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Merten Slominsky spricht über ECM-Systeme

Uhr | Aktualisiert

Jedes Unternehmen braucht in irgendeiner Form ein Enterprise Content Management System (ECM). Der Markt müsste daher regelrecht explodieren. Worauf zu achten ist und was das Thema von Resellern fordert, erklärt Merten Slominsky, EMEA Vice President von Alfresco.

Merten Slominsky, EMEA Vice President, Alfresco
Merten Slominsky, EMEA Vice President, Alfresco

Enterprise Content Management ist ein Sammelsurium verschiedener Lösungen und Technologien. Dokumentenmanagement, Datenerfassung, Archivierung, Storage, Analytics. Was steckt für Sie in dem Begriff alles drin?

Merten Slominsky: Content ist heute viel mehr als nur Dokumente: Hinter dem Begriff verbergen sich alle möglichen Inhalte, mit denen in Unternehmen gearbeitet wird. Dazu gehören auch Bilder, Videos, technische Zeichnungen, aufgezeichnete Telefonate aus dem Callcenter und vieles mehr. Im Wesentlichen geht es aber darum, den Fluss der Informationen durch das Unternehmen so effizient wie möglich zu steuern. Stichwort: Prozessmanagement.

Welche Art von Unternehmen sind auf Enterprise Content ­Management angewiesen?

Eigentlich müsste die Frage lauten: Welche Unternehmen sind nicht darauf angewiesen? Denn digitale Information fliesst heute – auf die ein oder andere Weise – ja durch jedes Unternehmen. Ebenso allgegenwärtig ist der Austausch unstrukturierter Informationen in Dateiform mit Lieferanten, Dienstleistern und Vertriebspartnern oder Kunden: egal ob Ingenieurbüro, Krankenversicherung oder Finanzbehörde.

Was muss ein Reseller können, um seinen Kunden Enterprise ­Content Management anzubieten?

Er muss vor allem die Geschäftsprozesse seiner Kunden verstehen und sich in deren branchenspezifische Herausforderungen hineinversetzen können, um für sie eine ideal konzipierte Lösung zu entwickeln. Natürlich muss er sich auch technisch gut auskennen. Nur dann ist es ihm möglich, die nötigen Abläufe und Compliance-Anforderungen optimal abzubilden.

Was gibt es bei der Implementierung von ECM-Lösungen zu ­beachten?

Wichtig ist, sich zuerst die Prozesse vorzunehmen. Geht es dann an die Tool-Auswahl, sollten Unternehmen darauf achten, dass ihre Plattform ausreichend skalierbar ist. Über offene Schnittstellen sollten sie sich ­flexibel in eine bestehende Systemlandschaft einklinken. Früher gab es für jede Anforderung eine eigene Anwendung: ECM, BPM, Records Management und so weiter. Moderne Lösungen integrieren dies alles innerhalb einer einzigen Lösung, und zwar in Form modularer Services für Content, Prozesse und Governance. Ausserdem sollte die Entwicklung von Apps für die Anwender schnell und einfach sein. Das beste Tool hilft nichts, wenn es Monate dauert, bis eine Anpassung umgesetzt ist oder bis die neue App für die Genehmigung von Reiseanträgen bereitsteht. Das darf heute ein paar Stunden oder Tage dauern – nicht Wochen und Monate.

Wie wird sich der Markt für Enterprise Content Management in den nächsten Jahren entwickeln?

Der Markt wird mit der fortschreitenden Digitalisierung weiter wachsen. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen der ECM-Anwender ­rasant. Mitarbeiter erwarten, dass ihre Anwendungen im Job so leicht zu bedienen sind wie die Apps auf dem privaten Smartphone. Auf technischer Ebene treiben Konzepte rund um Microservice-Architekturen, Deep Learning sowie neue Daten- und Rechentechnologien Innovation weiter voran. Am Ende werden sich die Neuerungen durchsetzen, die ein Unternehmen produktiver machen und die es seinen Kunden erleichtern, mit ihm in Interaktion zu treten.

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