Salt fordert Swisscom im B2B-Segment heraus - mit Hilfe von Fortinet
Salt will ein grösseres Stück des Kuchens im B2B-Geschäft. An einem Event in Zürich lancierte der Telko zu diesem Zweck ein Internet-Abo und eine Carrier-Grade-Sprachlösung für Unternehmenskunden. Laut CEO Max Nunziata zu deutlich tieferen Preisen als die Konkurrenz.
Salt will sich als Full-Service-Anbieter positionieren und die Konkurrenz herausfordern. Der Telko erweitert zu diesem Zweck sein Angebot für Geschäftskunden um zwei neue Dienstleistungen. "2026 markiert den Beginn einer neuen Ära für Salt Business, aber auch für den Schweizer Markt", proklamierte Salt-CEO Max Nunziata an einem Lancierungs-Event im Zürcher Club Aura. Zu den bisherigen Mobilfunk-Angeboten für Geschäftskunden gesellen sich nun Corporate Internet und Corporate Voice hinzu.
Mit Corporate Voice lanciert der Telko eine Carrier-Grade-Sprachlösung. Diese soll mit bestehenden lokalen PBX-Systemen und cloudbasierten Telefonieplattformen kompatibel sein. Der Fokus des Launch-Events lag jedoch klar auf dem Internet-Angebot. Der CEO ist sich bewusst, dass Salt kein leeres Spielfeld betritt - die Konkurrenz ist teilweise schon lange präsent. "Wir steigen später ein, aber mit einem modernen Ansatz, der für die heutige Nutzung entwickelt wurde", sagte er.
Zu diesem modernen Ansatz zählt unter anderem die integrierte Business Continuity. So verspricht der Telko ein unterbrechungsfreies Arbeiten - auch wenn die primäre Verbindung ausfällt. In diesem Fall wechsle das System automatisch auf einen zweiten Glasfaseranschluss oder auf das Mobilfunknetz. Anwendungen wie Videokonferenzen, Cloud-Services, VPN-Zugänge und Tools für Remote-Arbeit würden dabei verfügbar bleiben.
Partnerschaft mit Fortinet
Business Continuity ist nicht der einzige Erfolgsfaktor, auf den der Telko setzt. Beim neuen Angebot verfolgt Salt auch einen "Security by Design"-Ansatz. Hierfür arbeitet das Unternehmen mit dem IT-Security-Anbieter Fortinet zusammen. Die Lösungen des Herstellers sollen Netzwerke, Daten und Anwendungen vor modernen Bedrohungen schützen. Dazu zählen integrierte Schutzmassnahmen gegen DDoS-Attacken und Malware.

Thomas Desrues, Senior Vice President Channel Sales EMEA & South Asia bei Fortinet. (Source: Netzmedien)
Um die Leistungen von Fortinet in diesem Angebot zu erklären, holte der Telko Thomas Desrues, Senior Vice President Channel Sales EMEA & South Asia bei Fortinet, auf die Bühne. Auch er betonte die Bedeutung dieses Moments. Der Schutz für die Kunden soll gemäss Desrues einfach, automatisiert und zentral verwaltet funktionieren. Statt nur zu reagieren, soll der Fortinet-Schutz auch Attacken vorhersehen und diese proaktiv verhindern - angetrieben durch die Fortiguard-Plattform.
In seiner Präsentation kam Desrues auch auf das Thema künstliche Intelligenz (KI) zu sprechen. KI werde immer mehr Teil der Lösungen von Fortinet. Die künstliche Intelligenz komme beim IT-Security-Anbieter in drei Stufen zum Einsatz:
- AI Assist zur Unterstützung der Automatisierung der Cybersecurity-Plattform.
- AI Prevent zur Früherkennung und Vorhersage von Attacken, bevor diese Schaden anrichten.
- AI Protect zur Abwehr von Angriffen und der anschliessenden Wiederherstellung.
Salt bleibt hungrig
Im Rahmen des Events ging Nunziata im Gespräch mit der Redaktion auch näher auf die Pläne des Telkos ein. Laut dem CEO konnte Salt mit eigentlich nur Mobilfunk gut und schnell wachsen im B2B-Geschäft. Deshalb sei es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis der Telko das Angebot erweitere. Bestandskunden seien zwar "die erste Tür", an die Salt nun anklopfen werde. Aber der Telko will auch Neukunden für sich gewinnen - oder solche, die bisher bei einem anderen Anbieter waren, weil sie alles aus einer Hand beziehen möchten.

