Nachgefragt: Roger Semprini, Managing Director Switzerland, Equinix

Interconnection als neues Internet für Business

Uhr | Aktualisiert

Rechenzentrumsdienstleister und Interconnection-Anbieter Equinix prophezeit für die nächsten Jahre immenses Wachstum für Interconnection-Verbindungen. Im Interview sagt Roger Semprini, Managing Director Switzerland bei Equinix, was dies für Unternehmen bedeutet.

Roger Semprini, Managing Director Switzerland bei Equinix (Source: zVg)
Roger Semprini, Managing Director Switzerland bei Equinix (Source: zVg)

Der zweite "Global Interconnection Index" von Equinix sagt für die nächsten Jahre ein weltweites Wachstum der Interconnection-Bandbreite von 48 Prozent voraus – und ein zehnfaches Datenvolumen im Vergleich zum öffentlichen ­Internet. In welchem Verhältnis stehen die Datenvolumen denn heute?

Roger Semprini: Der Index misst die Datenübertragungsrate direkter Verbindungen in Tbit/s. Zudem analysiert er diese Datenübertragungsrate in verschiedenen Branchen wie Telekommunikation, Cloud- und IT-Services, Banken und Versicherungen, Wertpapierhandel sowie in weiteren acht Branchen. Zusammenfassend sagt der Index, dass im Jahr 2018 die Datenübertragungsrate weltweit bei 2481 Tbit/s liegen werde. Heute ist das Interconnection-Datenvolumen ungefähr fünf Mal grösser als das des öffentlichen Internets, und bis 2021 wird das Datenvolumen auf das Zehnfache ansteigen.

Wie genau unterscheiden sich Interconnection-Lösungen von gewöhnlichen Internetlösungen, wenn es darum geht, ein Unternehmen zu digitalisieren?

Durch die Digitalisierung entsteht ein riesiges Datenvolumen, das von Jahr zu Jahr immer grösser wird. Diese Daten, die aus der Digitalisierung entstehen, sind eine wirtschaftliche Grundlage für alle Unternehmen; sie arbeiten mit diesen Daten, verschieben sie, leiten sie weiter und analysieren sie dezentral wie auch zentral. Interconnection stellt dabei einen viel besseren Übertragungsmechanismus als das herkömmliche Internet dar: schneller, sicherer und zuverlässiger.

Interconnection soll dabei helfen, Cyberbedrohungen des ­gewöhnlichen Internets einfach zu umgehen. Welche neuen Herausforderungen bei der Cybersecurity tun sich für Interconnection auf?

Vor dem Hintergrund der Digitalisierung sorgt das Zusammenspiel von Makro-, Technologie- und Regulierungstrends für ein noch nie dagewesenes Mass an Komplexität und Risiko. Dies führt zu der für die digitale Transformation notwendigen Entwicklung hin zu einer sicheren und konformen, flexiblen sowie globalen Businessplattform. Durch das digitale Business entstehen vermehrt sicherheitsrelevante Schwachstellen – insbesondere dann, wenn Daten über viele verschiedene Quellen und Nutzer bereitgestellt werden. Um die Risiken in Zusammenhang mit Cybersecurity zu minimieren, ist es erforderlich, Sicherheitskontrollen direkt an den Unternehmensstandorten bereitzustellen und zu vernetzen. Wir glauben, dass man die Cybersecurity mit Interconnection besser "im Griff" hat.

Vorteile für grosse Unternehmen scheinen auf der Hand zu liegen. Gibt es Bedenken oder Nachteile für KMUs in einer Zukunft voller Interconnection?

Die Preise sind auch für KMUs sehr vorteilhaft, die technischen Möglichkeiten sind genau die gleichen – für grosse Unternehmen wie auch für KMUs. Die Welt der Interconnection ist für alle Unternehmen verfügbar, mit allen Vorteilen und mit den genau gleichen Kostenstrukturen.

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