10 Jahre "IT-Markt"

Wie das Aufkommen von Anything-as-a-Service Systemhäuser entlastet hat

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Bis zum Aufkommen von XaaS (Anything-as-a-Service) mussten IT-Systemhäuser zunehmend mehr Fachwissen und personelle Ressourcen aufbauen. Auf welche Weise XaaS Abhilfe schaffte und wie die Zukunft des Reseller- und MSP-Geschäfts aussieht, erklärt Marc Fischer, Head of Sales und Prokurist bei Ebertlang.

Marc Fischer, Head of Sales, Ebertlang. (Source: zVg)
Marc Fischer, Head of Sales, Ebertlang. (Source: zVg)

Wie haben das Reseller- und das MSP-Geschäft vor zehn ­Jahren im Vergleich zu heute ausgesehen?

Marc Fischer: Das Lizenzgeschäft ist im Vergleich zu 2010 auch heute weiterhin stabil und wird es auf absehbare Zeit auch bleiben, da Partner und Kunden aus verschiedensten Gründen weiterhin auf On-Premises-Modelle setzen. Klar ist aber auch, dass der Bereich Managed Services in den vergangenen zehn Jahren einen massiven Boom erlebt hat.

 

Was bedeutet das genau?

Das Interesse der Partner am Thema MSP steigt seitdem stark und kontinuierlich, wie wir anhand zahlreicher Events, Schulungen und Anfragen unserer Partner nachverfolgen können. Dennoch ist die Anzahl reiner MSP, also solcher Systemhäuser, die komplett auf Managed Services umgestellt haben, immer noch überschaubar. Denn obwohl das Interesse der Partner zweifelsfrei zugenommen hat und immer mehr IT-Systemhäuser auch eine grosse Bereitschaft zeigen, das Geschäftsmodell ihrer Unternehmen in Richtung MSP zu verändern, ist das in der Praxis oftmals noch sehr schwierig. Die meisten IT-Systemhäuser haben noch nie eine Unternehmenstransformation durchgeführt und verfügen über wenig Know-how in diesem Bereich. Entsprechend anspruchsvoll gestaltet sich dann auch der Transformationsprozess.

 

Was hat sich für Systemintegratoren verändert?

In den vergangenen zehn Jahren hat die Anzahl der Lösungen, die IT-Systemhäuser für ihre Endkunden verwalten müssen, exponentiell zugenommen. Dadurch stehen die IT-Systemhäuser vor zwei Herausforderungen: Sie müssen entsprechend viele Personalressourcen vorhalten und das Personal muss immer breiter qualifiziert sein. IT-Systemhäuser benötigen also Unterstützung bei den Aufgaben, die nicht alltäglich zu erledigen sind, um sich weiterhin auf ihr Kerngeschäft konzentrieren zu können. Als Value-Added-Distributor unterstützen wir unsere Partner zum Beispiel mit Servicedienstleistungen wie Installationsservice oder auch umfassender Vertriebsunterstützung, bei der wir zusammen mit dem Partner beispielsweise dessen Endkunden in einem Webinar über eine neue Lösung informieren.

 

Wie half der XaaS-Trend bei diesen Herausforderungen?

Der XaaS-Trend hilft den IT-Systemhäusern, weil hierbei ein Teil der Komplexität der Aufgaben an den Dienstleister ausgelagert wird. So können komplexe und nicht alltägliche Aufgaben wie zum Beispiel die Installation zukünftig vom AaS-Anbieter übernommen werden, während sich das Systemhaus darauf konzentriert, die individuelle Anpassung für den Endkunden vorzunehmen. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass Systemhäuser die Möglichkeit haben, professionelle Services für Kunden aller Grössenordnungen bereitzustellen, da aufwendige Investitionen wie etwa für ein eigenes Rechenzentrum entfallen. XaaS-Lösungen sind zudem sehr gut skalierbar und lassen sich einfach an die veränderten Bedingungen bei IT-Systemhäusern und deren Endkunden anpassen. IT-Systemhäuser werden ihre Rolle also zukünftig noch viel mehr im Bereich des Consultants finden, der seinen Endkunden eine individuelle Empfehlung für die benötigten Tools bietet und diese skalierbar als AaS-Lösung bereithält.

 

Welche Dienstleistungen werden künftig noch zu AaS-Angeboten?

Wie bereits erwähnt, wird der Markt für On-Premises-Lösungen auch auf absehbare Zeit eine Rolle spielen. Aber der Trend geht immer stärker in Richtung AaS-Lösungen – entsprechend wird sich das Anforderungsprofil an ein Systemhaus ändern. Der IT-Dienstleister muss in Zukunft zwar weniger Infrastruktur-Installationen vor Ort durchführen, aber gleichzeitig müssen die eingesetzten AaS-Lösungen optimal auf die Bedürfnisse des einzelnen Endkunden abgestimmt werden. Dazu bedarf es Fachwissen, das wiederum der Endkunde in aller Regel nicht besitzt und stattdessen der Dienstleister bieten muss. Auch die Vernetzung verschiedener AaS-Lösungen oder deren Backup erfordert Wissen, das die IT-Systemhäuser zukünftig am Markt monetarisieren können. Zusätzlich müssen ganz andere Anforderungen an die IT-Security erfüllt werden, wenn Daten zum Beispiel nicht im Unternehmen, sondern extern bei verschiedenen Dienstleistern gelagert werden – auch das ist sicher ein Bereich, in dem sich IT-Systemhäuser zukünftig als kompetente Berater profilieren können.

 

Wie sieht die Zukunft des Reseller- und MSP-Geschäfts aus?

Der Reseller wird eine stärkere Rolle als Berater und Consultant bei seinen Kunden wahrnehmen. Der Bereich Managed Services wird massiv wachsen und Systemhäuser, die sich bislang einer Näherung an das Thema entzogen haben, sollten sich in diese Richtung öffnen, um auch in Zukunft weiterhin ihre Kunden bedienen zu können. Denn die Endkunden verlangen zunehmend nach komfortablen Services aus der Cloud – wer diese nicht bereitstellen kann, wird diese Kunden verlieren.

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