Mobile Security

Channelpartner müssen sich als Sicherheitsberater positionieren

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Das Smartphone ist vielen Bedrohungen ausgesetzt. Gleichzeitig ist das persönliche Handy im BYOD-Zeitalter längst auch zum Arbeitsgerät geworden. Wie der Channel die Kunden bei Mobile Security unterstützen kann, erklären Cornelia Lehle von G Data, Sonja Meindl von Check Point und Daniel Schmutz von Trend Micro.

Mit dem Smartphone ist das Büro portabel geworden. Eine hervorragende Idee. Bis man sein Smartphone mal im Zug verliert – und mit dem Gerät sämtliche Firmendaten, die darauf gespeichert wurden.

Damit Unternehmensgeheimnisse auch wirklich geheim bleiben, offerieren immer mehr Sicherheitsanbieter auch Lösungen für Mobile Security. Diese müssen Smartphones aber vor der Unachtsamkeit mancher Mitarbeiter schützen.

Die mobilen Gefahren sind real

Denn die Probleme sind mannigfaltig: Phishing-Websites mit infizierten Links oder auch gefälschte Applikationen im App-Store. Cyberkriminelle entwickeln ihre Methoden konstant und rasant weiter.

Mittlerweile sind auch Attacken auf der Netzwerkebene möglich. Hierbei wird das Gerät über ein offenes WLAN infiziert. "Die mobilen Gefahren sind längst Realität und müssen auch so behandelt werden", sagt Cornelia Lehle, Sales Director bei G Data Schweiz.

Allein im Jahr 2016 zählte der Sicherheitsanbieter nach eigenen Angaben 3,2 Millionen bösartige Apps für Android-Geräte. "Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung von fast 40 Prozent", sagt Lehle.

Auch am Wochenende bleibt das Smartphone in Betrieb, die Achtsamkeit sinkt jedoch.

Das grösste Problem ist aber wohl die Vertrautheit vieler Nutzer mit dem Gerät. Das Smartphone schlägt eine Brücke zwischen privatem und beruflichem Leben. Während der Woche nimmt man es mit ins Büro.

Aber: "Auch am Wochenende bleibt das Smartphone in Betrieb, die Achtsamkeit in Verbindung mit Firmeninformationen sinkt jedoch in dieser Zeit", sagt Daniel Schmutz, Regional Marketing Manager Alps (Schweiz und Österreich) bei Trend Micro. Aufgrund der vielen Informationen, die den Nutzer durch das Smartphone erreichen, werde er zu einem leichtsinnigen Klick auf etwas geradezu verleitet.

Neue Geschäftsmöglichkeiten für den Channel

Das Thema Mobile Security bietet viel Potenzial für die Partner und Reseller der Sicherheitsanbieter. Security für mobile Endgeräte stecke noch in den Kinderschuhen, sagt Sonja Meindl, Country Manager Alps bei Check Point. "Für den Channel bietet sich mit den entsprechenden Dienstleistungen die Möglichkeit, in ein völlig neues Gebiet der IT-Security vorzustossen."

Ich sehe den IT-Channel hier in der Verantwortung

Nicht nur das Lizenzgeschäft, vor allem auch das Dienstleistungssegment bietet viele Möglichkeiten. "Jedem ist klar, dass er die Fenster und Türen schliessen muss, wenn er seinen Arbeitsplatz verlässt, und dass er seine Geschäftspasswörter nicht unter seine Tastatur im Büro klebt", sagt Lehle von G Data.

Aber kaum einer wisse, dass ein öffentliches WLAN mit offenen Unternehmenstüren gleichzusetzen sei. Oder dass jeder Schritt, den er auf dem Smartphone tätige, nachverfolgt werden könnte. "Ich sehe den IT-Channel hier in der Verantwortung und auch in der Position, die Kunden zu unterstützen und zu sensibilisieren, um sich langfristig und nachhaltig als qualifizierter IT-Sicherheitsberater zu positionieren", sagt Lehle weiter.

Eine Übersicht über die Security-App-Landschaft

Das App-Angebot der verschiedenen Anbieter im Direktvergleich. Bitte im neuen Tab öffnen für die volle Auflösung. (Quelle: Netzmedien)

Für diesen Beitrag fragte die Redaktion auch bei Bitdefender, Eset, Malwarebytes, Intel Security, Sophos und Norton nach. Die Antworten aller teilnehmenden Unternehmen finden sich hier:

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MobSec17

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