BFE-Studie – jetzt mitmachen!

Rechenzentren in der Schweiz – Stromverbrauch und Effizienzpotenzial

Uhr | Aktualisiert

Informations- und Kommunikationstechnologie in der Schweiz verbraucht 5 Prozent des Stroms; ein Grossteil davon benötigen Serverräume und RZ. Tendenz zunehmend. Das Bundesamt für Energie für Energie BFE will in einer Studie herausfinden, wo die Effizienzpotenziale schlummern. Martin Jakob von TEP Energy führt die Studie gemeinsam mit der Hochschule Luzern im Auftrag des BFE durch und erklärt, warum es sich lohnt mitzumachen.

Martin Jakob von TEP Energy führt die Studie gemeinsam mit der Hochschule Luzern im Auftrag des BFE durch. (Source: TEP Energy)
Martin Jakob von TEP Energy führt die Studie gemeinsam mit der Hochschule Luzern im Auftrag des BFE durch. (Source: TEP Energy)

Was hat es mit der RZ-Studie auf sich, die TEP Energy gemeinsam mit der HSLU im Auftrag des BFE durchführt?

Martin Jakob: Das Bundesamt für Energie möchte die Entwicklungen der digitalen Infrastruktur der Schweiz sowie deren energetische Auswirkungen verfolgen. Anhand der Studie sollen die folgenden Fragestellungen geklärt und Zielsetzungen erreicht werden:

  • Erheben von quantitativen Daten (Nutzfläche, installierte Leistung, Anzahl Server, Stromverbrauch, Effizienzmassnahmen etc.) aus dem Jahr 2020 von RZ in der Schweiz unterteilt in verschiedene Kategorien (Cloud-Services, Rechenzentren für Dritte, unternehmens- oder verwaltungsinterne Rechenzentren inkl. Serverräume).

  • Aufzeigen der Entwicklung seit dem Zeitpunkt der letzten Erhebung im Jahr 2014 und der treibenden Faktoren und daran anknüpfend Abschätzung der Entwicklung für den Zeitraum 2020-2025.

  • Aufzeigen des verbleibenden Energieeffizienzpotentials, ebenfalls unterteilt nach den verschiedenen RZ-Kategorien.

Was ist der Hintergrund der Erhebung?

Die Studie wurde 2015 das erste Mal durchgeführt. In den vergangenen fünf Jahren hat sich in der ICT viel getan. So hat auf der einen Seite etwa der Trend zum Outsourcing etwa durch Managed Services und X-as-a-Service - also Cloudangeboten - massiv zugenommen. Es gab einen regelrechten Boom beim Bau von Rechenzentren. Auf der anderen Seite betreiben gerade KMU immer weniger IT on premises. Auch hat die IT-Nutzung mit Videostreaming und der Onlinespeicherung von Daten und Bildern signifikant zugenommen. Diese Entwicklungen beeinflussen den Stromverbrauch und es gibt wohl auch erhebliches Sparpotenzial sowohl für Unternehmen als auch für RZ-Betreiber. Und es geht auch darum, abzuschätzen, wie sich der Stromverbrauch von Servern bzw. Rechenzentren in den kommenden fünf Jahren entwickelt. Das interessiert das BFE auch insbesondere hinsichtlich der Energiestrategie 2050, die zurzeit überarbeitet wird. Die Studie will dafür Daten liefern, auf die sich die politische Diskussion abstützen kann.

Wer soll genau an der Studie teilnehmen?

Wir haben drei Hauptzielgruppen: KMU, die vielleicht nur einen kleinen Serverraum haben oder auch solche, die keine eigenen Server betreiben und ihre IT vor allem als Managed Services beziehen. Dann grössere Unternehmen, die eigene Rechenzentren betreiben. Die dritte Zielgruppe sind kommerzielle Betreiber von Rechenzentren, die Housing bzw. Hosting anbieten.

Wie können diese an der BFE-Studie zum Stromverbrauch von Rechenzentren in der Schweiz mitmachen?

Wir haben allen Unternehmen und RZ-Betreibern eine schriftliche Einladung zur Teilnahme mit einem individuellen Link geschickt. Wer keine schriftliche Einladung bekommen hat und einen Link mit individuellem Code erhalten möchte, kann sich melden bei office@tep-energy.ch und sich für die Teilnahme anmelden. Es ist wirklich wichtig, dass viele Unternehmen und RZ-Betreiber mitmachen. Denn nur so können wir ein vollständiges Bild des Marktes erzeugen.

Warum erheben Sie im Rahmen der RZ-Studie auch KMU, die keine eigenen Server bzw. Rechenzentren betreiben?

Für die qualitative Einschätzung und die Vollständigkeit des Bildes sind diese Informationen wertvoll. Es ist auch interessant zu sehen, wie sich der Trend zu Managed Services bzw. Cloud-Anwendungen auf den Stromverbrauch sowohl auf Unternehmensseite als auch auf RZ-Seite auswirkt. Die Teilnahme für KMU ist übrigens recht einfach: Wir verwenden Multiple-Choice-Fragen, die jeder KMU-Chef beantworten kann und es werden auch keine exakten Messwerte abgefragt.

Was haben Unternehmen und RZ-Betreiber davon, wenn sie an der Studie mitmachen?

Es hilft grundsätzlich allen, die Rechenzentren betreiben, zu erfahren wie sich der Markt verhält, und wie sich der Stromverbrauch in der Branche entwickelt. Strom kostet Geld. Anhand der Studie können Unternehmen und RZ-Betreiber bestehende Effizienzmassnahmen analysieren und Effizienzpotenzial aufzeigen. Sie erfahren also, wo sie in puncto Stromverbrauch stehen und wo sie sparen können. Auch besteht die Chance, dass einzelne Unternehmen bzw. RZ-Betreiber im Sinne einer Fallstudie einer vertieften Analyse unterzogen werden, wenn sie dies möchten. Wir haben auch den Telko-Verband Asut mit im Boot, was den Teilnehmern der Fallstudien die Möglichkeit gibt, entsprechende Analysten aus dem Netzwerk des Verbandes beizuziehen.

Wie werden die erhobenen Daten aus der Studie ausgewertet?

Die Auswertung erfolgt komplett anonym. Die im Rahmen der Studie angefertigten Tabellen und Abbildungen lassen keine Rückschlüsse auf einzelne Unternehmen bzw. RZ-Anbieter zu. Die Vertraulichkeit ist jederzeit gewährleistet. Teilnehmer können aber gewisse Daten auf freiwilliger Basis und mit ausdrücklicher Zustimmung freigeben. Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmer. Alle Infos zur Studie finden Sie hier.

Jetzt mitmachen!

Webcode
DPF8_180770

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