Hürden, Mitarbeiter und Pläne

Ein Jahr Ensec: CEO Mike Schuler blickt zurück und nach vorne

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

In diesem Jahr hat der Zürcher IT-Security-Dienstleister Ensec sein einjähriges Jubiläum gefeiert mit gleich drei neuen Mitarbeitern im Team. CEO Mike Schuler blickt auf das erste Jahr der Firma zurück, schildert die Schwierigkeiten und sagt, wohin die weitere Reise geht.

Mike Schuler, CEO Ensec. (Source: Netzmedien)
Mike Schuler, CEO Ensec. (Source: Netzmedien)

Im März 2017 haben acht ehemalige Infotrust-Mitarbeiter den Zürcher IT-Dienstleister Ensec gegründet. Infotrust war zu diesem Zeitpunkt bereits in NTT Security aufgegangen. Sozusagen über Nacht wurde aus dem KMU mit 35 Mitarbeitern ein Konzern mit 200 000 Mitarbeitern. Das neue Hauptquartier in Japan gab fortan den Takt an. Aber Mike Schuler sah in dieser neuen Struktur keinen Platz für sich und seine Kameraden. Also gründete er seine eigene Firma: Ensec.

Heute blickt CEO Schuler auf ein gutes erstes Jahr für seine junge Firma zurück: "Dies haben wir insbesondere einer Handvoll Kunden zu verdanken, die früh bereit waren, das Risiko einzugehen und mit einem Start-up zusammenzuarbeiten." Denn der Schweizer IT-Security-Markt basiere recht stark auf Vertrauen. "Als neues Unternehmen im Markt muss man zunächst noch zeigen, dass man mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in drei oder fünf Jahren noch ein verlässlicher Partner sein wird."

 

Die nächsten Jahre bleiben schwierig

Der Handel sei im ersten Jahr zwar schleppend verlaufen. "Aber wenn man hervorragende Consultants hat, ist es bei der aktuellen Marktlage relativ einfach, ein paar Dienstleistungen zu verkaufen", sagt Schuler. Der CEO ist überzeugt, dass Ensec sogar noch mehr Dienstleistungen hätte verkaufen können, wenn mehr Personal dagewesen wäre oder seine Consultants mehr Zeit gehabt hätten. Das Jungunternehmen habe in seinem ersten Jahr durchaus von einem guten Markt und dem allgemeinen Fachkräftemangel profitiert. "Wir dürfen uns aber darauf nicht ausruhen und schon gar nicht dem Glauben verfallen, wir hätten es geschafft", sagt Schuler. "Die nächsten Jahre werden schwierig bleiben."

Schwierig war es zuweilen auch für das Team. "Ein Unternehmen aus dem Boden zu stampfen und am Leben zu halten, ist für uns alle etwas Neues", sagt Schuler. "Bei acht Personen, die oft alle am persönlichen Limit agierten, herrscht natürlich auch nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen. Aber im Team sprach man miteinander und suchte gemeinsam nach Lösungen." Nun sieht sich der CEO auf gutem Weg und ist überzeugt, dass das Team nun sogar noch enger zusammengeschweisst ist als zu Beginn.

 

Ensec baut das Team aus

Unterdessen ist das Team gewachsen. Aufgrund der guten Auslastung kam Anfang April Fabian Hartmann an Bord – gerade einmal ein Monat nach dem ersten Jahrestag des Unternehmens. Anfang August heuerten schon die nächsten Mitarbeiter bei Ensec an: Arnold Schenkel und Gian Escher. Diesen Dezember soll zudem eine weitere neue Mitarbeiterin beginnen und das Team künftig im Bereich Administration und Marketing unterstützen. Lesen Sie hier mehr zum Teamausbau bei Ensec.

Ensecs Bedarf an zusätzlichem Personal ist damit jedoch noch nicht gestillt. "Meine ganz persönliche Wunschgrösse für das Unternehmen liegt nach wie vor bei rund 30 Personen", sagt Schuler. Aktuell suche die Firma insbesondere nach weiteren IT-Security-Consultants. "Das tun aber auch noch ein oder zwei andere Firmen, und es wird zunehmend schwieriger, offene Stellen zu besetzen", sagt er. "Das Risiko ist leider gross, dass unser Wachstum aufgrund des Mangels an geeigneten und wechselwilligen Personen etwas gebremst werden wird."

Nun gelte es, die Entwicklungen im Markt genau zu beobachten, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und die Firma entsprechend weiterzuentwickeln. "Wichtig ist vor allem auch die Bereitschaft von uns allen, Veränderungen anzunehmen und die Chancen und Möglichkeiten darin zu erkennen", sagt Schuler. "Dann sind wir gerade als kleineres Schweizer Unternehmen gut aufgestellt, um auch im zukünftigen, veränderten Markt bestehen zu können."

 

Dennoch will der CEO an seiner ursprünglichen Strategie festhalten. "Wir wollen über die nächsten Jahre weiter wachsen, wobei das Wachstum klar aus dem operativen Geschäft finanziert werden muss", sagt er. Die nächsten Jahre will das Unternehmen das Geschäft gleichmässiger auf die drei Standbeine verteilen: IT Security, Governance, Risk und Compliance (GRC) und Managed Security Services (MSS). "Hierzu müssen wir insbesondere in den Aufbau der GRC-Abteilung und der Entwicklung des MSS-Angebotes investieren", sagt Schuler.

 

Verlagerung auf drei Standbeine

Im MSS-Bereich konnten vor Kurzem die ersten Kunden begrüsst werden. Aber auch das GRC stehe nach wie vor – obwohl es nun von einem auf zwei Consultants angewachsen sei – auf wackligen Beinen. "Das ist natürlich noch immer ein zartes Pflänzchen, und es braucht viel Energie, um dieses zu einem stabilen Standbein entwickeln zu können", so Schuler. Die Auftragslage im ersten Jahr stimme ihn jedoch optimistisch für die Zukunft: "Ich sehe in GRC einen wachsenden Markt und schätze unsere Chancen gut ein, GRC in ein paar Jahren zu einem wichtigen Standbein für Ensec werden zu lassen."

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