Geschwindigkeitsrekord in Zürich

Swisscom kündigt 5G für 2020 an

Uhr | Aktualisiert

Swisscom hat in einem Shop in Zürich erstmals in der Schweiz mobile Surfgeschwindigkeiten von zweimal 10 Gbit/s. in einer Funkzelle erreicht. Für die Einführung der 5G-Technologie gibt es aber noch einige Stolpersteine.

Heinz Herren, CIO und CTO, Swisscom (Quelle: Netzmedien)
Heinz Herren, CIO und CTO, Swisscom (Quelle: Netzmedien)

Swisscom hat am Mittwoch in einem seiner Shops an der Füsslistrasse in Zürich einen Geschwindigkeitsrekord in der Schweiz erzielt. Gemeinsam mit Technologiepartner Ericsson erreichte er 5G-Geschwindigkeiten von zweimal 10 Gbit/s in einer Funkzelle. Laut CIO und CTO Heinz Herren wird es aber noch mindestens drei Jahre dauern, bis 5G massentauglich ist.

Dann würden Konsumenten von hundertfach höheren Datenraten als mit heutigen LTE-Netzen (4G) profitieren. Dafür werde 2020 die 2G-Technologie abgeschaltet. Doch für 5G gibt es noch einige Hürden. Es fehlt ein gemeinsamer Industriestandard und auch die Politik mache eine Einführung schwer. Laut Herren ist die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) in der Schweiz deutlich strenger als in der EU. Ohne eine Lockerung werde es schwierig, 5G effizient zu nutzen.

800 Mbit/s. im Swisscom-Shop

Dank einer Sondergenehmigung des Bundesamts für Kommunikation konnte Swisscom laut Eigenaussage erstmals in der Schweiz mit seinem Technologiepartner Ericsson 5G-Anwendungen zeigen. Im Swisscom-Shop an der Füsslistrasse können Kunden seit Anfang Mai Surfgeschwindigkeiten von mehr als 800 Mbit/s an neuen Handys austesten. Dafür kombiniert der Telko laut Mitteilung vier verschiedene LTE-Frequenzen.

Noch in diesem Jahr wolle Swisscom Standorte in den Städten Zürich, Bern, Genf, Basel, Lausanne, Lugano, St. Gallen, Luzern, Sitten, Chur und Freiburg sowie 15 weitere Shops mit diesen Bandbreiten aufrüsten. Ausserdem kündigte Swisscom an, seine 4G+-Abdeckung, die Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s erlaubt, von derzeit 40 Prozent bis Ende Jahr auf zwei Drittel auszubauen.

Garantierte Netzressourcen für den Notfall

Nächstes Jahr wolle der Telko zusätzlich zum bestehenden Low Power Network (LPN) zwei neue Anschlusstechnologien für das Internet der Dinge lancieren. Die beiden mobilfunkbasierten Zugangstechnologien Narrow Band-IoT und LTE Cat-M1 würden IoT-spezifische Anforderungen wie lange Stromnetzautonomie sowie eine hohe Verfügbarkeit und Sicherheit erfüllen. Sie basieren auf dem 3GPP-Standard und sind für 4G und 5G anschlussfähig. ergänzen das bestehende Low Power Network (LPN).

Ebenfalls 2018 plane Swisscom mit Industriepartner Ypsomed als erste Anbieterin in der Schweiz Feldversuche mit Network Slicing. Dank virtualisierten Netzwerkfunktionen lasse sich die Netzlast erstmals individuell konfigurieren. Das verspreche garantierte Netzressourcen bei unterschiedlichen 5G- und 4G-Anwendungen. Swisscom zeigte etwa als Beispiel Rettungsdienste, die im Fall eines Grossereignisses auf eine einwandfreie Kommunikation angewiesen sind.

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