Marktbericht

Lösungen kurbeln den Markt für Netzwerkkameras an

Uhr | Aktualisiert

Das Geschäft mit der Videoüberwachung zieht an. Mit IP-Kameras machten Reseller hierzulande über 25 Prozent mehr Umsatz als noch im Vorjahr. Neue Einsatzgebiete eröffnen dem Channel derweil weitere Marktchancen. Etwa mit Video Analytics oder Überwachung-"as-a-Service".

(Source: Aleksandr Bedrin / Fotolia.com)
(Source: Aleksandr Bedrin / Fotolia.com)

Videoüberwachung boomt. Dank des Fortschritts auf dem Gebiet der Netzwerktechnik. IP-Kameras bringen gegenüber analogen Überwachungsanlagen nicht nur Vorteile für die Anwender. Sie bieten Channelpartnern die Chance, mit Lösungen und Services ein gutes Geschäft zu machen. Fachhändler nutzten diese Gelegenheit. Im zweiten Quartal erzielten Reseller im Schweizer Markt für IP-Kameras einen Umsatz von knapp 2,3 Millionen Franken. Die Erlöse stiegen um über 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dies zeigen Zahlen des Marktforschers Context.

Reseller-Umsätze (in CHF) im Schweizer Markt für IP-Kameras. (Source: Context)

Axis hat in der Schweiz die Nase vorn

Am meisten Umsatz brachten hierzulande Netzwerkkameras von Axis Communications ein. Mit den Geräten des schwedischen Herstellers erwirtschafteten Reseller im zweiten Quartal 2017 über eine Million Franken. Dies sind über 35 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie aus den Ergebnissen von Context hervorgeht.

An zweiter Stelle folgten die Erlöse mit IP-Kameras von Netgear. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Reseller-Umsätze mit Netgear-Produkten um über 160 Prozent auf knapp 480 000 Franken.

Netgear setzt aufs Smarthome, Axis auf Lösungen

"Der Markt für IP-Kameras ist hart umkämpft", erklärt Turan Ercin, Country Manager Schweiz von Netgear. Der kalifornische Hersteller vermarktet seine Netzwerkkameras als Smarthome-Produkte. Die sollen leicht zu bedienen sein und insbesondere Privatkunden, aber auch KMUs ansprechen. "Wir bieten unsere IP-Kameras zu Preisen an, die für KMUs interessant sind", sagt Ercin.

Für Axis liegt der Fokus ausser auf Hardware auch auf umfassenden Lösungen, wie Tanja Hilpert, Sales Director Middle Europe bei Axis Communications, erklärt: "Wir bieten etwa End-to-End-Lösungen für KMUs und dedizierte Lösungen für Enterprise-Kunden". Axis arbeite eng mit seinen Vertriebspartnern zusammen. "Dass wir hierzulande wachsen, verdanken wir auch unseren Distributoren und Resellern in der Schweiz", sagt Hilpert.

Marktanalysen und Managed Videoservices

IP-Kameras dienen längst nicht nur der Überwachung. Sie kommen auch für Marktanalysen zum Einsatz, wie Sandro Heusler, Product Manager Professional Video Security bei Alltron, anmerkt. Im Retail-Sektor liesse sich mit IP-Kameras und entsprechender Software das Konsumverhalten von Kunden oder die Platzierung von Produkten analysieren. "Das bietet Chancen für Reseller und Integratoren, die Geschäftskunden im Detailhandel betreuen", sagt Heusler.

Dies bestätigt Christian Siegrist, Produktmanager und Teamleiter der Fachstelle Video bei Securiton. Der Anbieter von Sicherheitssystemen geht davon aus, dass IP-Kameras zunehmend als Bestandteile von Business-Intelligence-Lösungen und als Marketinginstrumente dienen. Securiton verkauft IP-Kameras auch als Teil eines cloudbasierten Komplettpakets. Mit Videoüberwachung als Service könnten Nutzer ihre Aufnahmen auf jeglichen Endgeräten abspielen. Der Anbieter garantiert die Sicherheit der Daten, übernimmt die Netzwerkkonfiguration und kümmert sich um die Wartung der Server. "Videoüberwachung ist ein Lösungsgeschäft", sagte Daniel Steiner von Also Schweiz in der vorjährigen November-Ausgabe des "IT-Markt".

Mit Video Analytics und Business Intelligence eröffnen sich weitere Chancen im Markt für IP-Kameras. Denn die Einsatzfelder wachsen nicht nur, sie werden komplexer. Und der Bedarf an Beratung steigt.

Webcode
DPF8_66420

Kommentare

« Mehr