"Moodini"

Maxomedia lanciert KI-App für mentale Entlastung

Uhr
von Joël Orizet und tse

Die Berner Digitalagentur Maxomedia hat mit "Moodini" einen KI-basierten Gesprächspartner für Menschen entwickelt, die ihre Gedanken ordnen oder über Belastungen sprechen möchten. Die App richtet sich an Personen, die niederschwellige Unterstützung suchen.

Die KI-App "Moodini" soll als niederschwellige Anlaufstelle für Menschen dienen, die über Sorgen, Stress oder andere Belastungen sprechen möchten. (Source: zVg)
Die KI-App "Moodini" soll als niederschwellige Anlaufstelle für Menschen dienen, die über Sorgen, Stress oder andere Belastungen sprechen möchten. (Source: zVg)

Mit "Moodini" ist in der Schweiz eine KI-App für emotionale Unterstützung im Alltag gestartet. Nutzerinnen und Nutzer können mit der KI über Sorgen, Stress oder Schlafprobleme sprechen und erhalten Anregungen zur Reflexion, wie die Berner Digitalagentur Maxomedia mitteilt.

Das Angebot richtet sich an Menschen, die sich belastet, überfordert oder mit ihren Gedanken allein fühlen. Nach Angaben des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums Obsan fühlt sich inzwischen rund jede dritte erwerbstätige Person in der Schweiz emotional erschöpft. Gleichzeitig bleibt professionelle Hilfe für viele Betroffene schwer erreichbar - sei es wegen langer Wartezeiten, hoher Kosten oder persönlicher Hemmungen.

Maxomedia positioniert die App deshalb als niederschwellige Ergänzung zu bestehenden Unterstützungsangeboten. Die App soll keine Therapie ersetzen, sondern als erste Anlaufstelle für schwierige oder stressige Momente dienen. User können ihre Gedanken in einem anonymen Rahmen schildern und erhalten darauf Antworten und Denkanstösse, die nach Angaben der Digitalagentur empathisch wirken. 

Werbegrafik der App "Moodini": Vor einem hellen, rosafarbenen Hintergrund zeigt ein Smartphone einen Chat. Eine Person schreibt "Ich fühle mich einsam". Die KI antwortet ausführlich und verständnisvoll. Darüber steht der Slogan: "Ein Gespräch, das gut tut."

"Moodini" soll Menschen bei Sorgen, Stress oder Einsamkeit als digitale Anlaufstelle zur Verfügung stehen. (Source: zVg)

"Viele Menschen brauchen nicht sofort Therapie", lässt sich Maxomedia-CEO Simon Muster in der Mitteilung zitieren. Oft gehe es zunächst darum, Gedanken auszusprechen, sich verstanden zu fühlen oder den Kopf etwas zu entlasten. Genau an diesem Punkt setze die Anwendung an.

Lieber mit der KI interagieren als mit niemandem

Das Unternehmen begründet die Entwicklung auch mit veränderten Nutzungsgewohnheiten. Viele Menschen würden lieber mit einer KI sprechen als mit niemandem, sagt Muster. Diese Beobachtung habe den Anstoss für das Projekt gegeben.

Entstanden ist "Moodini" in Bern auf Basis der unternehmenseigenen KI-Plattform KIVY. Laut Maxomedia stand bei der Entwicklung insbesondere das Thema Vertrauen im Vordergrund. Die App orientiere sich an Schweizer Datenschutzstandards und verzichte bewusst auf öffentliche Profile oder Social-Media-Mechaniken.

"Moodini" steht für iPhone-User im Apple App Store zum Download bereit. Eine Android-Version will Maxomedia zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen.

 

Übrigens: Was Mental-Health-Chatbots leisten können, wo ihre Grenzen liegen und wie sie gestaltet sein sollten, erklärt Kerstin Denecke von der BFH im Interview.

Webcode
qoXni9rA