ICT Security Expert

Schneider-Ammann lanciert Diplomausbildung zum Sicherheitsexperten

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Vertreter von Bund und Wirtschaft haben in Bern die Ausbildung zum Sicherheitsexperten mit eidgenössischem Diplom lanciert. Warum diese Ausbildung so wichtig ist, erklärten namhafte Referenten, darunter Bundesrat Johann Schneider-Amman.

Der Verband ICT-Berufsbildung Schweiz hat ein neues Berufsbild erschaffen: den ICT Security Expert mit eidgenössischem Diplom. Eine Ausbildung "ganz im Sinne der bundesrätlichen Stossrichtung", wie Bundesrat Johann Schneider-Ammann sagte.

Am 23. August wurde die neue Ausbildung im Berner Hotel Bellevue Palace offiziell lanciert. Der Bundesrat hielt die Eröffnungsrede und betonte darin die Bedeutung der Digitalisierung – "sie ist ohne Zweifel eines der ganz grossen Themen unserer Tage".

Sie sei aber auch "eine zu packende Chance" für die Schweizer Volkswirtschaft und für ihre Innovationskraft. "Wir sind Innovationsweltmeister", sagte Ammann, "und das wollen wir auch bleiben." Die neue Ausbildung zum ICT Security Expert könne helfen, dieses Ziel zu erreichen.

Digitalisierung soll keine Stellen elimineren

Für den Bundesrat erfüllt diese neue Ausbildung noch einen weiteren Zweck. Der Bundesrat will trotz der Digitalisierung die Vollbeschäftigung im Land auf Dauer sicherstellen. Neben neuen Berufsmöglichkeiten wie den ICT Security Expert brauche es dafür aber auch offene Märkte und Geister, sagte der Bundesrat.

Insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit war ihm ein Anliegen. So machte er etwa einen Vergleich zum "westlichen Nachbarn" - gemeint war Frankreich. Dort hätten offiziell 25 Prozent der Jugendlichen keine Arbeitsstelle. "Dorthin dürfen wir uns nicht bewegen. Nie und nimmer!"

Im Anschluss an den Anlass führte die Redaktion noch ein Interview mit Bundesrat Schneider-Ammann.

Mehr als nur technisches Fachwissen

Der ICT-Security-Experte müsse aber nicht nur technische Aufgaben übernehmen, sagte Thomas Holderegger, Security CTO & Head Access Management bei der UBS. Die Bank sei einer der Hauptpartner des Projekts und habe dem Verband in den vergangenen zwei Jahren geholfen, die Ausbildung zum Sicherheitsexperten aufzubauen - zusammen mit Microsoft, der Schweizerischen Post, Swisscom und dem Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE).

Thomas Holderegger, Security CTO & Head Access Management bei der UBS. (Source: Netzmedien)

Der ICT Security Expert sei auch ein Sicherheitsmanager. Er müsse Strategien ausarbeiten, umsetzen und in der Organisation verankern. Dafür müsse er zusätzlich zum technischen Wissen auch über Fachwissen verfügen, etwa über Programmmanagement, Projektleitung und Prozesssteuerung, sowie kompetent sein in der Risikobewältigung.

Nationalrat Grüter will Koordinationszentrum für IT-Sicherheit

Der ICT-Security-Experte ist aber nur der erste Schritt, die Schweiz besser zu schützen. Die Abschlussrede, bevor es zur Paneldiskussion ging, hielt SVP-Nationalrat und Verwaltungsratspräsident des Datacenter-Betreibers Green.ch Franz Grüter. Er plädierte für ein Schweizer Cyber-Lagezentrum – ein nationales Koordinationszentrum für Sicherheitsthemen.

"Uns fehlt heute der grosse, koordinierte Überblick", sagte Grüter der Redaktion im Gespräch. Das Land sei quasi blind auf beiden Augen. Im neuen Lagezentrum soll daher alles zusammenlaufen. Die untergeordneten Stellen, wie etwa Melani, Kobik, aber auch kantonale Polizei-Corps, seien weiterhin nötig. "Da wollen wir auch keine Kompetenzen vermischen". Einen entsprechenden Vorstoss wolle er im September einreichen.

Franz Grüter, SVP-Nationalrat und Präsident des Verwaltungsrats von Green.ch. (Source: Netzmedien)

Die höhere Fachprüfung zum ICT Security Expert soll erstmals im August 2018 stattfinden. Die ersten Vorbereitungskurse starten noch in diesem Monat. Das Diplom richtet sich gemäss dem Verband an Berufspraktiker, aber auch an Akademiker mit Erfahrung auf dem Gebiet IT-Sicherheit.

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