Bundesrat beantragt Kredit

400 Millionen Franken für neue IT der Zollverwaltung

Uhr | Aktualisiert

Der Bundesrat hat einen Kredit in Höhe von rund 400 Millionen Franken für ein IT-Projekt beantragt. Mit dem Geld soll die IT der Zollverwaltung modernisiert werden. Das Programm trägt den Namen "DaziT".

(Quelle: Béatrice Devènes)
(Quelle: Béatrice Devènes)

Der Bundesrat will die IT der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) grundlegend modernisieren. Für das Programm mit dem Namen "DaziT" beantragte der Rat in seiner Sitzung vom 15. Februar einen Kredit in Höhe von 393 Millionen Franken, wie er mitteilt. Die Botschaft für den Kredit umfasst mehr als 90 Seiten.

Der Name "DaziT" leitet sich vom rätoromanischen Wort "Dazi" für Zoll ab. Das zusätzliche "T" steht für Transformation, erklärt der Bund die Namensfindung. Zudem sei die IT, welche sich am Schluss des Wortes findet, dass "zentrale, ermöglichende Element".

Zielsetzung des Projekts

Mit "DaziT" sollen sämtliche Zollformalitäten digitalisiert werden. Dazu müssten die gesamte ICT-Landschaft und sämtliche Prozesse der EZV erneuert werden. "Der Zoll soll mit DaziT konsequent ins digitale Zeitalter überführt werden", schreibt der Bund in einem "Q&A" zum Programm.

Zudem soll das Programm die teilweise bis zu 20 Jahre alten IT-Systeme der Zollverwaltung ablösen. Bis zum Abschluss des Projekts werden einige sogar 30 Jahre alt sein.

Dokumente für den In- und Export sollen künftig nicht mehr in gedruckter Form benötigt werden. Die Zollverwaltung wolle damit auch die Kundennähe und Mobilität erhöhen. Die zeit- und ortsunabhängige sowie auch medienbruchfreie Abwicklung von Zollvorgängen ist eines der zentralen Ziele des Programms. Dies solle der Wirtschaft wie auch Reisenden und Privatpersonen zugute kommen. Einfuhren von Waren sollen etwa schon im Ausland beantragt werden können. Die Abwicklung an der Grenze werde so beschleunigt.

Kostensenkungen versprochen

Die Verwaltung verspricht sich durch "DaziT" vor allem eine grössere Effizienz, heisst im Q&A weiter. In der Anfangsphase sei zunächst eine Aufstockung des Personalbestands nötig. Besonders IT-Spezialisten und Projektmanager würden in der Phase gebraucht. Ab 2023 sollen die Verwaltungskosten der EZV um 20 Prozent jährlich sinken.

Laut Bundesrat Ueli Maurer würden langfristig bis zu 300 Stellen in der Zollverwaltung obsolet, wie die NZZ schreibt. Die frei gewordenen personellen Ressourcen sollen gemäss der Mitteilung für den Grenzschutz eingesetzt werden. Der Abbau von Stellen soll zudem über natürliche Fluktuationen erfolgen.

Auch die Wirtschaft soll von "DaziT" profitieren. Laut dem Faktenblatt zum Projekt beträgt das jährliche Einsparpotenzial 125 Millionen Franken. Im Vergleich dazu liegt der aktuelle jährliche Zollaufwand durch Unternehmen bei rund 480 Millionen Franken. Die Einsparungen sollen also bei rund einem Viertel des aktuellen Betrags liegen, erhofft sich der Bund.

Sieben Teilprojekte

Das Programm "DaziT" umfasst sieben Projekte. Der Zeitraum der Projekte und die entsprechenden Kosten verteilen sich folgendermassen:

  • Projekt A "Steuerung & Transformation", 2018-2026, 33,5 Millionen Franken

  • Projekt B "IKT Grundlagen", 2018-2022, 68,9 Millionen Franken

  • Projekt C "Portal & Kunde", 2018-2023, 43,5 Millionen Franken

  • Projekt D "Redesign Fracht", 2018-2026, 66,1 Millionen Franken

  • Projekt E "Redesign Abgaben", 2020-2026, 57,7 Millionen Franken

  • Projekt F "Shared Services", 2021-2026, 62 Millionen Franken

  • Projekt G "Kontrolle & Befund", 2023-2026, 29,6 Millionen Franken

Hinzu kommt noch eine Reserve von rund 32 Millionen Franken. Insgesamt beziffern sich die Kosten auf 393 Millionen Franken. Ausführliche Informationen zum Inhalt der einzelnen Projekte finden sich in der Botschaft des Bundesrats. Wie den Angaben oben zu entnehmen ist, wird das Programm "DaziT" 2018 beginnen und soll 2026 abgeschlossen werden.

Webcode
DPF8_26975

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