Microsoft lauscht mit
Microsoft lässt bestimmte Skype-Gespräche von Menschen abhören und auswerten. Auch Befehle an die Sprachassistentin Cortana werden gelegentlich belauscht. In den Nutzungsbedingungen steht davon nichts.
Die Nachrichten um heimlich abgehörte Gespräche haben Microsoft erreicht: Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf "Vice" berichtet, leitet das Redmonder Unternehmen Auszüge aus Skype-Gesprächen gelegentlich zur Analyse an Menschen weiter. Konkret könne das passieren, wenn die im Programm angebotene Echtzeit-Übersetzungsfunktion verwendet werde.
Die menschlichen Mitarbeiter helfen demnach, die künstliche Intelligenz der Übersetzungsfunktion zu verbessern. "Vice" zitiert einen anonymen Mitarbeiter, der die laschen Sicherheitsmassnahmen des Konzerns anprangert: Die Auswertung sei oft von zu Hause aus erfolgt, und er habe problemlos Screenshots anfertigen können, sagt er.
Microsoft wiegelt ab
Nebst Skype-Mittschnitten gelangen auch an die Sprachassistentin Cortana gerichtete Befehle zu menschlichen Mitarbeitern, führt die "Süddeutsche" weiter aus. Bei Skype gehe es aber erstmals nicht nur um einen Sprachassistenten, sondern um ein "Programm, das Hunderte Millionen Menschen für berufliche und private Telefonate nutzen". Der anonyme Mitarbeiter will etwa Telefonsex, komplette Adressen sowie pornografische Suchbegriffe gehört haben.
Microsoft indes ist sich keiner Schuld bewusst: Man halte sich an hohe Sicherheitsstandards und reiche lediglich kurze, anonymisierte Gesprächsteile an menschliche Mitarbeiter weiter. Ausserdem weise man seine Nutzer eindeutig darauf hin, dass die Sprachdaten gesammelt und zu Analysezwecken ausgewertet würden, erklärt das Unternehmen.
Und tatsächlich findet sich ein entsprechender Passus in den Nutzungsbedingungen von Skype und Cortana. Dass bei den erwähnten Analysen aber schlussendlich Menschen mithören, wird nicht explizit erwähnt.
In den vergangenen Wochen wurde publik, dass auch bei den Sprachassistenten Apple, Google und Amazon gelegentlich fremde Menschen zuhören. Derweil haben Sprachassistenten in der Schweiz noch keinen guten Stand. Woran das liegen könnte, lesen Sie hier.
Die neue Printausgabe des "IT-Markt" ist da
Biber baut Damm aus Plüschtieren
IT-Sektor beflügelt Schweizer KMU-Übernahmen
Wie der neue Europa3000-CEO nach der Übernahme durch die Selectline Group Kurs hält
SwissICT sucht neuen Geschäftsführer
Cisco präsentiert Netzwerkchip für KI-Infrastrukturen
Was Hostpoint von IT-Dienstleistern erwartet
Schweizer Unternehmen erzielen mit KI noch kaum Umsatzwachstum
Unkontrollierte KI-Agenten werden zum Geschäftsrisiko