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Roberto Cazzetta von Equinix über die EU-DSGVO

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Ab dem 25.Mai 2018 gilt’s ernst: die Datenschutzgrundverordnung der EU tritt in Kraft. Und mit ihr eine Fülle an neuen Pflichten und Anforderungen. Warum auch Schweizer Unternehmen sich darüber informieren sollten, erklärt Roberto Cazzetta, Marketing Director, Equinix Schweiz und Italien.

Roberto Cazzetta (Source: ralph dinkel photography & design)
Roberto Cazzetta (Source: ralph dinkel photography & design)

Warum ist es auch für Schweizer Unternehmen wichtig, sich über die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu informieren?

Roberto Cazzetta: Diese Grundverordnung kommt zwar von der EU, trotzdem sind wir betroffen. Sobald ein Schweizer Unternehmen Services oder Produkte Personen aus der EU anbietet, ist es bereits von der DSGVO betroffen. Auf der anderen Seite bedeutet dies, dass nur Schweizer Unternehmen von dieser Grundverordnung ausgeschlossen sind, wenn sie Produkte und Services an Personen anbieten, die nicht aus der EU sind. Unsere Welt wird immer globaler; die Schweiz und die Schweizer Unternehmen betreiben Business und sind in Geschäftsbereichen tätig, die weit über die Schweizer Grenzen hinaus reichen.

Wie gut sind Schweizer Unternehmen auf die DSGVO
vorbereitet?

Das ist schwierig zu beantworten und variiert sicher nach Branche, Zielkunden und Grösse des Unternehmens. Wir glauben, dass sich generell Schweizer Unternehmen gut auf die DSGVO vorbereiten; nicht nur aus gesetzlichen Gründen, sondern auch aufgrund der qualitätsbewussten Schweizer Unternehmenskultur.

Was raten Sie Schweizer Unternehmen, die sich bisher noch nicht mit der DSGVO beschäftigt haben?

Es gibt bereits sehr viele, gute Beiträge von Experten zu diesem Thema im Web. Zusätzlich ist sicher der Besuch eines entsprechenden Anlasses auch eine gute Idee. Wenn das Unternehmen unsicher ist, macht es Sinn, die Beratung eines Experten einzuholen: entweder durch die Firmen-interne Rechtsabteilung oder einen externen Fachmann.

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für Schweizer Unternehmen?

Die grösste Herausforderung ist wahrscheinlich, herauszufinden, wie weit beziehungsweise mit wie viel Aufwand - Ressourcen, Prozesse und Budget - versucht werden soll, DSGVO-konform zu sein.

Was geschieht mit Schweizer Unternehmen, die gegen die DSGVO verstossen?

Da gibt es klare Regeln, die genau beschreiben, was in diesem Falle passiert. Darum lohnt es sich, in der Vorbereitung auf die DSGVO beziehungsweise auf das Datum des Inkrafttretens am 25. Mai 2018 den Rat oder die Betreuung eines Experten zu suchen - intern oder extern.

Was muss der Channel besonders beachten?

Der Channel muss in diesem Zusammenhang beachten, mit welchen Kanälen gearbeitet wird und welche Personendaten sich in welchen Kanälen, Webseiten, Angeboten, Marketing-Aktionen, Cloud-Produkten befinden. Auch hier: Wo zieht das Channel-Unternehmen den Strich bzw. welche Schritte wird das Channel-Unternehmen gehen und dokumentieren, um ab dem 25. Mai DSGVO-konform zu sein.

Welche Prozesse sind am stärksten von der neuen Verordnung ­betroffen?

Unserer Meinung nach: Verkauf, Marketing, Data-Processing von Prospect- und Kunden-Daten (also auch Datenhaltung), online-/web-Marketing.

Webcode
DPF8_78363

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