Moto(rola) ist zurück

Lenovo nimmt es mit Apple und Samsung auf

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Lenovo Schweiz hat zu einem Medien-Lunch nach Zürich geladen. Country Manager Patrick Roettger referierte über wachsende Marktanteile, Augmented Reality und unzerstörbare Smartphones.

"Man hat uns immer gesagt, es gibt keine Innovation mehr. Und im Business-Bereich sowieso nicht", sagt Patrick Roettger an einem Medien-Lunch in Zürich-West. Roettger ist seit rund drei Jahren Country Manager bei Lenovo Schweiz. Seither, sagt er, sei Lenovo in jedem Bereich gewachsen, in dem das Unternehmen tätig ist.

Als Beispiel nennt Roettger das Client-Geschäft: Als er anfing, habe Lenovo einen Schweizer Marktanteil von rund 7 Prozent gehabt, heute betrage dieser fast 18 Prozent. Im Consumer-Bereich habe die Firma vor zwei Jahren bei 0 Prozent Marktanteil angefangen mit nur einer Handvoll Produkte. Auch hier verfüge Lenovo nun über einen Marktanteil von rund 18 Prozent.

Ein grosser Erfolg sei, dass die Leute auf der Strasse heute wüssten, für was Lenovo stehe. Die Produkte seien zudem bei vielen Retailern erhältlich.

Innovation im Business-Bereich

Roettger glaubt, dass es in jedem Bereich Potenzial für innovative Erfindungen gibt. Selbst im Geschäft mit Unternehmenskunden. Zwar seien Business-Kunden nicht für farbenfrohe Produkte zu gewinnen - jeder Versuch, nicht-schwarze Business-Notebooks zu verkaufen, sei gescheitert.

Aber der grösste Kassenschlager bei Geschäftskunden sei durchaus innovativ, sagt Roettger. Denn Lenovo habe die Idee der Yoga-Notebooks aus dem Consumer-Bereich auf die Thinkpads aus dem Business-Bereich übertragen.

GPS für Räume

Eine weitere Innovation sei das an der Tech World in San Francisco vorgestellte Augmented-Reality-Phablet mit Tango-Technologie. Roettger liefert eine einfache Erklärung, wie diese funktioniert: "Das ist GPS aber in einem Raum."

Durch Tango entstünden Möglichkeiten, die man sich heute gar nicht vorstellen könne, betont Roettger. Tango wisse, dass es den Nutzer bei einer Wegbeschreibung nicht etwa durch Wände führen soll, sondern zuerst an das richtige Ende des Raumes, in den Fahrstuhl, dann zum Ausgang und erst zum Schluss die Strasse entlang. Zudem merke sich Tango, wo man schon war und wie alles aussah.

Dies ermögliche vielfältige Anwendungen im Privat- wie auch im Geschäftsleben. Nach einer Wohnungsbesichtigung etwa hätte ein Interessent einen 3-D-Plan der Wohnung und könnte seine eigenen Möbel darin "ausprobieren". Oder in einer Lagerhalle könnte sich Tango alle verstauten Artikel einprägen und Logistikern beim Wiederfinden unterstützen. In drei Jahren wird es solche Anwendungen geben, ist sich Roettger sicher.

Massentaugliche Augmented Reality

Wie Roettger glaubt, hat Augmented Reality (AR) im Gegensatz zu Virtual Reality (VR) grosses Potenzial, die breiten Massen zu erreichen. Mit einer VR-Brille wolle wohl niemand in der Öffentlichkeit umhergehen. Das sei irgendwie peinlich. Aber mit AR werde ein Gerät wie das Smartphone, was man heute schon überall und für alles benutzt, noch nützlicher.

"Man kann noch Innovation bringen", fasst Roettger zusammen. Und es wirkt so, als wäre die Konferenz damit beendet. Doch dann zitiert er Steve Jobs: "There is one more thing", sagt er. "Heute ist der Tag, an dem wir die Lenovo-Smartphones offiziell in die Schweiz bringen."

Die Zeit sei nun reif für Lenovos Moto-Produkte. "Es gibt Dinge, da lassen wir uns Zeit. Weil wir es richtig machen wollen", begründet Roettger die verzögerte Einführung der Moto-Produkte auf dem Schweizer Markt. Vor drei, vier Jahren hätten die Leute gesagt "Moto, was? Lenovo, was?" Dem sei heute nicht mehr so. Heute habe man die nötige "Power", um die Produkte hierzulande wirksam zu vermarkten.

Unzerstörbare Smartphones

Plötzlich schmeisst ein Lenovo-Mitarbeiter sein Moto-Smartphone auf den Boden. Offenbar um zu demonstrieren, wie unzerstörbar die Geräte sind. In den USA habe man das Moto X Force aus 200 Meter Höhe fallen lassen und sogar mit einem Laster überfahren. Das Display sei nicht kaputt zu kriegen, sagt Roettger.

Sämtliche Moto-Smartphones aber auch die Smartwatches von Moto sind jetzt in der Schweiz erhältlich, wie Roettger sagt. Lenovo führe zurzeit Gespräche mit verschiedenen Retailern und Kommunikationsanbietern, die Partnerschaften und Abonnements würden in den kommenden Wochen und Monaten angekündigt werden.

Alternative zu Apple und Samsung

Indirekt räumt Roettger ein, dass es ein steiniger Weg werden wird. Hierzulande seien eigentlich nur zwei Smartphone-Hersteller erfolgreich. Er meint Apple und Samsung. Die beiden Brands nimmt Roettger natürlich nicht in den Mund. Er spricht vom "Fruchtkonzern" und vom "anderen Anbieter aus dem fernen Osten". Neben den beiden komme je nach Woche und Monat mal der Eine, mal der Andere hinzu. Doch dann verschwänden diese wieder.

"Wir meinen das ernst, wir meinen das langfristig", sagt Roettger. Lenovo wolle durch Qualität überzeugen, nicht primär durch den Preis. Und: Das Unternehmen setze auf "eines der am saubersten implementierten Google-Betriebssysteme" ohne viel Tuning. Damit glaubt der Konzern, eine Alternative zu Apple und Samsung bieten und sich erfolgreich positionieren zu können. Sichtlich begeistert sagt Roettger zum Schluss: "Es ist eine mega coole Zeit in der IT zu sein."

In der Schweiz sind die Moto-Produkte über bisherige Lenovo-Reseller und -Retailer erhältlich. Lenovo empfiehlt die folgenden unverbindlichen Verkaufspreise:

  • Moto X Force ab 699 Franken
  • Moto X Play ab 329 Franken
  • Moto G3 ab 169 Franken
  • Moto G4 ab 249 Franken
  • Moto G4 Plus ab 299 Franken
  • Moto 360 Sportuhr ab 299 Franken 
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