Was Kunden wollen

Wieso Emmi die IT-Security selber verwalten will

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Bei Emmi denken viele wohl zunächst an Milch oder kalten Kaffee. Doch um die Produkte in die Regale zu bringen, braucht es eine Menge IT. Wie die Zusammenarbeit zwischen Emmi und den IT-Partnern aussieht, erklärt CIO Ricardo Nebot im Interview.

Ricardo Nebot, CIO von Emmi. (Source: Emmi)
Ricardo Nebot, CIO von Emmi. (Source: Emmi)

Was beinhaltet Ihre tägliche Arbeit und wo kommen Sie mit IT-Dienstleistern in Berührung?

Ricardo Nebot: Meine tägliche Arbeit umfasst Betriebsthemen, Führungsthemen, Projektsteuerung sowie Architektur- und Kostenmanagement. Dabei entsteht ein Kreislauf aus Vergangenheit bereinigen, Gegenwart sicherstellen und Zukunft gestalten. Das ist manchmal mühsam und gleichzeitig auch abwechslungsreich und spannend. So lernt man nie aus. Kontakte zu IT-Dienstleistern habe ich auf allen Ebenen. Von der Infrastruktur über Applikationen, von Services bis Security, arbeiten wir mit zum Teil langjährigen Dienstleistungspartnern zusammen.

Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften, die Ihre IT-Dienstleister mitbringen müssen?

Wichtig ist mir ein umfassendes Branchenwissen, also eine klare Vorstellung davon, was eine Milchverarbeiterin an Lösungen benötigt. Dann wünsche ich mir eine übergreifende Lösungsarchitektur. Das heisst, dass jemand nicht nur das eigene Portfolio beherrschen, sondern mir auch das Zusammenspiel mit 3rd-party-Lösungen aufzeigen kann. Und wichtig ist nicht zuletzt, dass er eine Kosten-Ressourcen-Nutzen-Sensitivität besitzt. Denn in unserer Branche sind die Margen sehr dünn und die Kostenkontrolle ist sehr wichtig.

Wo kaufen Sie die Komponenten, die Sie benötigen? Direkt beim Hersteller oder bei einem Fachhändler?

Hardware und Software beziehen wir über von den Herstellern zertifizierte Reseller. Das gibt uns die Möglichkeit, Volumen zu bündeln.

Welche Bereiche Ihrer Unternehmens-IT haben Sie ausgelagert?

Wir haben den klassischen Rechenzentrenbetrieb ausgelagert. Damit haben wir unseren Betriebsaufwand reduziert, die Energiekosten gesenkt und die Sicherheit deutlich erhöht.

Welche Bereiche würden Sie hingegen nie auslagern?

Ich würde nie den Support und die Entwicklungsteams für unsere zahlreichen Kernapplikationen auslagern. Unsere Business Units und Fachabteilungen schätzen die professionelle und direkte Zusammenarbeit. So wie wir bei Emmi in unserem Kerngebiet der Milchverarbeitung die gesamte Wertschöpfungskette kontrollieren, kontrollieren wir in der IT die darunterliegenden Systemlösungen. Auch das Thema Security managen wir inhouse. Wo nötig, ziehen wir punktuell externe Fachexpertise dazu.

Was werden in der nächsten Zeit die grössten technischen Herausforderungen im Bereich IT für Sie sein?

Wie die meisten Unternehmen beschäftigt uns das Thema Cyber Security, denn die Einschläge und deren Qualität nehmen deutlich zu. Dann haben wir eine Emmi-spezifische Herausforderung, nämlich die Bereinigung der IT-Architektur und die schrittweise Abschaltung von Altsystemen nach der erfolgreichen Einführung von SAP. Und dann generiert die fortschreitende internationale Expansion unserer Unternehmensgruppe unterschiedliche technische Herausforderungen.

Wie können IT-Dienstleister Sie dabei unterstützen?

Dienstleister können uns dabei unterstützen, indem sie nicht nur in ihren Produkt- und Serviceportfolien denken und rechnen, sondern technische Entwicklungspfade für unser Unternehmen erarbeiten. Dazu ist es notwendig, die Geschäftsfelder seines Kunden zu verstehen und die Abhängigkeiten innerhalb der Branchen und die Gesetze des Marktes zu überblicken. Ich wünsche mir generell Dienstleister, die mutig eigene Vorschläge präsentieren und nicht für jedes neue Produkt im Vorfeld einen Workshop mit uns durchführen müssen, um dort selbst herauszuarbeiten, wie eine mögliche Lösung aussehen könnte.

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