Technologie-Trends

Wie Sprachsteuerung und Augmented Reality Digital Signage verändern

Uhr | Aktualisiert

Intelligente Sprachassistenten und die virtuelle Realität waren 2016 wichtige Technologietrends. Sie haben das Potenzial, auch Digital Signage zu verändern.

Der Airport Guide Robot von LG. (Quelle: LG)
Der Airport Guide Robot von LG. (Quelle: LG)

2016 haben zwei Technologietrends besonders an Fahrt aufgenommen: Virtual beziehungsweise Augmented Reality sowie Sprachassistenten. Mehrere Unternehmen lancierten in dem Jahr Virtualy-­Reality-Headsets. Und laut Amazon waren smarte Lautsprecher 2016 eines der meistverkauften Produkte. Auch an der Elektronikmesse CES in Las Vegas war Alexa, der smarte Assistent von Amazon, in allen möglichen Geräten zu finden.

Wenn der Roboter zum Gate führt

Digital Signage ist derzeit vor allem ein visuelles Medium. Das Aufkommen von Sprachkontrolle könnte auch Digital Signage verändern und es zu einem vielfältigeren und interaktiveren Medium machen.

LG stellte an der CES in Las Vegas einen Roboter namens «Airport Guide Robot» vor. Er sieht aus wie ein Kegel, ist etwa 1,4 Meter gross und mit einem Bildschirm ausgestattet. Statt eines physischen Gesichts verfügt Hub über ein Display. Auf diesem ist ein verpixeltes Robotergesicht zu sehen ist. Der Roboter lässt sich mit Sprachbefehlen steuern. LG verwendete dazu die Stimmen­erkennung von Amazon Alexa. Gemäss LG soll der Roboter bald am Flughafen Seoul zum Einsatz kommen. Er soll auf Fragen von Reisenden in fünf Sprachen antworten und über Flüge informieren können. Zudem könne er auch Personen, die sich verirrt haben, zum korrekten Gate ­führen.

Die Verschmelzung der echten und ­digitalen Welt

Auch der Technologietrend der Virtual und besonders Augmented Reality hat Potenzial, Digital Signage zu verändern. Bei Augmented Reality sieht der Nutzer die normale Welt um sich herum. Eine Augmented-Reality-­Brille, etwa die Microsoft Hololens, fügt der Um­gebung Informationen oder virtuelle Bilder hinzu. Eine Anwendung wäre etwa eine Brille, die eine Route auf der Strasse farbig markiert, um für eine bessere Orientierung zu sorgen.

Es gibt bereits Digital-Signage-Experimente mit Augmented Reality. 2012 filmte BMW eine Strasse ab und projizierte den Film auf eine Hauswand. Auf die Zuschauer wirkte dies wie ein Spiegel. Dieser zeigte jedoch nicht das ­Originalbild. Stattdessen ersetzte BMW die gefilmten Autos in Echtzeit mit digitalen Modellen von futuristischen BWM-­Fahr­zeugen.

Eine andere Möglichkeit ist die Nachbearbeitung bei Fernsehübertragungen. Bei Sportanlässen könnten Veranstalter für
die Fernseh­übertragung auf Augmented Reality setzen. So könnten Computer eine Panel-Anzeige virtuell durch eine ­andere ­ersetzen und die gezeigte Werbung für
jedes Land anpassen. Es gibt bereits Unternehmen, die solche Lösungen anbieten. Eine andere Möglichkeit wäre, dass im Fern­-
sehen gezeigte Display-Werbung 3-D-Effekte erhält.

Grosse technische Fortschritte

Solche Experimente sind im Moment noch aufwändig. Das könnte sich in den nächsten Jahren ändern. Die Effekte von Snapchat haben gezeigt, dass Augmented Reality nicht realistisch aussehen muss, um Erfolg zu haben. Bei Snapchat gibt es einfache Augmented-Reality-Effekte, die den Benutzern etwa Hundeohren hinzufügen. Solche Spielereien sind sehr beliebt.

In den letzten Jahren wuchs die Augmented- und Virtual-Reality-Branche enorm. Die Produkte reichen vom Microsoft-Hololens-­Headset bis zu Project Tango von Google. Momentan forschen mehr Personen als je zuvor an Augmented Reality. Die Fortschritte dieser Technologie wird auch die Digital-­Signage-Branche für sich nutzen können.

Eine Bedrohung für Digital Signage

Beide Trends haben das Potenzial, wertvolle Ergänzungen für Digital Signage zu sein. Sprachsteuerung könnte die Interaktion mit Digital Signage natürlicher und persönlicher gestalten. Augmented Reality eröffnet der Branche die Möglichkeit, interaktiver auf die Umwelt einzugehen und Betrachter zu verblüffen. Langfristig könnten diese Technologien jedoch das klassische Digital Signage gefährden. Roboter oder digitale Assistenten, die detailliert Auskunft geben, könnten grosse Bildschirme mit denselben Informa­tion überflüssig machen.

Science-Fiction-Autoren zeichnen eine Zukunft mit Brillen, welche die virtuelle und echte Welt vollständig verschmelzen lassen. Bis dahin wird es zwar noch dauern.
Doch wenn Menschen das Aussehen ihrer Umwelt nach Belieben verändern können, wird auch Digital Signage ein rein virtuelles ­Geschäft.

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