Die Kosten für die Fortinet-Hardware sind im Abo-Preis enthalten. (Source: Netzmedien)
Einen bestimmten Marktanteil als Ziel hat der CEO jedoch nicht vor Augen. "Unser Marktanteil ist so klein, dass wir kein Limit haben. Wir sind überzeugt, dass unsere Strategie, die auf Kundennähe, Qualität und modernster Technologie beruht, uns helfen wird, unsere Ambitionen mit der Zeit zu erreichen", sagte er, bevor er scherzhaft ergänzte: "Auf Französisch sagt man, ‘l'appétit vient en mangeant’, je mehr man isst, desto hungriger wird man. Ich denke, wir werden hungrig bleiben."
Der Vertrieb der B2B-Lösungen werde über direkte und indirekte Netzwerke erfolgen. Das bestehende Partnernetzwerk soll daher nun ausgebaut werden. Das mittlere Unternehmenssegment sei zwar der "Sweet Spot", das Angebot soll aber auch grössere Kunden überzeugen.
Preise und Verfügbarkeit
Der Anlass war eine klare Kampfansage des Telkos. "Wir demokratisieren Technologie, die bisher vor allem für grosse Unternehmen reserviert war, indem wir Business Continuity und Security by Design im Standardangebot einsetzen", sagte CEO Nunziata. "Und das zu einem unglaublichen Preis, damit es sich alle leisten können."
Corporate Internet ist in drei Ausführungen erhältlich:
- Kupfer oder Glasfaser bis zu 1 Gigabit pro Sekunde symmetrisch für 119 Franken pro Monat.
- Bis zu 10 Gigabit pro Sekunde symmetrisch für 199 Franken pro Monat.
- Auf Anfrage ist auch eine Option mit bis zu 40 Gigabit symmetrisch pro Sekunde möglich.
Bestehende Geschäftskunden erhalten einen Rabatt von 20 Prozent. Und zusätzlich gibt es in den ersten sechs Monaten noch einen Early-Bird-Preisnachlass von 50 Prozent. Die Kosten für die Hardware sind bereits inkludiert gemäss dem CEO.
Corporate Voice ist ebenfalls in drei Ausführungen erhältlich:
- à la carte: 9 Franken pro Monat und Kanal (PBX und pay as you go)
- national: 39 Franken pro Monat und Kanal (PBX sowie unlimitiert Mobile und Festnetz in der Schweiz)
- international: 49 Franken pro Monat und Kanal (PBX sowie unlimitiert Mobile und Festnetz in 60 Ländern)
Der Rabatt von 20 Prozent für bestehende Kunden sowie die Early-Bird-Reduktion von 50 Prozent gelten auch hier.

Ein Podium mit Fortinet sowie einem Salt-Kunden und einem Partner des Telkos (v.l.): Moderatorin Miriam Rickli, Davide Vigliarolo, Sales Manager bei Alptel, Stefan Züger, Director Systems Engineering bei Fortinet, und Steven Eichenberger, Marketing Manager bei Chair Airline. (Source: Netzmedien)
Der CEO scheute auf der Bühne auch den Direktvergleich mit der Konkurrenz nicht. "Wenn Sie heute bei Swisscom sind und zu uns wechseln, halbieren wir Ihre Rechnung", versprach er. Allerdings geht diese Rechnung nur für Bestandskunden auf. Diese erhalten das 10-Gigabit-Angebot nämlich für 159.20 Franken - ein vergleichbares Angebot bei Swisscom kostet laut dem Salt-CEO 319 Franken. Auch die Corporate-Voice-Pakete seien jeweils halb so teuer wie vergleichbare Dienstleistungen von Swisscom.
Im Gespräch ergänzte Nunziata, dass er grossen Respekt vor Swisscom habe, was die Qualität ihrer Angebote betrifft. "Aber sie wurden nicht genügend herausgefordert", deshalb seien ihre Preise hoch. "Und jetzt kommen wir und sagen, es gibt eine Alternative!"
Die Lancierung von Corporate Internet und Voice ist dabei nur ein erster Schritt. "Es gibt viele weitere Dienste, die wir noch auf diese Plattform bringen können", sagte der CEO. "Und das werden wir auch tun."

Miriam Rickli führte durch den Launch-Event. (Source: Netzmedien)
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