Schweizer Kino übernimmt Vorreiterrolle

Samsung schickt Kinoprojektoren in den Ruhestand

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

In Zürich steht bald das erste Kino Europas, das keine Projektoren einsetzt, sondern LED-Bildschirme. Samsung installierte das Gerät im Kino Arena Sihlcity.

(v.l.) Willem Kim und Daniel Périsset von Samsung Schweiz, Edi Stöckli, Arena Cinemas, sowie Andy Bohli und Marius Deflorin von Imaculix. (Source: Samsung)
(v.l.) Willem Kim und Daniel Périsset von Samsung Schweiz, Edi Stöckli, Arena Cinemas, sowie Andy Bohli und Marius Deflorin von Imaculix. (Source: Samsung)

Der koreanische Technologiekonzern Samsung hat die Projektoren im Kino Arena Sihlcity in Zürich in den Ruhestand geschickt. Mit hochauflösenden LED-Installationen anstelle analoger Kinoleinwände folge nun der nächste Digitalisierungsschritt innerhalb der Branche, wie das Unternehmen mitteilt.

Der Hersteller installierte laut Mitteilung einen 10,24 x 5,4 Meter grossen Bildschirm in dem Kino des Unternehmers Edi Stöckli. Ab Anfang 2018 sollen auch die übrigen Arena Cinemas von Stöckli folgen. "Wir freuen uns bereits auf den Einsatz der Screens in weiteren Kinosälen im nächsten Jahr", sagt Daniel Périsset, Head of Samsung Business, Samsung Electronics Schweiz.

Das Kino nehme damit eine Vorreiterrolle ein, heisst es in der Mitteilung. Es sei das erste Kino Europas, dass auf diese Technologie setze. Wie der Hersteller an der Mobilepro-Hausmesse im Oktober sagte, gebe es derzeit weltweit nur zwei Kinos, die LED-Screens verwenden: Eins in Korea und eins in Thailand.

Die 8,8 Millionen LEDs des Bildschirms stellen Filme in 4k dar - also mit 4096 x 2160 Pixeln. So unterstütze der Bildschirm laut Mitteilung beide üblichen Kinoformate: Flat und Scope. Also Auflösungen von 1,85:1 beziehungsweise 2,39:1.

Mehr Leuchtkraft, weniger Strom

Im Gegensatz zu herkömmlichen Laserprojektoren biete der LED-Bildschirm eine zehnfach stärkere Leuchtkraft. Dank dem hohen Kontrastumfang sei der Bildschirm auch für HDR-Aufnahmen geeignet. In dunklen Kinosälen ohne Reflexionen entstehe zudem aufgrund der fugenlosen Verarbeitung der Eindruck einer soliden schwarzen Wand.

Im Lotte Cinema World Tower in Südkorea installierte Samsung nach eigenen Angaben den ersten LED-Kinobildschirm. (Source: Samsung)

Der durchschnittliche Stromverbrauch sei aber geringer als der eines herkömmlichen Projektors. Zudem sei das Gerät auch für den 24/7-Einsatz ausgelegt. Um den Anschluss von externen Zuspielern zu ermöglichen, etwa für Werbeinhalte, verfüge der Bildschirm über Schnittstellen, die aus dem Professional-Screen-Bereich bekannt seien. Das Cingerine-Digital-Signage-System von Imaculix sorge dafür, dass die Inhalte auf den Bildschirm gelangen.

Da Kinos nun nicht mehr auf den Lichtweg vom Projektor zur Leinwand Rücksicht nehmen müssten, würden sich nun andere Möglichkeiten der Raumgestaltung bieten. "Wir entfernen die komplette Einrichtung, realisieren ein neuartiges Seating-Konzept und bieten dem Zuschauer so das ultimative Kinoerlebnis", lässt sich Stöckli in der Mitteilung zitieren.

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