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Cloud-Markt: Welche Chancen sich dem Channel bieten

Uhr | Aktualisiert
von Philipp A. Ziegler

Heute verlagern immer mehr Unternehmen den Betrieb ihrer ICT-Infrastruktur und ihrer Anwendungen weg vom On-Premise-Ansatz hin zu externen Dienstleistern und Providern. Dieser Paradigmenwechsel oder Big Shift ist messbar geworden.

(Source: Maksim Kabakou / Fotolia.com)
(Source: Maksim Kabakou / Fotolia.com)

Während die Ausgaben für den klassischen Eigenbetrieb (Infrastruktur und Software) im laufenden Jahr um über 6 Prozent schrumpfen, legen die Spendings für externe Services auf der Basis unseres Frühjahrs-Updates um 14,7 Prozent zu. Ein grosser Teil der Ausgaben für die externen Dienste entfällt auf cloudbasierte Services: 40 Prozent davon werden 2018 für den Betrieb der Infrastruktur (Server, Storage, Netze) aus der Private Cloud und weitere 12 Prozent für Services aus der Public Cloud aufgewendet. Lediglich noch 48 Prozent des Betriebsbudgets verbleiben für den Eigenbetrieb und Managed Services.

Bei der Vorbereitung für meinen letzten Vortrag zum genannten Thema ging mir ein zugegeben provokanter Gedanke durch den Kopf: Führt die Sublimierung der traditionellen ICT das eigene Datacenter in die Obdachlosigkeit? Und mit Blick auf die klassischen Integratoren, Dienstleister: Welchen Impact hat diese Entwicklung auf die Anbieter-Community und im Speziellen auf den Channel? Wie viel vom angestammten, bisherigen durch den Channel besetzten, klassischen Markt (On Premise) bleibt längerfristig noch übrig?

Wandel zum Businesspartner

Unsere Analysen im Professional-Services-Markt zeigen, dass der Marktanteil der traditionellen Services im Sinken begriffen ist. Von den 2018 prognostizierten 3,6 Milliarden Franken Ausgaben für Professional Services gehen bereits 57 Prozent auf das Konto der Dienste rund um cloudbezogene Projekte. Und die Wachstumsraten für die kommenden drei Jahre liegen um die 20 Prozent jährlich.

Die Rechnung ist einfach: Für den Teil des klassischen Channels, der sich nicht bewegt, wird der Markt zusehends kleiner, die Spendings für ehemals attraktive Projekte im Bereich der traditionellen Infrastruktur sinken. Dieser spalterische Trend schafft eine zusehends wachsende Kluft der Ausgaben zwischen On-Premise-Betrieb und externer Cloud. Hier nur reflexartig auf den Mainstream "Cloud" aufzuspringen, kann sich zwar kurzfristig auszahlen und den notwendigen Raum für eine Neuorientierung schaffen. Eine Chance mit grossem Potenzial wird aber längerfristig nur der Weg und Wandel vom ICT-Lieferanten über den ICT-Partner hin zum Businesspartner sein.

Neue attraktive Chancen für den Channel

Der Cloud-Markt bietet für den smart aufgestellten Channel und Integrator grosses Potenzial. Die Cloud-Anbieter (IaaS, SaaS, PaaS) brauchen den Channel für den letzten Meter zum Kunden, zur Integration, den Bau der Cloud oder sogar Multi-Cloud und damit letztlich für ein rasches Erreichen der kritischen Masse im Markt. Und es warten neue, attraktive Chancen auf den Channel. Neue Themen mit immensem Wachstumspotenzial: Blockchain, künstliche Intelligenz, Analytics, Robotics und die ganze Welt der Digitalisierung. Allerdings genügt es nicht, hier den Radius nur ein wenig zu erweitern, hier gilt es, in eine neue Rolle zu schlüpfen, die Rolle des Businesspartners.

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