Studie der Hochschule Luzern

Schweizer KMUs humpeln den Hackern hinterher

Uhr | Aktualisiert

KMUs befinden sich vermehrt im Visier von Cyberkriminellen. Die betroffenen Firmen sind nicht genügend auf Attacken aus dem Netz vorbereitet, sagt eine Studie der Hochschule Luzern. Die Autoren empfehlen Weiterbildungen und Investitionen in die Informationssicherheit.

(Source: lassedesignen / Fotolia.com)
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Cyberkriminelle nehmen vermehrt auch Schweizer KMUs ins Visier. Darauf sind die betroffenen Unternehmen nicht genügend vorbereitet, sagt eine Studie der Hochschule Luzern (HSLU). 40 Prozent der befragten Firmen gaben an, sie seien kürzlich von digitalen Attacken wie Malware oder Phishing-Mails heimgesucht worden, heisst es in einer Mitteilung der HSLU.

Trotz der konkreten Gefahr könnten die Firmen nicht angemessen auf die Angriffe reagieren. "In vielen KMU fehlt es an Wissen zum Umgang mit dem Thema Informationssicherheit", schreibt Studien-Hauptautor Oliver Hirschi. Deshalb empfiehlt die Studie, stärker in die Cyber-Security zu investieren. Ausserdem sollten KMUs ihre Mitarbeiter in diesem Bereich besser weiterbilden.

Angriffsfläche Cloud

Die Autoren rügen, dass fast zwei Drittel der Unternehmen ihren Mitarbeitern erlauben, geschäftliche E-Mails auf privaten Geräten zu bearbeiten. Bei einem Drittel der Befragten seien die IT-Anwendungen für alle Mitarbeiter zugänglich. Das erhöhe die Angriffsfläche. Beinahe 60 Prozent der KMUs nutzten Cloud-Anwendungen. Die Cloud sei ebenfalls ein Sicherheitsrisiko, heisst es in der Mitteilung.

Weniger als 50 Prozent der befragten Unternehmen prüften ihre Sicherheitsmassnahmen in regelmässigen Abständen. Leitfäden kämen nur spärlich zum Einsatz. Auch Schulungen fänden zu wenige statt. Immerhin nutzten alle KMUs technische Vorkehrungen wie Virenscanner und Firewalls.

Im Rahmen der Studie wurden 230 KMUs aus den Bereichen Dienstleistung, Beratung, Gewerbe oder Gesundheitswesen befragt. Zwei Drittel der Firmen haben ihren Sitz in der Deutschschweiz. Die Untersuchung fand im vierten Quartal 2016 statt. Die HSLU kooperierte bei den Nachforschungen mit dem KMU-Verband, dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), der Schweizer Kader-Organisation (SKO) und Economiesuisse.

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DPF8_68211

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