Frank Geisler von ERP-Sourcing spricht über die Zukunft von Business-Software
Mit der Cloud wird alles anders. Statt auf Disks oder auf der Hardware vorinstalliert, können Nutzer Business-Software auch direkt via Internet vom Hersteller beziehen. Wie sich das auf den Channel auswirkt, erklärt Frank Geisler, Geschäftsführer von ERP-Sourcing.
Wie verdient der Channel im Cloud-Zeitalter mit Business-Software in Zukunft überhaupt noch Geld?
Frank Geisler: Um es plakativ zu sagen: Einen Geldregen aus der Cloud wünscht sich jeder Hersteller! Ganz so einfach ist es aber nicht. Wo man sich früher nur an den richtigen Stellen bücken und das Geld aufheben musste, gilt es heute die richtigen Stellen erst zu finden und durch geeignete Massnahmen das Geld aufzulesen. Wer die richtigen Stellen identifiziert hat und die für den Kunden optimale Lösung bietet, kann durchaus mit Business-Software sehr gut Geld verdienen.
Welche Herausforderungen ergeben sich dadurch für Hersteller, Distributoren, Integratoren?
Daraus ergibt sich, dass als Herausforderungen vor allem die zielgruppengerechte Ansprache mit den besten Lösungen und dem umfassendsten Service und Support sicherzustellen ist. Eine nachhaltige und kontinuierliche Markbearbeitung mit top Mitarbeitern, bei ERP-Sourcing Leuchttürme genannt, sichert in Zusammenhang mit den Grundlagen, wie etwa hochmoderne Rechenzentren in der Schweiz, einen starken Wettbewerbsvorteil. Diesen gilt es zu halten und auszubauen – nicht zuletzt durch eine noch grössere Nähe zum Hersteller sowie permanente Weiterbildungsmassnahmen.
Wie muss sich die Marktbearbeitung des Channels anpassen, um den Veränderungen Rechnung zu tragen?
Die Markbearbeitung muss den Bedürfnissen mobiler Anwender der nachrückenden Managementgeneration entsprechen. Kanäle wie Social Media oder ergänzende Massnahmen wie Social Selling erweitern das bestehende Portfolio der klassischen Marktbearbeitung und werden bei ERP-Sourcing bereits seit längerer Zeit überaus erfolgreich genutzt.
Was bedeutet das für das Geschäft mit Softwarelizenzierung?
Softwarelizenzen werden auch weiterhin benötigt. Allerdings gibt es klare Verschiebungen weg von den klassischen On-Premise-Lizenzen mit Ein-Mal-Investitionen. Vermehrt kommen Cloud-Lizenzen mit klar kalkulierbaren und transparenten Monats- oder Quartalkosten zum Tragen.
In welchen Bereichen erkennen Sie das stärkste Wachstum?
Für ERP-Sourcing liegt das stärkste Wachstum in prozessorientierten und mobilen Lösungen, bei uns Business Process Suite (BPS) genannt: Im Finanzwesen zum Beispiel mit optimiertem Spesen-, Kreditoren- oder Investitionsmanagement. Im HR-Umfeld mit der Einführung papierloser und transparenter Prozesse, etwa für den Ein- und Austritt, Absenzmeldungen bis hin zu Mitarbeiterbewertungen.
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