Studie von Deloitte und BAK Economics

Digitale Innovation: Schweiz nur Mittelmass

Uhr | Aktualisiert

Deloitte und BAK Economics haben untersucht, wie es um die digitale Innovationsfähigkeit von 35 Ländern steht. Die Schweiz liegt im Ranking der Studie nicht ganz vorne, aber immerhin im Mittelfeld. Innovativ sind in der Schweiz vorwiegend die traditionellen Branchen wie Pharma, Chemie oder Maschinenindustrie.

(Source: bloomicon / Fotolia.com)
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Deloitte und das Wirtschaftsforschungsinstitut des Bundesamts für Kultur (BAK Economics) haben die "Digitale Innovationsfähigkeit" von 35 Ländern unter die Lupe genommen. Sie definieren diese als die Fähigkeit, digitale Technologien zu entwickeln, zu kommerzialisieren und anzuwenden, um damit den Wohlstand der Volkswirtschaft zu sichern.

Die Schweizer nutzen digitale Technologien zu wenig, schliesst die Studie. Unter digitale Technologien fallen sämtliche Technologien, mit denen man digitale Güter oder Daten erstellen, verarbeiten, übertragen und nutzen kann. Beispielsweise mobiles Internet, Internet der Dinge, Cloud Computing, der Ersatz von Papier durch digitale Dokumente und so weiter.

Die Schweiz befindet sich auf Platz 8 und schneidet somit nur mittelmässig ab. Die USA (Platz 1), Finnland, Island, Südkorea, Kanada und Schweden und Israel liegen vor der Schweiz.

Talente sind vorhanden

Für die Rangliste haben Deloitte und das BAK Economics untersucht, wieviele Talente einem Land zur Verfügung stehen, wie es um die unternehmerische Aktivität des Landes steht und wieviel Kapital ein Land in Innovation und Patente investiert. Beim ersten Punkt gehört die Schweiz zur Spitzengruppe, gut ausgebildete und talentierte Arbeitskräfte sind hier und kommen hierher. Verbessern könnte man noch die digitalen Kompetenzen der Arbeitnehmer. Die Studie schlägt zu diesem Zweck vor, technischen Fächern und der IT an Schulen mehr Gewicht zu geben.

Unternehmertum geniesst in der Schweiz kein hohes Ansehen

Bei der unternehmerischen Aktivität liegt die Schweiz genau im OECD-Durchschnitt. In der Schweiz seien Unternehmertum und Start-ups nicht besonders hoch angesehen. Sie würden in Studium und Ausbildung nicht als mögliche Karriereoptionen thematisiert, schreiben die Studienautoren. Die Gründungsrate sei entsprechend relativ gering, zudem existierten regulatorische Hürden im Insolvenz- und Gründungsprozess. So könne man zum Beispiel in den USA schon wenige Tage nach einer Insolvenz das nächste Unternehmen gründen, sagte Michael Grampp, einer der Studienautoren, gegenüber dem "Tages-Anzeiger".

Technologieverflechtung ist niedrig

In digitale Innovation und Patente Geld investieren, das macht die Schweiz und liegt bei der Anzahl der Patente pro Kopf auch in den Top 10, die einzelnen (patentierten) digitalen Technologien werden aber wenig in anderen Feldern eingesetzt, die sogenannte Technologieverflechtung ist schlecht. Abhilfe schaffen würde eine bessere Vernetzung von Bildung und Wirtschaft, so der Vorschlag der Studienautoren.

Innovationen schaffen in der Schweiz bisher vorwiegend "traditionelle" Branchen wie Pharma, Chemie oder Maschinenindustrie.

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