Storage Day 2017 in Bern

Fujitsu zeigt Neues aus der Storage-Welt

Uhr | Aktualisiert

Fujitsu hat im Stade de Suisse in Bern sein Angebot an Speicherlösungen vorgestellt. Am diesjährigen Storage Day diskutierten die Teilnehmer über All-Flash-und Hybrid-Systeme sowie Software-defined Storage. Als Ehrengast sprach Stéphane Chapuisat über den Nutzen von Daten im Profisport.

Zum siebten Mal veranstaltet Fujitsu in Deutschland, Österreich und der Schweiz seine "Storage Days"-Roadshow. Der japanische Technologiekonzern präsentiert an der Event-Reihe sein Portfolio an Storage-Lösungen und bietet Kunden und Partnern Einblick in aktuelle Trends rund um das Thema Storage.

Das Team von Fujitsu machte auch im Stade de Suisse in Bern halt. Vor rund 70 Besuchern sprachen die Referenten über Themen wie Hybrid- und All-Flash-Arrays sowie Software-defined Storage.

Von der Infrastruktur zu den Applikationen

Die Vortragsreihe eröffnete Stefan Roth, zuständig für Fujitsus Storage-Geschäft in Zentraleuropa. Er zeigte auf, wie die digitale Transformation die Storage-Welt verändert.

In der Vergangenheit habe die Infrastruktur im Vordergrund gestanden. Hersteller hätten Speicherlösungen vor allem auf Leistung getrimmt, sagte Roth. Heute liege der Fokus auf den Applikationen. Aktuelle Speichersysteme müssten immer mehr Daten verarbeiten. Die zentrale Frage laute, wie grosse Mengen an Daten möglichst schnell vom Speicher zu den Anwendungen gelangen.

Hersteller könnten diese Probleme nicht lösen, indem sie nur die Kapazität von Speichersystemen steigern. Anwender müssten heute in der Lage sein, das Fassungsvermögen ihres Datenspeichers nach Bedarf zu skalieren, sagte Roth weiter.

Softwaredefinierter Storage für mehr Skalierbarkeit

Eine weitere Herausforderung stelle die effiziente Steuerung der wachsenden Datenströme dar. Eine ideale Lösung sollte den Speicherplatz möglichst effizient und automatisch mit Applikationen wie virtuellen Maschinen verbinden. Mit Software-defined Storage (SDS) will Fujitsu einen Lösungsansatz für die genannten Probleme bieten. Kunden könnten mit SDS ihre Speicherkapazität bei unerwartetem Zuwachs an unstrukturierten Daten schnell vergrössern.

Gemäss René Hübel, Senior Product Marketing Manager bei Fujitsu, liegen die Vorteile von SDS darin, dass Anwender ihren Storage höher skalieren, effizienter ausnutzen und auf diese Weise Kosten sparen können. Das SDS-Angebot von Fujitsu basiert auf der Open-Source-Plattform Ceph von Red Hat. Den Kundensupport leistet Fujitsu.

Die Software wird beim softwaredefinierten Storage von der Hardware entkoppelt. Das bedeutet allerdings nicht, dass Hardware obsolet wird. Die Daten müssen nach wie vor gespeichert werden. Etwa auf Flash. Die vermehrte Nutzung von Flash in Speichersystemen führt inzwischen dazu, dass der Performance-Flaschenhals nicht mehr im Storage- sondern im Netzwerkbereich liegt, wie Roth erklärte.

Die Festplatte ist tot, lang lebe die Festplatte

Michael Marticke, Principal Business Developer Storage bei Fujitsu, sprach über die künftige Entwicklung von Speichersystemen. Laut Marticke ist die rotierende Festplatte tot. An die Stelle der Hard Disk Drives (HDD) träten Solid State Drives (SSD) respektive Flash-Speicher. Flash habe im Gegensatz zu HDD zwar ein Schreiblimit. Dieses werde aber kaum je erreicht, sagte Marticke.

Mit der zweiten Generation von Flash sei das Speichermedium kein Nischenprodukt mehr, betonte Martickes Kollege Roth. Er zeigte sich überzeugt, dass die Preise für NAND SSD weiter fallen und Flash deshalb zum neuen Standard auf dem Markt wird.

Den nächsten Innovationsschub erwartet Roth mit NRAM. Unter diesem Namen entwickelte die Firma Nantero eine Speichertechnik, die nicht mehr auf Transistoren basiert, sondern auf Nanoröhren aus Kohlenstoff. Gemäss Roth verbraucht NRAM nur ein Hundertstel der Energie von 3D NAND bei gleicher Kapazität. Fujitsu will der erste Anbieter sein, der mit NRAM in den Markt drängt, wie Roth sagte.

Neue Features für Eternus DX und AF

Marticke sprach auch über die aktuellen Neuerungen der Speicherreihen DX und AF. Diese bieten eine sogenannte transparente Failover-Funktion für iSCSI-Umgebungen. Bis anhin war ein transparentes Failover, also der reibungslose Wechsel zwischen Netzwerkdiensten innerhalb der Unternehmens-IT im Falle eines einseitigen Ausfalls, nur bei Glasfasernetzwerken möglich, so Marticke.

Ebenfalls neu seien die selektive Deduplizierung und Komprimierung. Kunden könnten pro Applikation entscheiden, ob sie Daten deduplizieren und komprimieren möchten oder nicht, sagte Manuel Namuth, Technical Partner Manager bei Fujutsu. Deduplizierung und Komprimierung reduzieren das benötigte Datenvolumen. Die Funktionen würden jedoch die Performance beeinträchtigen, vor allem beim Lesen von Daten. Aus diesem Grund will Fujitsu mehr Flexibilität für die Verfahren zur Datenreduktion anbieten, erklärte Namuth.

Die Eternus All-Flash-Serie (AF) gehört zur gleichen Produktefamilie wie die Hybrid-Maschinen der DX-Serie. Die Systeme lassen sich zu einem Cluster kombinieren, wie Marticke betont.

Big Data hält Einzug im professionellen Fussball

Den Tag beschloss der ehemalige Fussball-Nationalspieler Stéphane Chapuisat, heute Chef-Scout und Stürmertrainer beim BSC Young Boys. Er zeigte auf, wie er seine Spieler und deren Leistung mit Tracking-Systemen analysiert. Seine Schützlinge tragen unter ihren Trikots Sensoren, die sie scherzhaft "GPS-BHs" nennen. Diese erfassen Daten wie Laufgeschwindigkeiten, -distanzen und Herzfrequenzen. Die Daten werden anschliessend grafisch und tabellarisch aufbereitet.

Die Ergebnisse solcher Auswertungen könnten etwa für Konditionstrainer interessant sein. Wichtig sind sie vor allem bei Niederlagen, wie Chapuisat anmerkte. Dann könnten die Datenanalysen Schwachstellen offenbaren. Daten sind aber nicht alles bei den Young Boys. Denn wenn das eigene Team gewinne, seien die Daten eher Nebensache, merkte der Chef-Scout an.

Chapuisat selbst sei froh, dass er solche Sensoren während seiner Zeit als Profifussballer nicht tragen musste. Denn er sei nicht immer der engagierteste Läufer gewesen.

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