Unternehmensstrategie

Veränderungsfähigkeit wird überschätzt

Uhr | Aktualisiert

Die derzeitigen Veränderungen in unserer Geschäftswelt sind fundamental und teils rasant. Die Fähigkeit, sich zu verändern, ist zu einem der wichtigsten Erfolgsfaktoren geworden. Brandgefährlich: Enorm viele überschätzen die Veränderungsfähigkeit ihres IT-Unternehmens.

Raphael Ledergerber. (Source: Ledergerber und Partner)
Raphael Ledergerber. (Source: Ledergerber und Partner)

Fast 9 von 10 Führungskräften betrachten ihr Unternehmen als wirklich veränderungsfähig, wie eine neue Studie* zeigt. Um festzustellen, dass sehr viele Führungskräfte die Veränderungsfähigkeit ihres eigenen Unternehmens viel zu optimistisch einschätzen, brauchen wir nicht mal eine Studie. Man bildet sich ein, selbst agil und wandlungsfähig zu sein und überschätzt sich dabei erheblich.

Schauen Sie nur mal Ihr Team an: Wie begeistert sind Ihre Führungskräfte und deren Mitarbeitenden, wenn es um das Erreichen wirklich anspruchsvoller Ziele geht? Wann haben Sie zum letzten Mal eine kommerziell echt erfolgreiche Innovation auf den Markt gebracht? Haben alle Ihre Führungskräfte eine ausgeprägte Gewinnermentalität, starke Ambitionen und ein ebenso starkes Commitment? Haben Sie selbst die Denk- und Handlungsweise, die den Erfolg und die Zukunft Ihres IT-Unternehmens weiterhin sichern wird?

 

Veränderungsfähigkeit muss vielerorts erst noch aufgebaut werden

Die Veränderungen müssen zuerst in der Führung selbst beginnen. Die Studie zeigt, dass jedes zweite Unternehmen noch immer ein traditionelles Führungsverständnis hat, eine hierarchische, von oben diktierte Befehlsstruktur. Doch sehen wir in unserer täglichen Praxis bereits grossen Aufbruch: Auch immer mehr IT-Unternehmen packen die Kernthemen entschlossen an: Vision, Mission, Werte und Führungsgrundsätze.

Der Grossteil der Mitarbeitenden zieht auf dem Weg in die Arbeitswelt 4.0 bereits sehr gut mit. Viele sind bereit, sich immer wieder neuen Aufgaben zu stellen. Die Studie belegt aber auch, dass es noch bei 7 von 10 Angestellten an erfolgskritischem Wissen fehlt, wie etwa dem zur Internationalisierung und Digitalisierung.

 

Wer jetzt nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit

Derartige Wahrnehmungslücken sind brandgefährlich! Wer die eigenen Fähigkeiten überschätzt, wird von der Realität eingeholt und gezwungen, aus der Defensive heraus zu handeln. So bleibt Unternehmern und Führungskräften nur eines: Mit der Zeit zu gehen und jetzt tiefgreifende Veränderungen einzuleiten. Unsere Erfahrung zeigt: Die halbe Miete ist, die Veränderung systematisch und beharrlich voranzutreiben.

 

*Quelle: Staufen Inova, 2017, 100 befragte Schweizer Unternehme

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DPF8_55100

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