Studie zur Internutzung

Cybercrime: Schweizer nehmen die Risiken nicht ernst

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Eine neue Studie des Bundesamts für Statistik hat die Internetnutzung in der Schweiz analysiert. Dabei sind die Schweizer nicht nur häufiger online, sondern auch immer häufiger Opfer von Cyberkriminalität. Im europäischen Vergleich zählt die Schweiz sogar zur Spitze.

(Source: Feng Yu / Fotolia.com)
(Source: Feng Yu / Fotolia.com)

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat eine Studie zur Internetnutzung in der Schweiz veröffentlicht. Analysiert wurden die Sicherheitsprobleme für die Internetnutzer im Jahr 2019.

Im vergangenen Jahr nutzten laut der Studie 93 Prozent der Schweizer das Internet. Bei den Personen unter 55 Jahren waren es nahezu alle. Damit stieg der Anteil der Internetnutzer im Vergleich zu 2017 um weitere 3 Prozent. Zudem verlängerte sich die Nutzungsdauer: Zwei Drittel der Bevölkerung sind mehr als fünf Stunden pro Woche online.

Spitzenreiter beim Cybermobbing

Die Studie teilt die Sicherheitsprobleme im Netz in sechs Kategorien ein. Dabei ist die Schweiz von allen Problemen deutlich stärker betroffen als der europäische Durchschnitt.

Einer der Gründe dafür ist, dass die Wahrscheinlichkeit von einem Sicherheitsproblem betroffen zu sein, mit der Nutzungshäufigkeit und -dauer steigt.

Überdurchschnittlich betroffen ist die Schweiz beim Hack von E-Mail- und Social-Media-Konten. 6 Prozent der Internetnutzer waren hierzulande 2019 davon betroffen. Zum Vergleich: Der Durchschnitt der EU-Mitgliedsstaaten liegt nur bei 2 Prozent.

Beim Thema Cybermobbing waren 4 Prozent der Schweizer betroffen, in der EU nur 1 Prozent der Internetnutzer. Dabei ist die Schweizer Bevölkerung weniger aktiv in den sozialen Netzwerken als die europäischen Nachbarn. Warum die Schweiz auch beim Identitätsdiebstahl (3 Prozent) stärker betroffen ist, kann die Studie nicht erklären.

(Source: Bundesamt für Statistik)

75 Prozent der Schweizer kauften im vergangenen Jahr online ein, damit gehört die Schweiz zur europäischen Spitze. Auf dem ersten Platz liegt das Vereinigte Königreich mit einem Anteil von 80 Prozent der Bevölkerung bei Online-Einkäufen.

Die Korrelation zwischen häufiger Nutzung und Missbrauch findet sich ebenfalls beim Thema Kreditkartenbetrug wieder. 4 Prozent der Schweizer Internetnutzer waren 2019 Opfer von Kreditkartenbetrug.

Als Schutzmassnahmen empfiehlt die Studie die Nutzung von Sicherheitssoftware und das Erstellen von Back-ups auf einem externen Gerät.

Bei der Nutzung von Sicherheitssoftware stellt die Studie allerdings einen Rückgang in allen Altersklassen fest. Seit 2014 sank der Anteil der Nutzer von 73 Prozent auf 65 Prozent im Jahr 2019.

Die Studie des BFS kommt zu dem Schluss, dass die Schweizer Bevölkerung sich nicht vollständig über die Risiken im Internet im Klaren ist. Mit der Auslagerung von immer mehr Tätigkeiten ins Internet steigt auch die Zahl der persönlichen und finanziellen Daten, und somit auch das Risiko eines Missbrauchs.

Um die Cybersicherheit der Schweiz ging es auch bei den Swiss Cyber Security Days 2020. Lesen Sie im Eventbericht, welche Lücken es noch zu schliessen gibt.

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DPF8_176450

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