Interview zum Cloud-Jahr 2017

Stella Gatziu Grivas: "Ohne Cloud keine Digitalisierung"

Uhr | Aktualisiert

Die Redaktion blickt mit Stella Gatziu Grivas auf das Cloud-Jahr 2017 zurück. Die Leiterin des Kompetenzschwerpunkts Cloud Computing der FHNW äussert sich im Interview. Sie verrät, worauf CIOs besonders achten müssen, wenn sie eine Cloud-Strategie umsetzen.

Was waren die Highlights im Cloud-Jahr 2017?

Stella Gatziu Grivas: Meine persönlichen Highlights waren die Einführung unserer Maturitätsmodelle: das FHNW-Cloud-Maturitätsmodell und das FHNW-Unternehmens-IT-Maturitätsmodell sowie die Durchführung und der Abschluss der FHNW-CIO-Studie. Die persönlichen Interviews mit den 57 CIOs haben klar gezeigt, dass die Unternehmen in der Schweiz bereits in der Cloud sind oder sich darauf vorbereiten, Cloud zu nutzen.

Was bedeutet die Cloud für die interne IT in Unternehmen?

Die Rolle der IT im Unternehmen verändert sich rasant. Die interne IT als Service-Broker ist verantwortlich für die Verwaltung des Servicekatalogs. Als Businesspartner unterstützt und ermöglicht sie die digitale Transformation und Business-Innovation. Dazu braucht es Agilität und eine schnelle Bereitstellung der Services.

Ohne Cloud keine Digitalisierung. Einverstanden?

Ja. Die Resultate der CIO-Studie sind diesbezüglich sehr klar: 76 Prozent der Befragten gaben an, digitale Transformation sei ohne Cloud nicht erreichbar. Noch zentraler für eine erfolgreiche digitale Transformation ist aber nicht ob, sondern vor allem wie Cloud genutzt wird. Auch hier zeigte die Studie Erfreuliches: In vielen Unternehmen wird Cloud strategisch positioniert, um neue Businessmodelle zu generieren.

Worauf müssen CIOs besonders achten, wenn sie eine Cloud-Strategie umsetzen?

Die Herausforderung liegt mehr in der Definition der Cloud-Strategie als in deren Umsetzung. Das hat viele Gründe: Die Cloud-Strategie muss vom CIO und dem Business gemeinsam definiert werden und die strategischen Ziele sowohl des Business als auch der IT berücksichtigen. Ebenfalls ist es wichtig, Daten zu klassifizieren und den Servicekatalog zu überprüfen. Weiter gilt es, genau zu bestimmen, welche Services inhouse angeboten, welche ausgelagert und welche aus der Cloud bezogen werden. Ausserdem sollte man die Auswirkungen eines Cloud-Einsatzes auf die Organisation und auf Governance genau eruieren und entsprechende Anpassungen planen. Schliesslich empfiehlt es sich auch, den Einsatz von Plattform-as-a-Service-Angeboten in Erwägung zu ziehen, um das digitale Business – etwa die Einführung eines Chat-Bots – zu unterstützen.

Wie schätzen Sie den Schweizer Cloud-Markt generell ein?

Unsere FHNW-CIO-Studie 2017 hat klar gezeigt: Die Unternehmen suchen den Weg in die Cloud, brauchen dabei aber Unterstützung. Nicht nur bei der technischen Einführung, sondern auch bei der damit verbundenen Transformation des Unternehmens. Dort muss der Cloud-Markt den Unternehmen begegnen und Hand bieten.

Was plant die "Swiss Cloud Initiative" für 2018?

Die "Swiss Cloud Initiative" startete vor drei Jahren mit dem Ziel, Schweizer KMUs bei der Nutzung von Cloud als Enabler für die Digitalisierung zu unterstützen. Beteiligt sind der Kompetenzschwerpunkt Cloud Computing der FHNW, der Anbieterverband Swico mit Euro Cloud Swiss und das Informatiksteuerungsorgan des Bundes. Aktuell ist die Hauptaktivität die Einführung eines Schweizer Cloud-Labels, um das Vertrauen in Cloud-Services zu stärken.

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