Marktbericht

Markt für Cloud-Infrastruktur stockt

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Der globale Markt für Cloud-Infrastruktur ist 2016 nicht so stark gewachsen wie in den Vorjahren. So rutschte das ­Umsatzwachstum 2016 in den einstelligen Prozentbereich. Laut den Analysten von IDC soll der Markt im laufenden Jahr aber bereits wieder stärker zulegen.

Quelle: Fotolia
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Der weltweite Markt für Cloud-Infrastruktur hat ein solides Jahr hinter sich. 2016 wuchs der Umsatz um 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie Marktforscher IDC mitteilt. In der Zeitspanne setzten die Anbieter mit Servern, Ethernet Switches und Enterprise-Storage-Lösungen insgesamt 32,6 Milliarden US-Dollar um.

Im Vergleich zu den Vorjahren wirkt das Ergebnis dennoch schwach. 2014 und 2015 etwa lag das Wachstum gegenüber dem jeweiligen Vorjahr deutlich im zweistelligen Prozentbereich. 2016 dämpfte jedoch ein schwaches Abschlussquartal das Umsatzwachstum. So legte der Markt im vierten Quartal 2016 nur um 7,3 Prozent zu.

Schweizer Unternehmen wollen alle in die Cloud

Der westeuropäische Markt – hierzu zählt IDC auch die Schweiz – entwickelte sich sogar noch etwas besser als der globale Durchschnitt. Gemäss den Analysten von IDC wuchs der Umsatz in der Region um 15,6 Prozent gegenüber dem Vergleichsquartal im Vorjahr.

Jim Fanning, Country Manager Switzerland und Central & Eastern Europe bei Amazon Web Services, schätzt die Lage in der Schweiz ebenfalls positiv ein. «Ähnlich wie in anderen Märkten verlagern auch unsere Kunden in der Schweiz kritische Workloads mehr und mehr in die Cloud», sagt Fanning auf Anfrage. Dabei sei es egal, ob es sich um einen Finanzdienstleister, Medienkonzern, Pharma- oder Fertigungsunternehmen handle. «Alle migrieren immer mehr Prozesse in die Cloud.» So gehörten in der Schweiz etwa bereits IATA, Novartis, Scott Sports, Swiss­topo sowie das Start-up Blinq zu den Kunden von AWS.

Dell und HPE streiten sich um Marktführung

Auf dem globalen Markt lieferten sich 2016 vor allem zwei Unternehmen ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Dell und Hewlett Packard Enterprise (HPE). Beide erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen vergleichbaren Umsatz. Am Ende hatte jedoch Dell die Nase vorn. Der Hersteller setzte 5,75 Milliarden Dollar um und erreichte einen Marktanteil von 17,6 Prozent. HPE lag knapp dahinter mit einem Anteil von 16,3 Prozent und einem Jahresumsatz von 5,31 Milliarden Dollar.

Die Marktanteile der beiden grössten Unternehmen in dem Markt änderten sich im Vergleich zum Vorjahr um weniger als einen halben Prozentpunkt. Der Drittplatzierte, Cisco, konnte daher leicht aufholen. Der Hersteller steigerte seinen Marktanteil um fast 2 Prozentpunkte auf 11,6 Prozent und setzte im vergangenen Jahr 3,78 Milliarden Dollar um. Keiner der anderen Hersteller erreichte 2016 einen Marktanteil von 4 Prozent.

Eine Flaute – aber nur eine kurze

Der Dämpfer im Markt für Cloud-Infrastruktur soll nur von kurzer Dauer sein. Noch in diesem Jahr soll der Markt wieder zum zweistelligen Wachstum zurückkehren. Davon gehen zumindest die Analysten von IDC aus.

Die Ausgaben für Cloud-Infrastruktur sollen 2017 demnach auf etwa 41,7 Milliarden Dollar anwachsen. Insbesondere das Geschäft mit Ethernet Switches solle sich im laufenden Jahr lohnen. So rechnet IDC mit einem Anstieg von 21,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Ausgaben für Server würden derweil um 17,9 Prozent zulegen.

Das Wachstum im Bereich Storage-Lösung verlangsame sich jedoch auf ein Plus von 10,7 Prozent, schreibt IDC. Das schwächere Geschäft führt der Marktforscher auf serverbasiertes sowie auf Software-defined Storage zurück. Beide würden sich am Markt zunehmend durchsetzen.

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