Swisscoms Blockchain-Tochter macht erste Schritte
Swisscom hat die Gründung ihrer Blockchain-Tochter "Swisscom Blockchain" verkündet. Mehrere Teammitglieder des ehemaligen Teams von Daniel Haudenschild bei EY wechseln mit ihm ebenfalls zu dem neuen Unternehmen.
Die Gründung der Swisscom Blockchain AG ist nun offiziell bestätigt. Wie die Swisscom mitteilt, soll das neue Unternehmen vorwiegend Beratung, Umsetzung von Blockchain-Anwendungen sowie Unterstützung bei Initial Coin Offerings (ICOs) anbieten.
Anfang Oktober sollen dafür mehrere Mitarbeiter von EY zu Swisscom Blockchain wechseln. Der CEO der neuen Firma, Daniel Haudenschild, war zuvor ebenfalls bei EY.
Mehrere Projekte in Arbeit
Die Kombination von Beratung, Entwicklungskompetenz und Blockchain-Infrastruktur sei in der Schweiz bisher noch einmalig, sagt Robert Gebel, Leiter Banking & Industries bei Swisscom und Verwaltungsratspräsident der Swisscom Blockchain AG.
Den Entwicklern der Swisscom-Tochter steht eine virtuelle Werkstatt sowie die Blockchain Crypto Infrastruktur zur Verfügung. Auf dieser Plattform können Pilotprojekte und sogenannte Minimal Viable Products (MVP) getestet werden. Zusammen mit der ZKB und anderen Partnern realisierte Swisscom bereits die Swiss OTC (Over the Counter) Blockchain. Dabei handelt es sich um einen Software-Prototypen einer Blockchain-basierten Lösung für den ausserbörslichen Handel.
Technisch realisiert werden die meisten Blockchain- Projekte auf Hyperledger Fabric, einer Plattform der Linux Foundation. Swisscom arbeite im Rahmen von Digitalswitzerland zudem an einem Handelsregister-Prototypen. In einem weiteren Projekt gehe es um eine digitale Aktie.
Blockchain-Forschung bei Swisscom seit 2015
Bei Blockchains handelt es sich im Grunde um verteilt angelegte Datenbanken. Diese sollen eine dezentrale, vernetzte Zusammenarbeit möglich und sicher machen.
Swisscom forscht bereits seit 2015 an Anwendungen für Blockchains. Der Telko ist seit Ende 2016 Mitglied des Hyperleger Projects, einem globalen Blockchain-Konsortium von Firmen aus den Bereichen Finance, Banking, IoT, Supply chain, High-Tech und Produktion.
ICOs würden ähnlich wie klassische Börsengänge funktionieren. Statt Franken und Euro erhielten die Unternehmen aber virtuelle Währungen wie Bitcoin oder Ether. Im Gegenzug bekämen die Investoren handelbare Coins, die sie berechtigten, sich an künftigen Einnahmen zu beteiligen oder Dienstleistungen zu nutzen.
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