Mobilfunkanbieter erhöhen Abopreise nach Vertragsabschluss
Mit günstigen Abos locken Telkos neue Kundschaft an - doch dann steigt der Preis. Dies zeigt eine Untersuchung von Dschungelkompass und dem Konsumentenschutz. Demnach lohnt es sich, den Anbieter nach Ablauf der Mindestvertragsdauer zu wechseln, um wieder von einem Neukundenrabatt zu profitieren.
Ständig werben Mobilfunkanbieter mit Aktionen und Vergünstigungen für Neukunden. In vielen Fällen steigen jedoch die Abopreise nach Abschluss des Vertrags, wie die Stiftung Konsumentenschutz und die Preisvergleichsplattform Dschungelkompass mitteilen. Sie untersuchten, welche Anbieter die grössten Preisunterschiede zwischen neuer und bestehender Kundschaft aufweisen. Dabei berücksichtigten sie nur "Abos mit unbegrenzter Telefonie, SMS und Internetnutzung in der Schweiz (Stand 27. August 2026)".
Laut Mitteilung erhöhte Salt seine Preise in den vergangenen Jahren prozentual am meisten: So kostete das Abo "Swiss Max" Anfang 2023 noch 23.95 Franken, mittlerweile ist der Preis jedoch bei 27.95 Franken - ein Plus von 16,7 Prozent. Auffällige Preiserhöhungen gebe es auch bei Lebara (+12,8 Prozent), Yallo (+12,5 Prozent), Sunrise (+9,3 Prozent) und Wingo (+8 Prozent).
Doch nicht alle Mobilfunkanbieter erhöhen die Abopreise, wie der Konsumentenschutz und Dschungelkompass einräumen. So seien etwa die Preise von Aldi Mobile, Coop Mobile, Digital Republic, Galaxus Mobile und weiteren Anbietern im untersuchten Zeitraum gleich geblieben und Teleboy habe sein Abo "Swiss" sogar um fast die Hälfte vergünstigt.
Treue lohnt sich nicht
Als weiteres Beispiel nennt die Mitteilung das Abo "Giga" von Migros Mobile, welches 2023 für kurze Zeit 29.50 Franken kostete - wer das Abo heute noch hat, zahlt jedoch 60 Franken. Für Neukunden stehe hingegen das Abo "Swiss Max" zur Verfügung, das 25.95 Franken koste und dazu auch noch mehr Leistung biete als "Giga".
"Bei einem Neuabschluss bekommt man oft das attraktivere Abo", sagt Oliver Zadori, Gründer von Dschungelkompass. "Doch der Preis steigt bei einigen Anbietern nach dem Abschluss durch Preisaufschläge oder den Wegfall von befristeten Rabatten. Daher lohnt es sich, regelmässig die Angebote zu vergleichen und wenn möglich auf ein günstigeres Abo zu wechseln."
Wer den Anbieter nicht wechseln wolle, soll verhandeln. Laut André Bähler, Leiter Politik und Wirtschaft beim Konsumentenschutz, gewähren Telkos ihren bestehenden Kunden "auf Anfrage oft einen Rabatt, wenn sie sie damit halten können".
Der Konsumentenschutz befindet sich übrigens in einem Rechtsstreit mit Sunrise. Die Stiftung hielt die Kündigungsklauseln des Telkos für rechtswidrig und erhielt in der ersten Instanz recht.
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