen zur Präsentation des Spark Boards eingeladen. Das neue Gerät ist ein interaktives Whiteboard, das die Zusammenarbeit in Unternehmen erleichtern soll. Cisco will mit dem Spark Board hauptsächlich drei Funktionen anbieten: Videokonferenzen, Screensharing und das gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten von unterschiedlichen Standorten aus. Collaborative Whiteboarding nennt Cisco dieses Feature.

Um das Spark Board sinnvoll nutzen zu können, müssen Kunden die Kollaborationssoftware Spark einsetzen. Cisco erneuerte für das Whiteboard das Softwarepaket. Dieses soll nun Funktionen wie Chat, Video, Telefonie und Terminplanung effizienter unter einen Hut bringen. Die Daten für die Zusammenarbeit am Whiteboard befinden sich in einer Cloud.

Mit Spark sollen Mitarbeiter die Möglichkeit haben, Präsentationen zu halten, Termine zu vereinbaren, Gespräche zu führen und Inhalte mit anderen zu teilen. Das alles aus einem Guss. Die Grundlage für die Zusammenarbeit bildet das Screensharing, also die Übertragung von Inhalten auf mehrere Endgeräte.

Cisco führte das Spark Board den anwesenden Kunden und Gästen in einem Praxistest vor. Das Unternehmen schaltete eine Videokonferenz zwischen seinen Niederlassungen in Zürich, Wien und dem neuen Büro in Garching bei München.

Videokonferenzen mit "intelligenten" Kameras und Mikrofonen

Das Spark Board soll in erster Linie Videokonferenzen übertragen. Cisco stattete das Gerät hierfür mit zwei Kameras aus, die automatisch an den jeweiligen Redner heranzoomen. Sobald ein Gesprächsteilnehmer in Wien, Garching oder Zürich seine Stimme erhob, rückte die Person tatsächlich näher ins Bild.

Die Tonübertragung lief während der Videokonferenz jedoch nicht immer einwandfrei. Die eingebauten Mikrofone hatten teilweise Probleme, da mehrere Lautsprecher den Raum mit demselben Signal beschallten. Dadurch konnte man die Gesprächsteilnehmer zwar im gesamten Raum gut hören. Doch die vielen Lautsprecher erzeugten akustische Rückkopplungen.

Brainstorming im Plenum

Cisco will mit dem Spark Board auch eine neue Art von Meetings ermöglichen. Beliebig viele Mitarbeiter könnten gleichzeitig und von überall Inhalte erstellen und teilen. Nutzer können von ihren Endgeräten aus über die Cisco-Spark-App Inhalte auf das Spark Board übermitteln und gemeinsam bearbeiten. Cisco nennt diese Funktion "collaborative Whiteboarding". Zurzeit können Nutzer erst auf einer leeren Leinwand gemeinsam Inhalte erstellen. Ab kommenden März soll es gemäss Cisco auch möglich sein, bestehende Dokumente oder Bilder auf das Whiteboard zu laden und zu bearbeiten.

Das Screensharing funktionierte im Test technisch einwandfrei. Die Gesprächsteilnehmer aus Garching, Wien und Zürich erhielten für den Test ein Tablet und konnten damit zeitgleich auf einer virtuellen Leinwand zeichnen und sich dabei unterhalten. Das Gespräch wurde allerdings schnell chaotisch. Je mehr Menschen sich ins Gespräch einschalteten, desto schwieriger wurde die Koordination.

Spaces sollen Mailverteiler ersetzen

Nutzer müssen für das Screen-Sharing sogenannte "Spaces" erstellen. Anschliessend könnten Anwender beliebig viele Gäste in diese virtuellen Räume einladen. Die Nutzer können so viele Spaces erstellen, wie sie wollen, wie Hilmar Bald, Managing Director Collaboration Sales Central Europe von Cisco, im Gespräch erklärte. Allerdings können IT-Verantwortliche keine Regeln erstellen, wer die Spaces einrichten darf und wer nicht.

Die Spaces in Spark sollen den Mailverteiler wie auch Instant-Messaging-Dienste ersetzen, wie Bald anmerkte. Der Vorteil dieser Räume bestehe darin, dass Gesprächsverläufe und geteilte Inhalte im gesamten Nachrichtenverlauf bestehen bleiben. Cisco nennt das "Persistent Messaging". Neu hinzukommende Nutzer können dank dieser Funktion alle Inhalte abrufen, die ihre Kollengen zu einem früheren Zeitpunkt im Space teilten.

Drittanbieter könnten den Funken entzünden

Nutzer könnten Spark über offene APIs und Bots erweitern und anpassen. Die offenen Programmierschnittstellen sollen zur laufenden Weiterentwicklung des Spark Boards beitragen. Cisco stellt ab Werk verschiedene Anbindungen bereit. Dazu zählen beispielsweise Dropbox, Github, Google Drive, Onedrive, Twitter und Servicenow sowie verschiedene Übersetzungstools. Auf Anfrage bestätigt Cisco, dass es zurzeit nicht möglich sei, Inhalte in maschinenlesbarer Form auf das Spark Board zu projizieren und weiterzuverarbeiten. Cisco hofft jedoch auf Drittanbieter, die Lösungen entwickeln, damit Spark-Nutzer beispielsweise gemeinsam an einer HTML- oder Excel-Datei arbeiten könnten.

Preislich unterbietet Cisco seine Konkurrenz

Cisco bietet das Spark Board in zwei Grössen an. Die 55-Zoll-Version wird nach Angaben des Herstellers ab März ausgeliefert. Der Listenpreis liegt bei 4990 US-Dollar. Hinzu kommt eine monatliche Gebühr von 199 Dollar. Darin enthalten sind der Cloud-Service, der Help Desk und Software-Upgrades. Die 70-Zoll-Variante wird noch in diesem Jahr erhältlich sein, wie Cisco mitteilt. Angaben zum Preis der grösseren Version machte das Unternehmen nicht.

Mit diesen Preisen unterbietet Cisco seine Konkurrenz, zumindest auf dem Papier. Das Surface Hub von Microsoft ist in der 55-Zoll-Version ab 8999 US-Dollar erhältlich. Google wird sein Jamboard erst im Verlauf dieses Jahres herausgeben und dafür voraussichtlich "unter 6000 US-Dollar" verlangen, wie Wired berichtet.

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DPF8_22766

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