Lanupdate Channel-Roadshow

Lancom präsentiert von Grund auf neues Partnerprogramm

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Lancom hat sein Partnerprogramm vollkommen neu aufgesetzt. Was dies für die Partner bedeutet, erklärte der deutsche Hersteller an seiner Channel-Roadshow in Luzern. Auch mit dabei: neue hochwertige Router, virtuelle Router und geschliffene Switches.

(v.l.) Wolfram Ohn, Leiter Training, und Philipp Reichstein, Area Sales Manager Switzerland bei Lancom, zusammen mit Freddy Bader, Head of Marketing & Sales bei Swizzconnexx. (Source: Netzmedien)
(v.l.) Wolfram Ohn, Leiter Training, und Philipp Reichstein, Area Sales Manager Switzerland bei Lancom, zusammen mit Freddy Bader, Head of Marketing & Sales bei Swizzconnexx. (Source: Netzmedien)

Zwei Mal pro Jahr lädt Lancom seine Partner zu seiner Channel-Roadshow ein. Die diesjährige Herbstausgabe der Lanupdate genannten Eventreihe fand im Hotel Astoria in Luzern statt. Der deutsche Hersteller von Netzwerkkomponenten hatte diesmal etwas Besonderes im Gepäck dabei: ein völlig neues Partnerprogramm.

"Der Markt ändert sich und unsere Partnerstrukturen müssen sich auch anpassen", sagte Wolfram Ohn, Leiter Training bei Lancom. Ein klassisches Systemhaus mit 40 bis 60 Mitarbeitern, das jährlich einen Umsatz von rund einer Million Euro macht, sei früher ein grosser Partner gewesen. Mittlerweile habe Lancom mehrere solcher Partner. Diese würden nun eher zu den mittelgrossen Partnern gehören.

"Müssen wir jetzt oben eine weitere Partnerstufe einfügen? Wir haben ja schon vier", wiederholte Ohn die Frage, die sich das Unternehmen selbst gestellt hatte. Nein, Lancom kam zu dem Schluss, dass es sinnvoller sei, das ganze Programm neu aufzusetzen. Ab dem ersten Januar 2018 tritt das neue Programm in Kraft.

Alte Benennung ist weg

Bei der Gelegenheit adressierte Lancom zugleich die teilweise irreführende Benennung der einzelnen Partnerstufen. Im alten System hiessen die Unternehmen auf der tiefsten Stufe Reseller-Partner, dann kamen die Qualified-Partner, dann die Advanced-Partner und schliesslich die Solution-Partner auf der obersten Stufe. "Heisst das, dass Lösungen höher bewertet werden als die Fortgeschrittenen und dass die Fortgeschrittenen höher sind als die Qualifizierten?", sagte Ohn.

Im neuen System wählte Lancom daher dieselbe Systematik, die man auch von anderen Partnerprogrammen kennt: Bronze, Silber, Gold und Platin. "Vollkommen innovativ", scherzte Ohn. Dafür sei bei diesen Strukturen auf den ersten Blick klar, welche Stufe höher und welche tiefer sei.

Die vier Stufen werden jedoch nicht 1:1 übernommen von den alten. So sei die neue Gold-Stufe etwa das Äquivalent der alten Solution-Stufe. Die neuen Vorteile und Konditionen der einzelnen Stufen lauten wie folgt.

Platinum-Partner

  • Jährlicher Umsatz von mindestens 100'000 Euro allein mit Lancom-Produkten. Zwei Expert-Zertifizierungen und eine weitere beliebige Zertifizierung.

  • Fünf kostenlose Demogeräte. Fünf Demogeräte mit bis zu 65 Prozent Nachlass. Standardrabatt in Höhe von 38 Prozent. Deal-Registration mit Projektschutz und 3 Prozent Extrarabatt. 50 Prozent Rabatt auf Workshops und Zertifizierungen (Professional, Specialist und Expert). Telefonischer Third-Level-Support mit Service-Zeiten (8 bis 18 Uhr und vier Stunden Reaktionszeit). Regelmässige Support-Review-Meetings. Und ein jährlicher Partner-Summit sowie Roundtables.

Gold-Partner

  • Jährlicher Umsatz von mindestens 30'000 Euro allein mit Lancom-Produkten. Zwei Specialist-Zertifizierungen und eine weitere beliebige Zertifizierung.

  • Drei kostenlose Demogeräte. Drei Demogeräte mit bis zu 65 Prozent Nachlass. Standardrabatt in Höhe von 35 Prozent. Deal-Registration mit Projektschutz und 3 Prozent Extrarabatt. 40 Prozent Rabatt auf Workshops und Zertifizierungen (Professional, Specialist und Expert). Telefonischer Second-Level-Support mit Service-Zeiten (8 bis 18 Uhr und vier Stunden Reaktionszeit. Jährlicher Partner-Summit. Und Teilnahme am Bonuspunkteprogramm für Geräte, Schulungen und so weiter.

Silber-Partner

  • Jährlicher Umsatz von mindestens 8000 Euro allein mit Lancom-Produkten. Eine Professional-Zertifizierung.

