Elektronische Preisschilder

Karsten Sommer von Media Markt Schweiz über ESLs

Uhr | Aktualisiert

Wie kommt E-Ink am POS an? Media Markt hat vor zwei Jahren digitale Preisschilder eingeführt. Media-Markt-Schweiz-Chef Karsten Sommer spricht im Interview darüber, welche Auswirkungen E-Ink-Displays haben.

Karsten Sommer, CEO von Media Markt Schweiz. (Quelle: Netzmedien)
Karsten Sommer, CEO von Media Markt Schweiz. (Quelle: Netzmedien)

Media Markt hat vor zwei Jahren digitale Preisschilder eingeführt. Mit welchen Problemen hatten Sie während der Umstellung zu kämpfen?

Karsten Sommer: Die Umstellung erfolgte innerhalb von sechs Monaten und lief reibungslos.

Wie stark hat sich durch das E-Ink-Display der Arbeitsaufwand für die Media-Markt-Mitarbeiter reduziert?

Früher musste bei Preisänderungen für jedes Produkt ein Preisschild ausgedruckt, zugeschnitten und angebracht werden – das kostete viel Zeit. Mit den elektronischen Preisschildern können Preise unmittelbar aus dem Warenwirtschaftssystem heraus verändert werden. Die Mitarbeiter haben dadurch mehr Zeit für die Kundenberatung, Abläufe werden digitalisiert, harmonisiert und modernisiert.

Wie lautet Ihr Fazit zum E-Ink-Display?

Das erste Fazit ist sehr positiv. Der Geschwindigkeitsvorteil, den der reine Onlinehandel bislang hatte, entfällt damit. Zudem sind die Preisschilder die Basis für weitere Technologien: Im Hintergrund sind sie eng mit der datengestützten Sortimentsgestaltung und der Lieferkette verknüpft. Für den Kunden sichtbar, machen sie neue digitale Informationsangebote möglich, da alle Preisschilder mit NFC ausgestattet sind und sich über sie der Standort eines Produkts im Markt digitalisieren lässt.

Einer der Vorteile von digitalen Preisschildern ist die schnelle Preisanpassung. Wie oft passt Media Markt im Schnitt seine Preise pro Tag an?

Grundsätzlich passen wir unsere Preise nur ausserhalb der Öffnungszeiten an. Die Frequenz ist dabei sehr unterschiedlich. Einige Produkte sind im Preis sehr stabil, andere sind einem starken Wettbewerb unterworfen.

Was entgegnen Sie Vorwürfen wie vom Preisüberwacher zu fehlender Transparenz bei der Preisgestaltung?

Ein grosser Vorteil der Digitalisierung des Handels ist gerade die Transparenz – der Kunde muss nicht erst unterschiedliche Händler besuchen, um sich einen Überblick über Eigenschaften, Preis und Verfügbarkeit von Produkten zu machen. Dem Kunden in diesem Umfeld tagesaktuell den richtigen Preis bieten zu können, war einer der Gründe für die Installation der digitalen Preisschilder.

Wie fielen die Kundenreaktionen auf die digitalen Preisschilder aus?

Wenn wir mit den Kunden darüber sprechen, reagieren sie sehr positiv. Das wird sich vermutlich nochmals verstärken, wenn wir neue Funktionen ausrollen: Alle Preisschilder sind beispielsweise mit NFC ausgestattet. Kunden können in Zukunft also zusätzliche Informationen zu Produkten dort abrufen. Zudem wird die Digitalisierung der Infrastruktur zukünftig für unsere Kunden zu besserer Warenverfügbarkeit und schnellerer Lieferung führen – und darüber freut sich jeder Kunde.

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