Legislative folgt Antrag des Bundesrats

Nationalrat lehnt Informatik-Offensive in Schulen ab

Uhr | Aktualisiert

Der Nationalrat hat die Motion für eine Informatik-Offensive in Volks- und Mittelschulen abgelehnt. Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur wollte mit dem Vorstoss den Bundesrat auffordern, gemeinsam mit den Kantonen die IT-Kompetenzen von Lehrern und Schülern sowie die Digitalisierung des Unterrichts zu fördern.

(Quelle: Peter Mosimann/Bund)
(Quelle: Peter Mosimann/Bund)

Der Nationalrat hat die Motion zur "Informatikoffensive" mit 99 zu 78 Stimmen abgelehnt, wie die Parlamentsdienste auf ihrer Website mitteilen. Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur hatte den Vorstoss Ende April 2017 eingereicht.

Die Kommission verlangte vom Bundesrat, die Kantone bei der Digitalisierung der schweizerischen Volks- und Mittelschulen (Sekundarstufe II) zu unterstützen. "Ziel muss es sein, dass Kinder lernen, selbst Lösungsstrategien zu entwickeln, Computer zu programmieren, Programme auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen und so erfahren, dass die Digitalisierung nicht nur Konsumentinnen und Konsumenten, sondern auch Produzentinnen und Produzenten braucht", begründete die Kommission ihren Vorstoss.

Die Motion war bereits innerhalb der Kommission umstritten. Eine Minderheit von zehn Mitgliedern um den Zürcher SVP-Nationalrat Mauro Tuena hatte die Ablehnung beantragt. Auch der Bundesrat wies das Anliegen in seiner Stellungnahme vom 24. Mai zurück.

Eine parallel geführte Offensive im Bildungsbereich ist nicht nötig

Johann Schneider-Ammann, Chef des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung, betonte vor dem Parlament noch einmal, dass der Bundesrat mit der Strategie "Digitale Schweiz" bereits ein umfangreiches Programm zur Stärkung der ICT-Kompetenzen habe. Er verwies auf den Beirat zur Digitalisierung, der erst vor wenigen Tagen seine Arbeit aufgenommen hat. Eine parallel dazu geführte Offensive im Bildungsbereich sei nicht nötig, erklärte Schneider-Ammann gegenüber dem Nationalrat.

Die Kommissionsmehrheit, im Nationalrat vertreten durch Géraldine Marchand-Balet (CVP) und Matthias Aebischer (SPS), wollte mit der Motion die ICT-Kompetenzen von Lehrpersonen, Schülerinnen und Schülern gleichermassen ausbauen. Zudem wollten sie die Digitalisierung von Unterricht und Forschung in Zusammenarbeit mit den Kantonen vorantreiben. Als Vorbild diente die "MINT-Offensive" zur Förderung von Fachkräften in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, die etwa seit 2012 im Kanton Bern läuft.

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