  • Zwei Demogeräte mit bis zu 65 Prozent Nachlass. Standardrabatt in Höhe von 32 Prozent. Deal-Registration mit Projektschutz und 3 Prozent Extrarabatt. 30 Prozent Rabatt auf Workshops und Zertifizierungen (Professional, Specialist und Expert). Telefonischer First-Level Support mit Service-Zeiten (9 bis 17 Uhr und acht Stunden Reaktionszeit). Und Teilnahme am Bonuspunkteprogramm für Geräte, Schulungen und so weiter.

Bronze-Partner

  • Jährlicher Umsatz von mindestens 1000 Euro allein mit Lancom-Produkten.

  • Ein Demogerät mit bis zu 65 Prozent Nachlass. Standardrabatt in Höhe von 28 Prozent. Deal-Registration mit Projektschutz. 20 Prozent Rabatt auf Workshops und Zertifizierungen (Professional, Specialist und Expert). Telefonischer First-Level Support mit Service-Zeiten (9 bis 17 Uhr und "Next Business Day"-Reaktionszeit). Und Teilnahme am Bonuspunkteprogramm für Geräte, Schulungen und so weiter.

Neu gelten die Rabatte nicht mehr auf die Einkaufskonditionen sondern auf die Listenpreise. Im alten System sorgte dies gemäss Ohn für einige Verwirrungen, wenn Unternehmen die Konditionen von Lancom mit denen anderer Hersteller verglichen. Denn Rabatte auf Listenpreise seien generell höher und Lancom sei eines der wenigen Unternehmen gewesen, die Rabatte auf die Einkaufskonditionen gaben.

Eine weitere Auffälligkeit: Sogar für die tiefste Partnerstufe müssen Partner im neuen System jedes Jahr einen Umsatz von mindestens 1000 Euro allein mit Lancom-Produkten machen. "Würden wir das so durchziehen, müssten wir viele Partner aus dem Programm rausschmeissen", sagte Ohn. Natürlich sei das aber nicht die Absicht. Im Gegenteil, kein Partner soll aus dem Programm herausfallen, versprach Ohn, auch nicht, wenn er gar keinen Umsatz mit Lancom-Produkten macht. Aus diesem Grund führte Lancom eine weitere kleine Änderung ein.

Partner müssen Produkte nicht zwingend selber verkaufen

Neu müssen Partner die Lancom-Produkte nicht mehr zwingend selber verkaufen. "Viele Fachhändler – vor allem kleinere – verdienen heutzutage ihr Geld mit der Beratung und nicht mehr mit dem Verkauf", sagte Ohn. Denn im Preiskampf mit den Onlinehändlern könnten sie eh nicht mehr mithalten.

Diese Partner seien trotzdem interessant für Lancom, wenn sie aufgrund ihrer Beratung dafür sorgen, dass Lancom-Geräte verkauft werden. Diese beratenden Partner müssten die Geräte, für deren Verkauf sie verantwortlich waren, bei Lancom anmelden. Der Hersteller zähle diese dann und verbuche sie.

Rabatte würden diese Partner zwar nicht erhalten. Aber die bräuchten Sie auch nicht, wenn sie gar keine Produkte einkaufen. Aber sie würden den Support-Zugang erhalten. "Wir lassen diese Partner nicht im Regen stehen, bloss weil wir es nicht geschafft haben, dass die Margen im Markt bestehen bleiben", sagte Ohn.

Hochwertige Router, virtuelle Router und geschliffene Switches

Am Lanupdate zeigte das Unternehmen auch seine neuen Produkte. Darunter war etwa der vRouter, ein virtueller Router für den Betrieb in virtualisierten Umgebungen. Der vRouter eigne sich etwa als Public Spot Gateway in grösseren Szenarien.

Lancom bietet für interessierte Partner auch eine 30-Tage-Demo-Lizenz und eine kostenlose Variante mit nur einem VPN-Tunnel an. Diese sei zwar langsam, aber eigne sich gut für Machbarkeitsnachweise. Lancom werde das Produkt zu einem späteren Zeitpunkt voraussichtlich auch in der Cloud anbieten. Ein Datum dafür konnte Ohn jedoch nicht nennen.

Für Partner, denen auch die äusseren Werte wichtig sind, hatte Lancom auch noch etwas zu zeigen: die neuen Router der 1900er-Serie. Diese kommen in einem hochwertigen Vollmetall-Gehäuse daher, verfügen über eine LED-Leiste die zudem mit einer Plexiglas-Applikation abgedeckt ist. Die RGB-LEDs in der Leiste könne man später auch per Software ansteuern – und auch abstellen, sollte man sie nicht wünschen.

Zu den Neulingen der 1900er-Serie gehört etwa der 1906VA-4G. Der erste Dual-VDSL-Router der Welt, verspricht Ohn. Das Gerät eigne sich etwa als Load-Balancer für die parallele Nutzung mehrerer Internetzugänge.

Im Switch-Bereich versprach Ohn eine "massive Erweiterung des Portfolios". Das bestehende Angebot soll zum Vollsortiment ausgebaut werden. Die soll dem Software-Defined-Networking-Ansatz zugutekommen. Um das Segment anzukurbeln, lancierte Lancom Ende August die Promo-Kampagne "Der letzte Schliff". Diese läuft noch bis Ende Jahr.

Webcode
DPF8_70372

Kommentare

« Mehr