Hybride Meetings sind unfair – und wir reden sie uns schön
Hybride und Remote-Meetings gelten als effizient, modern und alternativlos. In der Praxis sind sie jedoch oft überfordernd, schlecht gestaltet und nicht alle nehmen gleichgestellt teil. Nicht, weil die Technik versagt, sondern weil wir akzeptieren, dass Zusammenarbeit unter asymmetrischen Bedingungen stattfindet.
Hybride und Remote-Meetings sind zum Normalfall geworden. Die Technik funktioniert, die Tools sind etabliert, die Infrastruktur steht. Und doch bleibt ein Unbehagen: Viele Meetings fühlen sich ineffizient an, verlaufen zäh und führen zu erstaunlich wenig Klarheit, insbesondere für jene, die nicht physisch im Raum sitzen. Dieses Problem wird selten offen benannt. Vielleicht, weil es unangenehme Fragen nach Verantwortung aufwirft.
Beschnittene Sinne und zu viel gleichzeitig
Hybride Meetings sind strukturell asymmetrisch. Wer vor Ort ist, nimmt Atmosphäre, Blickkontakte, Körpersprache und informelle Dynamiken wahr. Wer remote teilnimmt, erlebt eine gefilterte Realität: Kameraausschnitte, verzögerten Ton, eingeschränkte Sicht auf Reaktionen. Entscheidungen entstehen jedoch genau in diesen Zwischentönen.
Trotzdem behandeln wir hybride Meetings oft so, als wären alle Teilnehmenden gleichgestellt. Das sind sie nicht. Diese Ungleichheit beeinflusst, wer sich einbringt, wessen Argumente Gewicht erhalten und welche Entscheidungen getroffen werden. Hybride Meetings sind damit nicht nur eine organisatorische Herausforderung, sondern auch eine Führungsfrage.
Hinzu kommt eine systematische Überforderung. In Meetings erwarten wir von Menschen, dass sie gleichzeitig zuhören, verstehen, reagieren, präsentieren, protokollieren und Aufgaben identifizieren. Besonders in hybriden oder reinen Remote-Settings ist das kaum leistbar. Multitasking gilt noch immer als Kompetenz, ist aber in Wahrheit ein Effizienzvernichter. Die Aufmerksamkeit ist begrenzt, und genau diese Begrenztheit ignorieren wir konsequent.
Effiziente Meetings brauchen deshalb Entlastung. Wer moderiert, protokolliert nicht. Wer teilnimmt, hört zu. Alles andere ist organisatorische Nachlässigkeit. Systeme, die zuhören, Inhalte festhalten und strukturieren, sind also Voraussetzungen für echte Beteiligung.
Menschzentriert denken
Hybride Meetings werden häufig aus technischer Sicht geplant: Was ist möglich? Welche Tools stehen zur Verfügung? Die entscheidende Frage wird zu selten gestellt: Was brauchen Menschen, um sich gleichwertig beteiligen zu können?
Hybride Meetings sind keine Selbstläufer. Wenn niemand verantwortlich für Beteiligung, Moderation und Fairness ist, entsteht automatisch Ungleichheit. Das ist kein Technikproblem, sondern ein Gestaltungs- und Führungsversagen. Transparenz ist dabei zentral: Wenn Meetings aufgezeichnet oder transkribiert werden, müssen alle wissen, was passiert, was gespeichert wird und wer Zugriff hat. Ohne diese Klarheit entsteht keine psychologische Sicherheit.
Das Wunschbild
Das Meeting der Zukunft ist nicht einfach digitaler oder intelligenter. Es ist bewusster gestaltet. Es erkennt den Kontext, unterstützt am richtigen Ort und hält Ergebnisse verlässlich fest. Effiziente hybride Meetings schaffen eine gemeinsame Informationsbasis, produzieren nachvollziehbare Resultate und reduzieren die Anzahl weiterer Meetings.
Das setzt voraus, eine unbequeme Wahrheit zu akzeptieren: Nicht jedes Thema braucht ein Meeting. Gute Dokumentation reduziert Gesprächsbedarf – schlechte vermehrt ihn.
Hybride und Remote-Meetings sind gekommen, um zu bleiben. Effizient werden sie erst dann, wenn wir aufhören, Ungleichheit zu normalisieren, Überforderung zu ignorieren und Technik als Ausrede zu nutzen. Zusammenarbeit verbessert sich nicht durch mehr Meetings oder durch experimentellen Einsatz von KI, sondern durch bessere Gestaltung der Kommunikation.
Schweizer Unternehmen setzen für Social Media auf KI-Tools
Kyos und Regdata lancieren Cybersecurity-Lösung für SaaS-Anbieter
KI-Boom treibt Infrastruktur-Ausgaben
Spitch erweitert Partnerprogramm und setzt auf mehr Autonomie
Kluges Meerschweinchen präsentiert seine Tricks
Hybride Meetings sind unfair – und wir reden sie uns schön
Neue Wachstumsfelder mit KI, Daten und Services
Bewährte und neue PAN-Kurse bei BOLL
UMB und Trifact bündeln Kräfte für Spital-Lösungen